Alle Aussaat-Ratgeber

Aussaat-Ratgeber · Kreuzblütler

Weißkohl, Rotkohl und Wirsing pflanzen: wann und wie

Kohl säst du von Februar bis Mai und pflanzt ihn von April bis Juni. Frühe Sorten erntest du im Sommer, Lager- und Wirsingkohl ab Herbst bis in den Winter.

Fakten geprüft am 26. September 2026

Ein fester Weißkohlkopf zwischen blaugrünen Umblättern
Foto: George Chernilevsky · Public domain · über Wikimedia Commons

Aussaatkalender

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
VorziehenDirektsaat

Für gemäßigtes Klima (Mitteleuropa). Growie verschiebt diese Fenster auf den letzten und ersten Frost in deinem Garten.

Anbau auf einen Blick

Aussaat
Februar–Mai, je nach Sorte
Saattiefe
1–2 cm
Abstand
30–40 cm für frühe, 45–50 cm für große Köpfe
Im Hochbeet 120 × 80 cm
4 große Köpfe, bis zu 8 kleine frühe
Nährstoffbedarf
Starkzehrer, fester Boden, pH um 7
Ernte
Juni–November; Wirsing bis in den Winter
Lagerung
Späte Köpfe halten kühl und frostfrei monatelang
Fruchtfolge
Mindestens 4 Jahre Pause für alle Kreuzblütler

Wann Kohl säen und pflanzen?

Kopfkohl gibt es für jede Jahreszeit, und die Sorte bestimmt den Zeitplan. Früh- und Spitzkohl säst du im Februar oder März drinnen und pflanzt ihn ab Ende März oder April unter Vlies. Er ist ab Frühsommer erntereif.

Sommer- und Herbstkohl säst du von März bis Mitte Mai und pflanzt ihn von Mitte Mai bis Juni. Er braucht ab der Saat rund 20 Wochen und wird von Juli bis Oktober geerntet.

Lager-Weißkohl, Rotkohl und Wirsing kommen zuletzt: Aussaat im April oder Mai, Pflanzung im Juni. Wirsing und Winterkohl stehen ab Oktober bis in den Winter im Beet, Weiß- und Rotkohl für das Lager erntest du im Herbst.

Übertreib es mit den ersten Pflanzungen nicht. Eine längere Kälteperiode nach dem Pflanzen kann junge Kohlpflanzen zum Schossen bringen, statt dass sie einen Kopf bilden. Warte mildes Wetter ab und deck frühe Pflanzungen mit Vlies ab.

Quellen: RHS, Garden Organic, Hortipendium

So säst und pflanzt du Kohl

Säe 1–2 cm tief in Multitopfplatten, kleine Töpfe oder ein Anzuchtbeet, je zwei Samen pro Stelle, und lass den kräftigsten stehen. Die Keimlinge erscheinen nach ein bis zwei Wochen. Nach etwa fünf Wochen, mit 10–15 cm Höhe und fünf bis sechs echten Blättern, sind sie pflanzfertig.

Such dir einen sonnigen Platz mit tiefgründigem, nährstoffreichem Boden. Arbeite etwa zwei Eimer Kompost pro Quadratmeter ein, prüf den pH-Wert und kalke saure Böden: Um 7 fühlt sich Kohl wohl, und die Kohlhernie hat es schwer. Danach trittst du das Beet fest, denn alle Kohlarten mögen festen Stand.

Setz jede Jungpflanze etwas tiefer, als sie stand, bis zu den unteren Blättern, drück sie fest und gieß gut an. Früh- und Spitzkohl brauchen 30–40 cm Pflanzabstand, große Lagerköpfe und Wirsing 45–50 cm, zwischen den Reihen 50–60 cm. Enger gepflanzt werden die Köpfe kleiner, was für kleine Haushalte praktisch sein kann.

In ein Hochbeet von 120 × 80 cm passen vier große oder bis zu acht kleine frühe Kohlköpfe.

Kohl-Jungpflanzen in kleinen Töpfen im Gewächshaus
Foto: Kolforn · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons

Quellen: RHS, Garden Organic, Hortipendium, LWK NRW

Düngen und gießen

Kohl ist ein Starkzehrer. Auf gutem Boden trägt ihn der eingearbeitete Kompost ein gutes Stück. Wenn die Pflanzen angewachsen sind und bevor sie Köpfe bilden, hilft ein stickstoffreicher organischer Dünger, falls sie blass bleiben oder langsam wachsen. Übertreib es nicht: Weiches, mastiges Gewebe lockt Blattläuse und Raupen an.

Gieß bei Trockenheit, lieber kräftig als täglich ein bisschen; in den meisten Sommern reicht etwa alle zehn Tage. Mulch hält den Boden zwischendurch feucht. Halte Unkraut kurz, solange die Pflanzen klein sind.

Quellen: LWG Bayern, RHS, Garden Organic

Ernten und lagern

Ernte den Kohl, sobald sich der Kopf beim Draufdrücken fest anfühlt. Wie groß er wird, hängt von Sorte und Pflanzabstand ab. Schneid den Strunk knapp über den untersten Blättern ab.

Bei Früh- und Sommerkohl kannst du in den stehengebliebenen Strunk ein etwa 1 cm tiefes Kreuz schneiden. Oft treibt er nach einigen Wochen noch ein paar kleine Köpfe aus.

Köpfe für das Lager erntest du im Herbst so spät wie möglich, trocken und ohne Verletzungen. Kühl, trocken und frostfrei auf Lattenrosten oder aufgehängt hält später Weiß- und Rotkohl mehrere Monate, knapp über 0°C bei hoher Luftfeuchte bis zu etwa fünf. Sommerkohl hält im Kühlschrank ein bis zwei Wochen.

Wirsing und Winterkohl sind sehr winterhart und dürfen einfach im Beet stehen bleiben, bis du sie brauchst.

Quellen: RHS, Garden Organic, Hortipendium, UMD Extension

Weißkohl, Rotkohl, Wirsing oder Spitzkohl?

Weißkohl bildet feste, glatte Köpfe und ist der Kohl für Sauerkraut und Krautsalat. Späte Sorten lassen sich am besten lagern. Rotkohl baust du genauso an, auch er hält sich gut. In Österreich und Süddeutschland heißt Weißkohl Kraut oder Weißkraut, in der Schweiz Kabis.

Wirsing hat krause, blasige Blätter und einen lockereren Kopf. Zusammen mit Winterkohl ist er der Kohl, der draußen bleibt und von Herbst bis in den Winter geerntet wird. Spitzkohl wächst schnell, ist zart und ideal für frühe Sätze.

Ist die Kohlhernie schon in deinem Boden, lohnen sich resistente F1-Sorten wie 'Kilaxy', 'Kilaton' oder 'Kalibro'.

Ein Wirsing mit krausen Blättern im Gartenbeet
Foto: Kolforn · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons

Quellen: RHS, Garden Organic, Hortipendium, Wikipedia

Schädlinge, Krankheiten und Fruchtfolge

Die Raupen des Kohlweißlings sind der klassische Kohlschädling. Sie fressen etwa von Mai bis Oktober, manche bohren sich bis ins Kopfinnere. Kontrolliere wöchentlich die Blattunterseiten, zerdrück die gelben Eigelege und sammle die Raupen ab, oder halte die Falter mit einem Netz fern.

Die Kleine Kohlfliege legt ab Ende April ihre Eier an den Stängelgrund. Die weißen Maden fressen die Wurzeln, junge Pflanzen welken und sterben ab, am häufigsten nach der ersten Generation im späten Frühjahr. Leg bei der Pflanzung eine Manschette von 8–15 cm Durchmesser eng um jeden Stängel oder deck das Beet mit einem Netz ab.

Ein Kulturschutznetz direkt nach der Pflanzung ist der zuverlässigste Schutz. Etwa 1,35 mm Maschenweite hält Kohlweißling und Kohlfliege fern, 0,8 mm auch Erdflöhe und die Mehlige Kohlblattlaus. Grab die Ränder ein und nimm das Netz nur kurz zum Jäten ab.

Auch Schnecken, Tauben, die Mehlige Kohlblattlaus und die Weiße Fliege mögen Kohl. Entferne die ersten Blattlauskolonien, sobald du sie siehst, und spül Weiße Fliegen mit einem kräftigen Wasserstrahl von den Blattunterseiten.

Ernst wird es bei der Kohlhernie. Die Wurzeln schwellen zu festen, unförmigen Wucherungen an, die Pflanzen welken bei Wärme und kümmern. Die Sporen überdauern viele Jahre im Boden, bis zu 20. Kalke auf einen pH-Wert um 7, zieh die Pflanzen in Töpfen vor, damit sie mit kräftigem Wurzelballen ins Beet kommen, entsorg befallene Wurzeln im Restmüll und lass mindestens vier Jahre verstreichen, bevor wieder Kreuzblütler auf die Fläche kommen; nach einem Befall sieben Jahre oder mehr.

Kohl gehört zu den Kreuzblütlern (Brassicaceae), wie Grünkohl, Brokkoli, Blumenkohl, Kohlrabi, Rosenkohl, Radieschen, Rüben und Rucola. Sie alle zählen für die Fruchtfolge, auch Senf als Gründüngung.

Eine grüne Raupe des Kleinen Kohlweißlings an einem Kohlblattstiel
Raupe des Kleinen Kohlweißlings an Kohl in einem Garten im Saarland. Foto: Simon Mannweiler · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons

Quellen: RHS, LWK NRW, Hortipendium, BDG, Kiepenkerl

Gute Nachbarn?

Mischkultur-Tabellen setzen Kohl neben Sellerie, Tomaten, Salat, Spinat oder Bohnen und behaupten manchmal, der Geruch von Tomaten oder Sellerie halte den Kohlweißling fern. Gute Belege dafür haben wir nicht gefunden, es ist Gärtnerwissen.

Durch Forschung gestützt ist dagegen: Eine niedrige Untersaat aus Klee zwischen den Kohlpflanzen versteckt sie vor der Kohlfliege, die nach Pflanzen in nacktem Boden sucht. Gemischte Pflanzungen haben allgemein weniger Schädlinge als ein Beet mit nur einer Kultur.

Quellen: RHS

Häufige Fragen

Wann pflanzt man Kohl?

Frühkohl ab Ende März oder April unter Vlies, Sommer- und Herbstkohl von Mitte Mai bis Juni, Lagerkohl und Wirsing im Juni.

Welchen Pflanzabstand braucht Kohl?

Früh- und Spitzkohl 30–40 cm, große Lagerköpfe und Wirsing 45–50 cm, zwischen den Reihen 50–60 cm.

Wann ist Kohl erntereif?

Wenn sich der Kopf beim Draufdrücken fest anfühlt. Lagerkohl erntest du im Herbst so spät wie möglich.

Warum hat mein Kohl Löcher in den Blättern?

Meist sind es Raupen des Kohlweißlings, auch Schnecken und Erdflöhe hinterlassen Löcher. Such die Blattunterseiten nach gelben Eiern und grünen oder gelb-schwarzen Raupen ab und deck die Pflanzen mit einem feinen Netz ab.

Warum welkt mein Kohl, obwohl der Boden feucht ist?

Zieh eine Pflanze heraus und schau dir die Wurzeln an. Weiße Maden deuten auf die Kohlfliege, verdickte, keulenförmige Wurzeln auf Kohlhernie. Beidem beugst du besser vor, als es zu bekämpfen.

Treibt ein Kohlstrunk noch einmal aus?

Oft ja. Schneid ein etwa 1 cm tiefes Kreuz in den Strunk von Früh- oder Sommerkohl, dann bildet er oft noch ein paar kleine Köpfe.

Wie lagert man Kohl über den Winter?

Späten Weiß- oder Rotkohl unbeschädigt ernten und kühl, trocken und frostfrei auf Latten oder aufgehängt lagern. So hält er mehrere Monate.

Eine Tüte Weißkohl zur Hand?

Fotografier sie — Growie liest die Tüte, setzt sie in deinen Plan und erinnert dich ans Säen, Gießen und Ernten.

Garten kostenlos planen

Quellen

Jeder Wert hier ist durch mindestens zwei unabhängige Quellen belegt oder als Spanne angegeben, wo sie voneinander abweichen.

Bildnachweise