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Aussaat-Ratgeber · Knöterichgewächse

Rhabarber pflanzen: wann und wie

Rhabarber pflanzt du im Herbst oder zeitigen Frühjahr. Im ersten Jahr nichts ernten, im zweiten wenig, ab dem dritten richtig, und zwar bis Ende Juni.

Fakten geprüft am 26. September 2026

Zwei große Rhabarberstauden an einem weißen Lattenzaun
Foto: Øyvind Holmstad · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons

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Für gemäßigtes Klima (Mitteleuropa). Growie verschiebt diese Fenster auf den letzten und ersten Frost in deinem Garten.

Anbau auf einen Blick

Pflanzzeit
Oktober–März, in der Ruhezeit
Pflanztiefe
Knospen auf Bodenhöhe bis 2 cm tief
Abstand
75–100 cm nach allen Seiten, etwa 1 m² pro Pflanze
Im Hochbeet 120 × 80 cm
1 Pflanze, nur in einem tiefen Beet
Erste Ernte
Wenige Stangen im 2. Jahr, voll ab dem 3.
Erntezeit
April bis Ende Juni (Johanni)
Teilen
Etwa alle 5 Jahre
Blätter
Giftig, aber gut für den Kompost

Wann Rhabarber pflanzen?

Rhabarber ist eine Staude, die viele Jahre am selben Platz bleibt; er wird gepflanzt, nicht gesät. Setz ruhende Pflanzen oder Teilstücke des Wurzelstocks im Herbst, wenn die Blätter eingezogen sind, oder im zeitigen Frühjahr vor dem kräftigen Austrieb. Wurzelware gibt es etwa von November bis März. Topfpflanzen kannst du fast jederzeit setzen, am leichtesten im Frühjahr oder Herbst.

Rhabarber braucht einen kalten Winter, um im Frühjahr auszutreiben, und passt deshalb gut zu mitteleuropäischen Wintern. Empfindlich sind nur die jungen Austriebe gegenüber Spätfrost, meide also Frostsenken.

Gekräuselte junge Rhabarberblätter und rote Knospen treiben im Frühjahr aus dunkler Erde
Foto: Cephas · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons

Quellen: RHS, Hortipendium

So pflanzt du Rhabarber

Rhabarber mag einen offenen, sonnigen Platz, verträgt aber lichten Schatten. Er braucht tiefgründigen, nährstoffreichen Boden, der Feuchtigkeit hält, aber nie nass steht: Die Wurzeln reichen etwa einen Meter tief, und in Staunässe fault der Wurzelstock. Rhabarber ist ein Starkzehrer, arbeite vor dem Pflanzen zwei Eimer gut verrotteten Mist oder Kompost pro Quadratmeter ein.

Setz jede Pflanze so, dass die Knospen auf Bodenhöhe oder knapp darunter sitzen, höchstens etwa 2 cm tief. Auf schwerem oder nassem Boden lieber so, dass die Knospenspitzen gerade herausschauen. Andrücken und angießen.

Jede Pflanze braucht etwa einen Quadratmeter, also 75–100 cm nach allen Seiten. In ein Hochbeet von 120 × 80 cm passt damit eine Pflanze, und auch nur, wenn es tief genug ist; im Gartenboden fühlt sich Rhabarber wohler.

Kauf gesunde Pflanzen oder nimm ein Teilstück von einer kräftigen, gesunden Staude. Ein gutes Teilstück wiegt mindestens 400 bis 500 g und hat mindestens eine kräftige Knospe.

Quellen: RHS, Hortipendium, Wikipedia

Pflege: Mulch, Blüten und Teilen

Verteil jedes Frühjahr eine etwa 7 cm dicke Mulchschicht aus gut verrottetem Mist oder Kompost um die Pflanze, ohne das Herz zu bedecken. Auf ordentlichem Boden reicht das als Düngung. Gieß bei längerer Trockenheit, vor allem im ersten Jahr.

Im Frühsommer schiebt Rhabarber hohe Blütenstände. Brich oder schneid sie am Grund ab, sobald du sie siehst; die Blüte kostet Kraft, die sonst in die Stangen geht.

Nach etwa fünf Jahren wird die Staude dicht und die Stangen dünner. Grab sie in der Ruhezeit aus, teil sie mit dem Spaten in Stücke mit je mindestens einer kräftigen Knospe und setz die gesündesten Stücke in frisch vorbereiteten Boden.

Ein cremeweißer Rhabarber-Blütenstand vor grünem Laub
Blütenstände früh entfernen. Foto: Øyvind Holmstad · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons

Quellen: RHS, Hortipendium, Wikipedia

Ernte: wann, wie viel und warum Schluss zu Johanni

Beim Rhabarber zahlt sich Geduld aus. Im ersten Jahr erntest du gar nicht, damit die Pflanze Wurzeln bilden kann. Im zweiten Jahr nur wenige Stangen, ab dem dritten kannst du normal ernten.

Die Saison läuft etwa von April oder Mai bis Ende Juni. Nimm nie mehr als etwa ein Drittel der Stangen auf einmal. Fass die Stange nah am Grund und zieh sie mit einer leichten Drehung heraus, statt sie abzuschneiden: Stummel können faulen.

Ende Juni ist Schluss. Traditionell endet die Ernte am Johannistag, dem 24. Juni. Danach braucht die Pflanze ihre Blätter, um Reserven fürs nächste Jahr aufzubauen, und die Stangen werden im Lauf der Saison zäher und enthalten mehr Oxalsäure.

Schneid die Blätter gleich nach der Ernte ab. Sie enthalten viel Oxalsäure und sind giftig, also nie essen; auf dem Kompost sind sie aber unbedenklich, dort wird die Säure abgebaut.

Quellen: RHS, Hortipendium, Wikipedia

Treiben für eine frühe Ernte

Für zarte, hellrosa Stangen Wochen vor der Haupternte stülpst du im Hochwinter einen Treibtopf, einen hohen Eimer oder eine umgedrehte Tonne über eine eingewachsene Pflanze, sodass die neuen Triebe im Dunkeln wachsen. Nach etwa vier bis acht Wochen kannst du ernten.

Das Treiben kostet die Pflanze viel Kraft. Treib nur kräftige, eingewachsene Pflanzen und dieselbe Pflanze nicht zwei Jahre hintereinander. Frühe Sorten wie 'Timperley Early' eignen sich am besten.

Rhabarber-Treibtöpfe aus Terrakotta in einem ummauerten Küchengarten im Winter
Foto: M J Richardson · CC BY-SA 2.0 · über Wikimedia Commons

Quellen: RHS, Wikipedia

Probleme und Standortwechsel

Rhabarber ist robust, aber ein paar Dinge können schiefgehen. Das Wichtigste ist Fäulnis am Wurzelstock, fast immer auf nassem, schlecht durchlässigem Boden; schneid faule Teile rasch heraus und setz die Pflanze um, wenn der Platz nass bleibt. Schnecken fressen die jungen Austriebe, und Spätfrost kann sie schädigen.

Blattfleckenkrankheiten wie Ramularia machen braune Flecken auf den Blättern, schaden aber selten viel. Schwache, kümmerliche Pflanzen mit gescheckten Blättern tragen vielleicht ein Virus: ausgraben und mit gesunden Pflanzen neu anfangen.

Rhabarber gehört mit Sauerampfer und Buchweizen zu den Knöterichgewächsen. Er bleibt jahrelang am selben Platz und läuft deshalb nicht in der Gemüse-Fruchtfolge mit. Nach dem Teilen setzt du ihn in frisch mit Mist oder Kompost versorgten Boden.

Quellen: RHS, Hortipendium, Wikipedia

Häufige Fragen

Kann man Rhabarber im ersten Jahr ernten?

Nein. Lass ihn im ersten Jahr in Ruhe, damit er gut einwurzelt. Im zweiten Jahr nur wenige Stangen, ab dem dritten normal ernten.

Warum wird Rhabarber nur bis Johanni geerntet?

Ab Ende Juni braucht die Pflanze ihre Blätter, um Kraft fürs nächste Jahr zu sammeln, und ältere Stangen werden zäher und enthalten mehr Oxalsäure. Traditioneller Schluss ist der Johannistag, der 24. Juni.

Rhabarber schneiden oder abdrehen?

Abdrehen: Fass die Stange nah am Grund und zieh sie mit einer leichten Drehung heraus. Zurückbleibende Schnittstummel können faulen.

Sind Rhabarberblätter giftig?

Ja, sie enthalten viel Oxalsäure und dürfen nicht gegessen werden. Auf den Kompost kannst du sie aber bedenkenlos geben.

Soll man die Rhabarberblüte entfernen?

Ja, so früh wie möglich. Die Blüte kostet Kraft, die sonst in die Stangen geht.

Wann teilt man Rhabarber?

Etwa alle fünf Jahre, im Herbst oder zeitigen Frühjahr in der Ruhezeit. Jedes Teilstück braucht mindestens eine kräftige Knospe.

Kann man Rhabarber im Hochbeet anbauen?

In ein Hochbeet von 120 × 80 cm passt nur eine Pflanze, und ihre Wurzeln reichen etwa einen Meter tief. Ein Platz im Gartenboden oder ein sehr großer, tiefer Kübel passt besser.

Eine Tüte Rhabarber zur Hand?

Fotografier sie — Growie liest die Tüte, setzt sie in deinen Plan und erinnert dich ans Säen, Gießen und Ernten.

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Quellen

Jeder Wert hier ist durch mindestens zwei unabhängige Quellen belegt oder als Spanne angegeben, wo sie voneinander abweichen.

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