Aussaat-Ratgeber · Quellkrautgewächse
Winterportulak (Postelein) säen: wann und wie
Winterportulak säst du von Ende August bis Anfang Oktober und erntest von Oktober bis zur Blüte im Frühjahr frischen Salat. Er keimt nur in kühlem Boden.
Fakten geprüft am 26. September 2026

Aussaatkalender
Für gemäßigtes Klima (Mitteleuropa). Growie verschiebt diese Fenster auf den letzten und ersten Frost in deinem Garten.
Anbau auf einen Blick
- Aussaat draußen
- Ende August–Anfang Oktober
- Keimung
- Nur unter etwa 12°C, in 10–21 Tagen
- Saattiefe
- 0.5–1 cm
- Abstand
- Auf 5–10 cm vereinzeln, 15–20 cm Reihenabstand
- Im Hochbeet 120 × 80 cm
- Etwa 50–60 Pflanzen in 4–5 Reihen
- Ernte
- Ab 6–8 Wochen, Oktober–April, 3–6 Schnitte
- Frost
- Sehr winterhart; Vlies bringt zartere Blätter
- Standort
- Sonne bis Halbschatten, frischer Boden, Schwachzehrer
Wann Winterportulak säen?
Winterportulak, auch Postelein, Winterpostelein oder Tellerkraut genannt, ist ein Salat für die kalte Jahreszeit. Er ist ein Kaltkeimer: Die Samen keimen erst, wenn der Boden kühler als etwa 12°C ist, am besten bei 4–12°C. In warmen Spätsommerboden gesät, passiert einfach nichts.
Für die Wintersalat-Ernte säst du draußen von Ende August bis Anfang Oktober, sobald die Nächte kühler werden. Der September ist der sicherste Monat. Unter Schutz, im Frühbeet, Folientunnel oder unbeheizten Gewächshaus, kannst du bis in den Februar weiter säen.
Eine Aussaat im Februar oder März (in kühlen Lagen bis April) geht auch. Sobald es wärmer wird, blüht der Winterportulak aber schnell, die Ernte bleibt dann kurz.
Winterportulak ist nicht dasselbe wie Sommerportulak (Portulaca oleracea). Der hat fleischige, ovale Blätter und gelbe Blüten und braucht Wärme; Winterportulak hat runde, gestielte Blätter und winzige weiße Blüten und mag es kalt.
Quellen: Hortipendium, Bayerische Gartenakademie, VEN, Bingenheimer Saatgut, Sativa, Vital Seeds, Sämereien.ch
So säst du Winterportulak
Such dir einen Platz in Sonne oder Halbschatten mit frischem, humosem Boden ohne Staunässe. Der pH-Wert spielt kaum eine Rolle. Ideal ist ein Beet, das gerade von Sommerkulturen frei geworden ist: Winterportulak ist ein Schwachzehrer und kommt mit den Nährstoffen aus, die die Vorkultur übrig gelassen hat. Düngen musst du nicht.
Säe dünn in Rillen, 0.5–1 cm tief und nur knapp mit Erde bedeckt, mit 15–20 cm Reihenabstand. Halte den Boden feucht, bis nach 10 bis 21 Tagen die Keimlinge erscheinen. Die ersten Blättchen sind schmal wie Gras, also nicht versehentlich als Unkraut jäten.
Vereinzle die Sämlinge auf 5–10 cm, sobald sie ein, zwei echte Blätter haben. Du kannst die Samen auch dünn breitwürfig in einem Streifen ausstreuen und später lichten, oder unter Schutz ein paar Samen pro Topfplatte vorziehen und die Büschel nach drei bis vier Wochen mit 10 cm Abstand auspflanzen.
In ein Hochbeet von 120 × 80 cm passen vier bis fünf Reihen mit je etwa 12 Pflanzen, zusammen rund 50–60. Für die meisten Haushalte reichen zwei, drei Reihen an einem Ende des Beets; der Rest kann mit Feldsalat oder Wintersalat bepflanzt werden.

Quellen: Hortipendium, Bayerische Gartenakademie, VEN, Sativa, Vital Seeds, kraut&rüben, RHS
Pflege über den Winter
Winterportulak gehört zu den winterhärtesten Salaten. Normale Winter in Mitteleuropa übersteht er draußen ohne Schutz. Bei starkem Frost färben sich die Blätter rötlich und werden etwas fest, bei milderem Wetter erholen sie sich wieder.
Deck ihn trotzdem mit Vlies ab oder zieh ihn im Frühbeet, wenn du kannst. Dann wächst er in milden Phasen weiter, die Blätter bleiben zarter, und du erntest mehr. Bei starkem Kahlfrost ist die Abdeckung ohnehin sicherer.
Sonst gibt es wenig zu tun: Halte das Beet unkrautfrei und gieß nur, wenn der Herbst trocken ist. Dünger braucht er keinen.

Quellen: RHS, Bayerische Gartenakademie, VEN, Sämereien.ch, kraut&rüben, Vital Seeds
Ernten und verwenden
Die ersten Blätter sind sechs bis acht Wochen nach der Aussaat erntereif. Eine Septembersaat liefert also ab etwa Oktober oder November Salat, und von da an kannst du bis in den April ernten.
Schneid die Blätter mit einem scharfen Messer 1–2 cm über dem Boden ab und lass das Herz der Rosette stehen. Die Pflanzen treiben aus der Mitte wieder aus, drei- bis sechsmal kannst du dieselben Pflanzen bis zur Blüte beernten. Nur die äußeren Blätter zu pflücken geht auch.
Essbar ist die ganze Pflanze: Blätter, Stiele, das tellerförmige Blatt um den Blütenstiel und die kleinen weißen Blüten. Winterportulak schmeckt mild und frisch, ein wenig wie Feldsalat, und fällt gedünstet zusammen wie Spinat. Er gilt im Vergleich zu anderem Wintergemüse als nitratarm. Wie Spinat und Mangold enthält er aber Oxalsäure. Iss ihn deshalb lieber im gemischten Salat als jeden Tag schüsselweise, vor allem wenn du zu Nierensteinen neigst.
Geerntete Blätter halten sich im Kühlschrank etwa eine Woche, locker in ein feuchtes Tuch oder einen Beutel gepackt.
Quellen: Bayerische Gartenakademie, VEN, Sämereien.ch, kraut&rüben, Plantura, Vital Seeds, Jekka's, Wikipedia, Kanala & Savage
Probleme, Selbstaussaat und Fruchtfolge
Winterportulak hat kaum Probleme mit Schädlingen oder Krankheiten. Wirklich gefährlich werden ihm nur Schnecken an jungen Sämlingen, wenn der Herbst mild und feucht ist. Schau abends nach und halte die Beetränder frei von hohem Gras und Verstecken.
Keimt die Saat nicht, war der Boden meist noch zu warm. Warte auf kühleres Wetter und säe erneut.
Im Frühjahr, etwa ab März, beginnt die Blüte, und die Ernte läuft aus. Lässt du ein paar Pflanzen stehen, samen sie sich aus und keimen im nächsten Herbst von selbst wieder. Das ist praktisch, kann sich aber im Garten verbreiten. Die Sämlinge wurzeln flach und lassen sich leicht ausziehen.
Winterportulak gehört zu den Quellkrautgewächsen (Montiaceae), die keine nahen Verwandten unter den üblichen Gemüsen haben. In der Fruchtfolge gehört er zu keiner der üblichen Gruppen und teilt mit ihnen keine besonderen Schädlinge oder Krankheiten. Du kannst ihn also in jedes Beet setzen, das über den Winter frei ist.

Quellen: RHS, Hortipendium, VEN, Vital Seeds, Bingenheimer Saatgut, Plantura, Wikipedia, Bayerische Gartenakademie
Gute Nachbarn?
Erprobte Mischkultur-Partner für Winterportulak haben wir nicht gefunden, und in Mischkultur-Tabellen taucht er kaum auf. Praktisch passt er gut neben anderes Wintergemüse wie Feldsalat, Wintersalat oder Spinat im Frühbeet oder unter Vlies, weil alle dieselben kühlen, feuchten Bedingungen mögen. Das ist Bequemlichkeit, keine nachgewiesene Nachbarschaftswirkung.
Quellen: RHS, Bayerische Gartenakademie
Häufige Fragen
Wann sät man Winterportulak?
Draußen von Ende August bis Anfang Oktober, sobald die Nächte kühler sind; unter Schutz bis in den Februar. Er keimt erst unter etwa 12°C.
Ist Postelein dasselbe wie Portulak?
Nein. Sommerportulak (Portulaca oleracea) ist eine andere, wärmeliebende Pflanze mit gelben Blüten. Winterportulak oder Postelein (Claytonia perfoliata) wächst in der kalten Jahreszeit und blüht weiß.
Ist Winterportulak winterhart?
Ja, sehr. Normale Winter übersteht er draußen ohne Schutz. Mit Vlies oder im Frühbeet erntest du mehr und zartere Blätter.
Warum keimt mein Winterportulak nicht?
Meist ist der Boden noch zu warm. Er braucht weniger als etwa 12°C, frühe Aussaaten im warmen Spätsommer klappen deshalb oft nicht. Säe erneut, wenn es kühler wird.
Wie erntet man Postelein, damit er nachwächst?
Schneid die Blätter 1–2 cm über dem Boden ab und lass das Herz stehen. Er treibt nach, drei- bis sechsmal kannst du bis zur Blüte ernten.
Kann man die Blüten essen?
Ja. Blüten, Blütenstiele und das runde Blatt darum herum sind essbar. Sobald er blüht, ist die Ernte aber fast vorbei.
Kommt Winterportulak jedes Jahr wieder?
Er ist einjährig, sät sich aber gern selbst aus. Lass im Frühjahr ein paar Pflanzen blühen, dann keimen im nächsten Herbst neue.
Eine Tüte Winterportulak zur Hand?
Fotografier sie — Growie liest die Tüte, setzt sie in deinen Plan und erinnert dich ans Säen, Gießen und Ernten.
Garten kostenlos planenQuellen
Jeder Wert hier ist durch mindestens zwei unabhängige Quellen belegt oder als Spanne angegeben, wo sie voneinander abweichen.
- RHS: Claytonia perfoliata (plant profile)
- RHS: Companion planting
- Hortipendium: Tellerkraut Erwerbsanbau
- Bayerische Gartenakademie: Frischen Salat auch im Winter ernten? (Wochenblatt)
- VEN: Winterpostelein, Winterportulak
- Bingenheimer Saatgut: Winterpostelein
- Sativa: Winter Purslane – Claytonia
- Sämereien.ch: Winterportulak anbauen, ernten und essen
- kraut&rüben: Winterportulak: Postelein anbauen und ernten
- Plantura: Postelein: Anbau & Verwendung
- Vital Seeds: How to grow Claytonia
- Jekka's: Claytonia perfoliata (Winter Purslane)
- Wikipedia: Gewöhnliches Tellerkraut
- Kanala & Savage: Oxalate content of miner's lettuce irrigated with water or fertilizer solutions
Bildnachweise
- Runde, schalenförmige Blätter von Winterportulak mit kleinen weißen Blütenbüscheln in der Mitte — Foto: Lucyin · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons
- Ein Teppich aus schmalen, grasartigen Winterportulak-Keimlingen zwischen Herbstlaub — Foto: Katrin Schneider, korina.info · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons
- Junge Winterportulak-Rosetten mit lang gestielten, löffelförmigen Blättern auf offener Erde — Foto: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons
- Ein üppiger Bestand blühender Winterportulak mit tellerförmigen Blättern um die Blütenstiele — Foto: Robert Flogaus-Faust · CC BY 4.0 · über Wikimedia Commons