Aussaat-Ratgeber · Kürbisgewächse
Gurken pflanzen: wann und wie
Gurken ziehst du im April oder Anfang Mai vor und pflanzt sie nach den Eisheiligen aus. Geerntet wird von Juli bis September, zwei- bis dreimal pro Woche.
Fakten geprüft am 26. September 2026

Aussaatkalender
Für gemäßigtes Klima (Mitteleuropa). Growie verschiebt diese Fenster auf den letzten und ersten Frost in deinem Garten.
Anbau auf einen Blick
- Vorziehen
- April bis Anfang Mai, 3–4 Wochen vor dem Auspflanzen
- Wärme
- Keimt am besten bei 20–28°C; auspflanzen, wenn die Nächte über 12°C bleiben
- Saattiefe
- 1–3 cm, Samen hochkant
- Abstand
- 30–40 cm am Rankgitter; am Boden 100–140 cm zwischen den Reihen
- Im Hochbeet 120 × 80 cm
- 3–4 Pflanzen an einem Rankgitter an der Längsseite
- Standort
- Sonnig, windgeschützt, humoser feuchter Boden, pH 6–7
- Ernte
- Juli–September, 2–3-mal pro Woche pflücken
- Fruchtfolge
- 3–4 Jahre Pause für Kürbisgewächse; Starkzehrer
Wann Gurken säen und pflanzen?
Gurken mögen es warm. Frost überleben sie nicht, und schon ein paar kühle Nächte unter etwa 12°C bremsen sie für Wochen aus. Den Zeitplan bestimmt deshalb der letzte Frost, nicht die Frage, wie früh die Samen keimen könnten.
Für Freilandgurken säst du von Mitte April bis Anfang Mai im Haus aus. Nach drei bis vier Wochen sind die Jungpflanzen so weit, und das fällt genau in die Zeit nach den Eisheiligen Mitte Mai. Wer früher sät, hat nur vergeilte Pflanzen, die auf der Fensterbank warten.
Fürs unbeheizte Gewächshaus oder den Folientunnel säst du im April und pflanzt ab Mitte Mai. Im beheizten Gewächshaus geht es schon ab Ende Februar oder März.
Direkt ins Beet säen kannst du, sobald der Boden warm ist: in milden Lagen ab Mitte Mai, sonst Ende Mai bis Anfang Juni. Leg zwei bis drei Samen pro Stelle und lass den kräftigsten Keimling stehen.
- Ein Bodenthermometer schafft Klarheit: Unter 12°C liegen Gurkensamen nur im Boden und faulen.

Quellen: RHS, Garden Organic, LWG Bayern, Kiepenkerl, Bingenheimer Saatgut, Clemson HGIC
So säst und pflanzt du Gurken
Leg ein bis zwei Samen hochkant und 1–3 cm tief in einen Topf von 9–10 cm mit Anzucht- oder Gemüseerde. Halte sie warm: Bei 20–28°C keimen sie am schnellsten, meist innerhalb von ein bis zwei Wochen, oft schneller. Danach stellst du sie hell und etwas kühler, um 20°C, damit sie kompakt bleiben.
Vor dem Auspflanzen härtest du die Jungpflanzen etwa eine Woche lang ab, indem du sie tagsüber nach draußen stellst. Gepflanzt wird, sobald sie ein paar echte Blätter haben, nicht tiefer als im Topf, und angegossen mit Wasser, das nicht eiskalt ist.
Such den sonnigsten, geschütztesten Platz aus und arbeite vorher reichlich Kompost oder gut verrotteten Mist ein. Gurken sind Starkzehrer und brauchen einen gleichmäßig feuchten, aber durchlässigen Boden. Ideal ist ein pH-Wert um 6 bis 7.
An einem Rankgitter, Netz oder an Schnüren sparst du Platz, die Früchte bleiben sauber und gerade, und das Laub trocknet schneller ab, was gegen Mehltau hilft. Am Rankgitter brauchen die Pflanzen 30–40 cm Abstand. Lässt du Freilandgurken am Boden ranken, rechne mit 100–140 cm zwischen den Reihen. In ein Hochbeet von 120 × 80 cm passen drei bis vier Pflanzen an einem Gitter entlang der Längsseite.

Quellen: RHS, Garden Organic, Kiepenkerl, Bingenheimer Saatgut, LWG Bayern, Oregon State Extension, Clemson HGIC
Gießen, düngen und leiten
Gurken bestehen fast nur aus Wasser und wollen gleichmäßig versorgt werden. Halte den Boden gleichmäßig feucht und gieß morgens direkt an den Fuß, damit die Blätter tagsüber abtrocknen. Im Kübel oder Pflanzsack brauchen sie an heißen Tagen oft täglich Wasser. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Stroh hält die Feuchtigkeit im Boden.
Sobald die ersten Früchte ansetzen, düngst du alle ein bis drei Wochen nach. Ein Flüssigdünger für Gemüse reicht, ab der Blüte gern ein kaliumbetonter Tomatendünger; im Biogarten geht verdünnte Brennnesseljauche.
Gewächshausgurken wachsen schnell in die Höhe. Binde den Haupttrieb an eine Schnur oder einen Stab und kappe die Spitze, wenn er das Dach erreicht. Seitentriebe kürzt du zwei Blätter hinter einer weiblichen Blüte, das ist die mit der winzigen Gurke dahinter.
Im Gewächshaus sind tagsüber 18–25°C ideal. An heißen Tagen feuchtest du den Boden an, damit die Luft nicht zu trocken wird, denn trockene Hitze lieben die Spinnmilben.
Quellen: RHS, Garden Organic, Bingenheimer Saatgut, Kiepenkerl, LWG Bayern, USU Extension
Ernten und lagern
Die ersten Gurken sind meist zwei bis drei Monate nach der Aussaat reif: im Freiland ab Juli, unter Glas früher, und weiter bis zu den ersten kalten Nächten im September. Wenn die Pflanzen tragen, erntest du zwei- bis dreimal pro Woche. Lässt du Früchte dick und gelb werden, stellt die Pflanze den Ansatz neuer Gurken ein.
Einlegegurken erntest du klein, bei etwa 5–15 cm. Salatgurken sind mit 15–25 cm reif, oder wenn die Seiten parallel verlaufen und die Schale noch fest und glänzend ist. Gelbe, bauchige oder weiche Früchte sind überreif. Schneid sie mit Messer oder Schere ab, statt sie abzureißen.
Kälte vertragen Gurken schlecht; im Kühlschrank werden sie schnell weich und wässrig. Lagere sie kühl, am besten um 10–13°C, und iss sie innerhalb von ein bis zwei Wochen.
Quellen: RHS, Garden Organic, Hortipendium, Oregon State Extension, Clemson HGIC, USU Extension, Bingenheimer Saatgut
Schlangengurke, Einlegegurke oder Freilandgurke?
Freilandgurken sind die Robusten. Ihre Früchte sind kürzer, oft warzig oder stachelig, und die Pflanzen kommen auch mit einem kühleren Sommer zurecht. Sie tragen männliche und weibliche Blüten und brauchen Bienen zur Bestäubung, lass die männlichen Blüten also dran. Auch Einlegegurken gehören hierher; sie werden klein geerntet.
Schlangengurken sind die langen, glatten Salatgurken aus dem Laden. Die meisten modernen Sorten sind rein weiblich und parthenokarp: Sie setzen ohne Bestäubung Früchte an. Sie brauchen Wärme und Schutz, im Freiland gelingen sie nur in warmen Sommern richtig.
Zeigt eine rein weibliche Sorte doch einmal eine männliche Blüte, knips sie ab. Bestäubte Früchte werden bei diesen Sorten leicht bitter und krumm.
Dazwischen liegen Mini- oder Snackgurken. Einige davon sind parthenokarp und trotzdem robust genug für ein warmes, geschütztes Beet im Freien, also eine gute Wahl fürs Hochbeet.

Quellen: RHS, Bingenheimer Saatgut, Kiepenkerl, LWG Bayern, Clemson HGIC, Oregon State Extension
Probleme, Schädlinge und Fruchtfolge
Echter Mehltau überzieht die Blattoberseite mit einem weißen, mehligen Belag. Falscher Mehltau zeigt sich als gelbliche, eckige Flecken zwischen den Blattadern mit grauem Pilzrasen auf der Unterseite und breitet sich bei nassem Wetter schnell aus. Gegen beide hilft: morgens an den Fuß gießen, luftig pflanzen und tolerante oder resistente Sorten wählen.
Das Gurkenmosaikvirus macht die Blätter gelb gescheckt und kraus, die Pflanzen bleiben klein, die Früchte verformt. Übertragen wird es von Blattläusen. Heilen lässt es sich nicht: Befallene Pflanzen kommen in den Restmüll, und das Beet hältst du frei von Unkraut, das das Virus beherbergen kann.
Spinnmilben lieben heiße, trockene Luft, vor allem im Gewächshaus, und hinterlassen hell gesprenkelte Blätter. Schnecken machen sich über junge Pflanzen her, schütze sie in den ersten Wochen.
Bittere Gurken sind ein Stresszeichen: Hitze, Kälte, Trockenheit oder unregelmäßiges Gießen. Die Bitterstoffe sitzen vor allem am Stielende und in der Schale, Abschneiden und Schälen hilft. Viele männliche Blüten und keine Früchte zu Saisonbeginn sind normal; die männlichen Blüten kommen zuerst, die weiblichen folgen.
Gurken gehören mit Zucchini, Kürbis und Melone zu den Kürbisgewächsen. Lass drei bis vier Jahre vergehen, bevor eines davon wieder am selben Platz wächst.

Quellen: LWG Bayern, RHS, Kiepenkerl, Bingenheimer Saatgut, Oregon State Extension, USU Extension, Clemson HGIC
Gute Nachbarn?
Mischkultur-Tabellen stellen Gurken gern neben Dill, Buschbohnen, Salat, Kohlrabi oder Radieschen. Belastbare Belege für diese Paare haben wir nicht gefunden, es ist Gärtnerwissen. Niedrige Kulturen am Fuß des Rankgitters nutzen den Platz gut, solange sie den Gurken nicht das Wasser streitig machen.
Mit gutem Grund gilt: Keine Kürbisgewächse direkt nach Gurken, weil sie Mehltau, Viren und Bodenprobleme teilen.
Quellen: RHS, Bingenheimer Saatgut, LWG Bayern, Oregon State Extension
Häufige Fragen
Wann sät man Gurken aus?
Im Haus von Mitte April bis Anfang Mai, drei bis vier Wochen vor dem Auspflanzen nach den Eisheiligen. Direkt ins Beet in milden Lagen ab Mitte Mai, sonst Ende Mai bis Anfang Juni. Im beheizten Gewächshaus ab Ende Februar.
Wann darf man Gurken auspflanzen?
Wenn kein Frost mehr droht und die Nächte über etwa 12°C bleiben, also nach den Eisheiligen Mitte Mai. Vorher eine Woche abhärten.
Welchen Pflanzabstand brauchen Gurken?
Am Rankgitter 30–40 cm zwischen den Pflanzen. Am Boden rankend 100–140 cm zwischen den Reihen. In ein Hochbeet von 120 × 80 cm passen drei bis vier Pflanzen.
Warum sind meine Gurken bitter?
Stress durch Hitze, Kälte, Trockenheit oder unregelmäßiges Gießen lässt die Pflanze Bitterstoffe bilden, vor allem in Schale und Stielende. Bei rein weiblichen Schlangengurken kann auch eine Bestäubung durch eine männliche Blüte schuld sein.
Soll man männliche Gurkenblüten entfernen?
Nur bei rein weiblichen Schlangengurken. Freiland- und Einlegegurken brauchen die männlichen Blüten, damit Bienen die weiblichen bestäuben können.
Warum fallen die Gurkenblüten ohne Frucht ab?
Die ersten Blüten sind männlich und fallen von selbst ab. Die weiblichen mit der kleinen Gurke dahinter folgen meist ein bis zwei Wochen später. Fallen auch sie ab, liegt es oft an Kälte, fehlenden Bienen oder Stress.
Kann man Schlangengurken im Freiland anbauen?
An einem warmen, geschützten Platz und in einem guten Sommer ja, aber weniger zuverlässig. Für das offene Beet sind Freiland-, Einlege- oder robuste Minigurken die sicherere Wahl.
Eine Tüte Gurken zur Hand?
Fotografier sie — Growie liest die Tüte, setzt sie in deinen Plan und erinnert dich ans Säen, Gießen und Ernten.
Garten kostenlos planenQuellen
Jeder Wert hier ist durch mindestens zwei unabhängige Quellen belegt oder als Spanne angegeben, wo sie voneinander abweichen.
- RHS: How to grow cucumbers
- RHS: Cucumber mosaic virus
- RHS: Companion planting
- Garden Organic: Cucumber
- LWG Bayern: Infoschrift Gurkenanbau im Freiland
- Hortipendium: Gurken im Hausgarten
- Kiepenkerl: Gurken: Anbau, Pflege, Ernte
- Bingenheimer Saatgut: Gurke: Frische aus eigener Ernte
- Oregon State Extension: Grow your own cucumbers
- Clemson HGIC: Cucumber
- USU Extension: Cucumber in the Garden
Bildnachweise
- An Schnüren gezogene Gurkenpflanzen im Gewächshaus mit gelben Blüten und jungen Früchten — Foto: Forest and Kim Starr · CC BY 3.0 US · über Wikimedia Commons
- Junge Gurkensämlinge in kleinen Töpfen auf einer sonnigen Fensterbank — Foto: Breanna Larow · CC BY 3.0 · über Wikimedia Commons
- Junge Gurkenpflanzen an Stäben in einem Beet im Folientunnel — Foto: Michael Garlick (HARTLEPOOLMARINA2014) · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons
- Weibliche Blüte einer Einlegegurke mit der kleinen stacheligen Frucht dahinter — Foto: Josef Schlaghecken · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons
- Gurkenblätter mit eckigen gelben Flecken von Falschem Mehltau — Foto: Wee Hong · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons