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Aussaat-Ratgeber · Kreuzblütler

Kresse säen: auf der Fensterbank und im Beet

Kresse wächst ganzjährig auf der Fensterbank und ist nach etwa einer Woche fertig. Im Beet säst du sie von März bis September und schneidest nach zwei bis drei Wochen.

Fakten geprüft am 26. September 2026

Eine dicht bewachsene Schale mit hellgrüner Gartenkresse
Foto: Diego Delso · CC BY-SA 3.0 · über Wikimedia Commons

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Für gemäßigtes Klima (Mitteleuropa). Growie verschiebt diese Fenster auf den letzten und ersten Frost in deinem Garten.

Anbau auf einen Blick

Saattiefe
Nur andrücken oder hauchdünn bedecken, höchstens 0.5 cm
Fensterbank
Ganzjährig, fertig nach 7–14 Tagen
Freiland
März–September, am besten Frühjahr und Spätsommer
Keimung
Ab etwa 5°C, am schnellsten bei 20–25°C
Reihenabstand
10–15 cm, dicht gesät, nicht vereinzeln
Ernte
Bei 5–10 cm schneiden, vor der Blüte
Standort
Sonnig bis halbschattig, im Sommer halbschattig
Fruchtfolge
Kreuzblütler: 3–4 Jahre Pause für Kohlgewächse & Co.

Wann Kresse säen?

Auf der Fensterbank jederzeit. Drinnen spielt die Jahreszeit kaum eine Rolle: Kresse keimt nach wenigen Tagen und ist nach ein bis zwei Wochen schnittreif. In den dunkelsten Wintermonaten wächst sie etwas langsamer und länger, klappt aber trotzdem.

Im Freiland säst du von März, sobald sich der Boden bearbeiten lässt, bis September. Am besten gelingt sie im Frühjahr (März bis Mai) und im Spätsommer (August und September). Kresse mag es kühl: Bei Hitze, Trockenheit und langen Tagen schießt sie innerhalb weniger Wochen in die Blüte, die Blätter werden scharf und zäh. Säst du im Juni oder Juli, nimm einen halbschattigen Platz und gieß reichlich.

Weil die Kultur so schnell vorbei ist, säst du am besten wenig und oft: auf der Fensterbank etwa jede Woche eine neue Schale, im Beet alle zwei bis drei Wochen eine kurze Reihe.

Quellen: Hortipendium, RHS, USU Extension, Gardeningetc, Beetfreunde, kraut&rüben

Kresse auf der Fensterbank

Du brauchst eine flache Schale, etwas, das Feuchtigkeit hält, und Samen. Klassisch sind Watte oder ein paar Lagen Küchenpapier; ein bis zwei Zentimeter Anzuchterde gehen genauso gut und ergeben etwas kräftigere Pflänzchen. Feuchte die Unterlage gründlich an und gieß stehendes Wasser ab.

Streu die Samen dicht, sodass sie sich fast berühren, und drück sie leicht an. Abdecken musst du sie nicht: Kresse keimt bei Licht wie im Dunkeln, auf Watte oder Papier liegt sie einfach obenauf. Nach einem Tag quellen die Samen auf und werden schleimig. Das ist normal und hilft ihnen, sich an der Unterlage festzuhalten.

Halte die Unterlage feucht, aber nicht nass, und stell die Schale hell bei Zimmertemperatur auf. In den ersten Tagen hilft eine Sprühflasche. Bei etwa 20°C zeigen sich nach zwei bis vier Tagen die Keimlinge, nach etwa sieben bis vierzehn Tagen ist die Kresse schnittreif: 5–8 cm hoch und mit offenen, grünen Keimblättern.

Schneid sie mit der Schere knapp über der Unterlage ab. So gezogene Kresse wächst kaum nach, setz die nächste Schale also ein paar Tage an, bevor die aktuelle fertig ist.

  • Senf und Kresse zusammen: Senf ist schneller. Säst du ihn zwei bis drei Tage nach der Kresse in dieselbe Schale, sind beide gleichzeitig fertig.
Eine kleine schwarze Schale Kresse von der Seite, mit weißen Stielen und grünen Keimblättern
Foto: Optograph · CC BY-SA 3.0 · über Wikimedia Commons

Quellen: Hortipendium, RHS, Gardeningetc, kraut&rüben, Plantura, PMC

Kresse im Beet aussäen

An den Boden stellt Kresse kaum Ansprüche, solange er feucht bleibt. Harke das Beet feinkrümelig; Kompost oder Dünger braucht die kurze Kultur nicht. Im Frühjahr und Herbst darf es vollsonnig sein, im Sommer hält Halbschatten sie davon ab, zu schnell zu schießen.

Säe dicht in flache Rillen mit 10–15 cm Abstand oder breitwürfig auf eine kleine Fläche. Drück die Samen an oder bedecke sie nur hauchdünn, höchstens 0.5 cm. Anders als bei den meisten Kulturen musst du Schnittkresse nicht vereinzeln, ein dichter Bestand ist genau richtig.

In ein Hochbeet von 120 × 80 cm passen bei 10–15 cm Reihenabstand fünf bis sieben Reihen quer zur Breite. Das ganze Beet voller Kresse brauchst du aber selten. Ein, zwei kurze Reihen alle paar Wochen reichen für einen Haushalt, und Kresse füllt gut Lücken zwischen langsameren Kulturen.

Die Samen keimen schon in kühlem Boden ab etwa 5°C, in der Wärme aber viel schneller: Bei rund 20°C ist sie nach etwa vier Tagen da. Frühe Aussaaten im März brauchen ein bis zwei Wochen bis zum Auflaufen.

Junge Gartenkresse Anfang April in dunkler Erde in einem Kleingartenbeet
Foto: Salicyna · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons

Quellen: Hortipendium, USU Extension, Beetfreunde, kraut&rüben, PMC

Pflege und Ernte

Kresse hat eigentlich nur ein Bedürfnis: Wasser. Lass Erde oder Watte nie austrocknen, sonst wird sie zäh und schießt. Feuchter Boden macht es im Freiland außerdem den Erdflöhen schwerer.

Im Beet ist Kresse zwei bis drei Wochen nach der Aussaat bei etwa 5–10 cm Höhe erntereif. Schneid sie knapp über dem Boden ab oder zupf nach Bedarf junge Blätter. Ernte vor der Blüte: Sobald die kleinen weißen Blüten aufgehen, werden die Blätter scharf und zäh. Ausgewachsene Pflanzen haben ohnehin grobe, gefiederte Blätter und sind etwas ganz anderes als die zarten Keimlinge.

Am besten isst du Kresse direkt nach dem Schneiden, Fensterbank-Kresse musst du nicht waschen. Das scharfe Aroma verfliegt nach dem Schnitt schnell, schneid also nur, was du gerade brauchst.

Quellen: USU Extension, Hortipendium, Beetfreunde, Gardeningetc, kraut&rüben, Plantura

Sorten und Kresse, die keine Gartenkresse ist

Gartenkresse gibt es als einfache, großblättrige und krause Sorten. Großblättrige Kresse bringt etwas mehr Masse, krause Kresse sieht auf dem Teller hübsch aus; angebaut werden alle gleich.

Brunnenkresse (Nasturtium officinale) ist eine andere Pflanze: eine Staude, die in sauberem, fließendem Wasser wächst und im Erwerbsanbau in flachen Wasserbecken gezogen wird. Im Topf, der im Wasser steht, lässt sie sich halten, eine Fensterbank-Aussaat wie Gartenkresse ist sie aber nicht. Wilde Brunnenkresse aus Bächen in Weideland solltest du nicht roh essen, sie kann Parasiten übertragen. Nimm lieber kultivierte Pflanzen.

Barbarakraut oder Winterkresse (Barbarea verna) schmeckt ähnlich wie Brunnenkresse, wächst aber in normaler Gartenerde. Im Spätsommer gesät, ist sie robust genug, um in milden Wintern Blätter zu liefern.

Quellen: Hortipendium, Kiepenkerl, Wikipedia, Gardening Know How, Gardeningetc

Schädlinge, Probleme und Fruchtfolge

Im Freiland sind Erdflöhe der Hauptschädling. Die winzigen schwarzen Käfer springen bei Störung weg und durchlöchern die Blätter mit kleinen Fraßlöchern. Am schlimmsten ist es bei warmem, trockenem Wetter ab dem Frühjahr. Halte den Boden feucht, säe bei kühlem Wetter und deck die Reihe in schlimmen Jahren mit einem feinen Kulturschutznetz ab (etwa 0,8 mm Maschenweite).

Auf der Fensterbank ist die häufigste Sorge „Schimmel“, der sich als Wurzelhaare entpuppt. Junge Kresse bildet einen feinen, gleichmäßigen weißen Flaum um die Wurzeln, am deutlichsten, wenn die Unterlage abtrocknet. Er fällt beim Gießen zusammen und riecht frisch. Echter Schimmel wächst in Flecken, ist oft grau oder grünlich und riecht muffig. Ist es Schimmel, wirf die Schale weg, spül sie aus und gieß beim nächsten Mal weniger und lüfte mehr.

Im Freiland kann gelegentlich Weißer Rost auftreten, weiße, blasige Flecken auf den Blättern. Da du Kresse jung schneidest, spielt er selten eine Rolle. Befallene Blätter nicht verwenden und die nächste Saat an anderer Stelle machen.

Kresse ist ein Kreuzblütler wie Kohl, Radieschen, Rucola und Senf. Sie teilt deren Schädlinge und die Bodenkrankheit Kohlhernie, die bis zu zehn Jahre im Boden bleiben kann. Behandle Kresse in der Fruchtfolge wie Kohl: keine Kresse nach Kresse, und drei bis vier Jahre Pause, mindestens aber zwei, bevor wieder Kreuzblütler ins Beet kommen.

Zwei Kresseblätter, das rechte mit weißen Rostflecken
Gesundes Blatt (links) und Weißer Rost (rechts). Foto: Schlaghecken Josef · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons

Quellen: Hortipendium, Gardeningetc, Beetfreunde, Plantura, BZL

Gute Nachbarn?

Mischkultur-Tabellen setzen Kresse gern neben Radieschen und schreiben ihr ein besseres Radieschen-Aroma zu. Mehr als Gärtnerwissen haben wir dazu nicht gefunden. Weil Kresse nach wenigen Wochen geschnitten ist, macht sie kaum Konkurrenz und passt gut in Lücken zwischen langsameren Kulturen.

Zwei Dinge mit Grund: Kresse teilt die Erdflöhe mit Radieschen, Rucola und jungem Kohl, eine Reihe daneben lockt also dieselben Schädlinge an. Und sie gehört in der Fruchtfolge zu den Kreuzblütlern. Ihr einziges belegtes Talent ist das als Testpflanze: Mit dem Kressetest prüfst du, ob Kompost reif ist, weil die Keimlinge schnell auf Schädliches reagieren.

Quellen: BZL, Hortipendium

Häufige Fragen

Wie lange braucht Kresse?

Auf einer warmen Fensterbank keimt sie nach zwei bis vier Tagen und ist nach etwa sieben bis vierzehn Tagen schnittreif. Im Freiland rechnest du mit zwei bis drei Wochen.

Kresse auf Watte, Küchenpapier oder Erde?

Alle drei klappen. Watte und Küchenpapier sind sauber und schnell, eine dünne Schicht Anzuchterde ergibt etwas kräftigere Kresse. Wichtig ist bei allem: gleichmäßig feucht, aber ohne stehendes Wasser.

Ist der weiße Flaum an meiner Kresse Schimmel?

Meist nicht. Ein gleichmäßiger, feiner weißer Flaum an den Wurzeln, der beim Gießen verschwindet, sind Wurzelhaare. Schimmel wächst fleckig, ist oft grau oder grünlich und riecht muffig.

Wächst Kresse nach dem Schneiden nach?

Fensterbank-Kresse wächst kaum nach, setz lieber jede Woche eine neue Schale an. Im Beet kannst du eine Reihe etwas länger nutzen, wenn du nur junge Blätter zupfst, sie geht aber bald in die Blüte.

Kann man Kresse im Garten aussäen?

Ja, von März bis September in Reihen mit 10–15 cm Abstand. Frühjahr und Spätsommer sind am besten, im Hochsommer braucht sie Halbschatten und viel Wasser, sonst schießt sie.

Ist Kresse ein Lichtkeimer?

Nicht zwingend, Kresse keimt bei Licht und im Dunkeln. Säe sie trotzdem obenauf oder bedecke sie nur hauchdünn, höchstens 0.5 cm.

Ist Brunnenkresse dasselbe wie Gartenkresse?

Nein. Brunnenkresse (Nasturtium officinale) ist eine Wasserpflanze und Staude, Gartenkresse (Lepidium sativum) eine schnelle einjährige Pflanze aus Samen. Kapuzinerkresse ist trotz ihres Namens gar keine Kresse.

Eine Tüte Kresse zur Hand?

Fotografier sie — Growie liest die Tüte, setzt sie in deinen Plan und erinnert dich ans Säen, Gießen und Ernten.

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Quellen

Jeder Wert hier ist durch mindestens zwei unabhängige Quellen belegt oder als Spanne angegeben, wo sie voneinander abweichen.

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