Aussaat-Ratgeber · Kreuzblütler
Rosenkohl pflanzen: wann und wie
Rosenkohl säst du von März bis April, pflanzt ihn von Mitte Mai bis Juni und pflückst die Röschen von Oktober bis Februar von unten nach oben.
Fakten geprüft am 26. September 2026

Aussaatkalender
Für gemäßigtes Klima (Mitteleuropa). Growie verschiebt diese Fenster auf den letzten und ersten Frost in deinem Garten.
Anbau auf einen Blick
- Aussaat
- März–April, pflanzen Mitte Mai–Juni
- Saattiefe
- 1–2 cm
- Abstand
- 60 cm in alle Richtungen
- Im Hochbeet 120 × 80 cm
- 2–3 Pflanzen; sie werden 75–90 cm hoch
- Ernte
- Oktober–Februar, von unten nach oben
- Frost
- Winterhart; Kälte verbessert den Geschmack
- Boden
- Starkzehrer, fester Boden, pH 6,5–7,5
- Fruchtfolge
- Mindestens 4 Jahre Pause für alle Kreuzblütler
Wann Rosenkohl säen und pflanzen?
Rosenkohl braucht eine lange Saison: rund fünf Monate oder mehr von der Saat bis zu den ersten Röschen. Säe von März bis April in Multitopfplatten drinnen oder ins Anzuchtbeet draußen und pflanz von Mitte Mai bis Juni.
Der Zeitpunkt ist wichtiger als bei den meisten Kohlarten. Zu früh gepflanzt bleiben die Röschen oft locker, zu spät gepflanzt bleiben sie klein. Frühe Sorten sind etwa ab September oder Oktober erntereif, die frostharten späten Sorten brauchen bis zu acht Wochen länger und liefern den Winter über.
Für eine lange Ernte setzt du besser eine frühe und eine späte Sorte nebeneinander, statt mehrmals zu säen.
Quellen: RHS, Garden Organic, Hortipendium, Wikipedia
So säst und pflanzt du Rosenkohl
Säe 1–2 cm tief, je zwei Samen pro Topf oder dünn in eine Reihe im Anzuchtbeet, und lass den kräftigsten stehen. Nach ein bis zwei Wochen keimen die Samen. Ausgepflanzt wird mit 10–15 cm Höhe.
Rosenkohl wird 75–90 cm hoch und steht den ganzen Winter über im Wind, er braucht also festen Halt. Bereite das Beet rechtzeitig mit etwa zwei Eimern Kompost pro Quadratmeter vor, kalke saure Böden auf einen pH-Wert von mindestens 6,5 und tritt den Boden vor der Pflanzung fest.
Setz die Pflanzen tief, bis zu den untersten Blättern, drück sie kräftig an und gieß gut an. Der Pflanzabstand liegt bei 60 cm in der Reihe und 60 cm zwischen den Reihen; enger gepflanzt werden die Röschen kleiner. Das ist viel Platz: In ein Hochbeet von 120 × 80 cm passen nur zwei bis drei Pflanzen, Rosenkohl gehört deshalb eher ins Freiland.

Quellen: RHS, Garden Organic, Hortipendium, Wikipedia, UMD Extension
Pflege über Sommer und Herbst
Halte junge Pflanzen feucht und lass sie beim Anwachsen nie austrocknen. Im Spätsommer häufelst du Erde um den Stängelgrund an; hohe Sorten brauchen an windigen Stellen zusätzlich einen Pfahl.
Rosenkohl ist ein Starkzehrer, zu viel Stickstoff schadet aber: Die Pflanzen werden weich und kopflastig, die Röschen locker. Auf mageren Böden gibst du im Juni oder Juli einmal einen stickstoffreichen organischen Dünger, das reicht.
Manche köpfen die Pflanze, sobald sich die untersten Röschen bilden. Dann werden die Röschen am ganzen Stängel gleichzeitig reif, praktisch, wenn du einen ganzen Strunk auf einmal ernten willst. Willst du den Winter über immer ein paar pflücken, lass die Spitze dran.
Quellen: RHS, Garden Organic, LWG Bayern, Hortipendium, UMD Extension, Hortigate
Ernte und die Frage mit dem Frost
Fang unten am Stängel an, dort reifen die Röschen zuerst. Pflück sie, wenn sie fest, geschlossen und etwa walnussgroß sind, 2.5–4 cm Durchmesser, und brich sie mit einem kräftigen Ruck nach unten ab. In den folgenden Wochen arbeitest du dich nach oben vor.
Die Saison läuft etwa von Oktober bis Februar, die Haupternte liegt im November und Dezember. Frühe Sorten starten schon im September.
Rosenkohl schmeckt nach kaltem Wetter tatsächlich süßer, deshalb warten viele auf die ersten Fröste. Wie beim Grünkohl zählt dabei die kühle Phase, nicht der Frost selbst.
In den meisten Regionen Mitteleuropas und Großbritanniens ist Rosenkohl winterhart. Mehrmaliger Frost unter etwa -10°C schadet den Röschen.

Quellen: RHS, Garden Organic, Wikipedia, UMD Extension, Hortipendium
Früh, spät oder rot?
Wähl eine frühe und eine späte Sorte für eine lange Saison. Die späten, frostharten Sorten brauchen bis zu acht Wochen länger bis zur Ernte. Rotblättrige Sorten wie 'Red Bull' sind im Beet ein Hingucker.
Ist dein Boden mit Kohlhernie belastet, lohnen sich die resistenten F1-Sorten 'Crispus' und 'Cryptus'.
Quellen: RHS, Hortipendium
Schädlinge, Krankheiten und Fruchtfolge
Rosenkohl steht fast ein Jahr im Beet und begegnet so jedem Kohlschädling. Die Maden der Kohlfliege töten im späten Frühjahr junge Pflanzen und können sich später im Jahr auch in die Röschen bohren. Eine Manschette von 8–15 cm Durchmesser, bei der Pflanzung eng um jeden Stängel gelegt, hält die erste Generation fern.
Kohlweißlingsraupen fressen etwa von Mai bis Oktober. Kontrolliere wöchentlich die Blattunterseiten und zerdrück die Eigelege, oder halte die Falter mit einem Netz fern. Ein Kulturschutznetz direkt nach der Pflanzung wirkt mit etwa 1,35 mm Maschenweite gegen Raupen und Kohlfliege, mit 0,8 mm auch gegen Erdflöhe und Blattläuse. Bei hohem Rosenkohl braucht es ein Gestell oder Bögen.
Mehlige Kohlblattlaus und Kohlmottenschildlaus (Weiße Fliege) sind typisch für Rosenkohl und Grünkohl, die Weiße Fliege vor allem in warmen, trockenen Spätsommern. Brause die Blattunterseiten ab und räum alte Strünke im Frühjahr ab, denn die Weiße Fliege überwintert daran. Tauben, in Großbritannien ein Winterproblem, hält ein Netz fern.
Bei der Kohlhernie schwellen die Wurzeln zu festen Wucherungen an; die Pflanzen welken an warmen Tagen und kümmern. Die Sporen überleben viele Jahre im Boden, bis zu 20. Kalke auf einen pH-Wert um 7, zieh die Pflanzen in Töpfen vor, entsorg befallene Wurzeln im Restmüll und lass mindestens vier Jahre vergehen, bevor wieder Kreuzblütler auf die Fläche kommen, nach einem Befall sieben oder mehr.
Rosenkohl gehört zu den Kreuzblütlern (Brassicaceae), wie Kopfkohl, Grünkohl, Brokkoli, Blumenkohl, Kohlrabi, Radieschen, Rüben und Rucola. Sie alle zählen für die Fruchtfolge, auch Senf als Gründüngung.
Quellen: RHS, Hortipendium, LWK NRW, BDG, Kiepenkerl, Garden Organic
Gute Nachbarn?
Mischkultur-Tabellen schlagen für Rosenkohl Partner wie Sellerie, Salat, Spinat oder Bohnen vor. Belastbare Belege dafür haben wir nicht gefunden, es ist Gärtnerwissen.
Durch Forschung gestützt ist: Eine niedrige Kleeuntersaat macht Kohlpflanzen für die Kohlfliege schwerer auffindbar, und gemischte Pflanzungen haben allgemein weniger Schädlinge als eine einzelne Kultur.
Quellen: RHS
Häufige Fragen
Wann pflanzt man Rosenkohl?
Aussaat im März oder April, Pflanzung von Mitte Mai bis Juni. Zu früh gepflanzt werden die Röschen locker, zu spät bleiben sie klein.
Warum sind meine Rosenkohlröschen locker?
Häufige Ursachen sind zu frühes Pflanzen, zu viel Stickstoff sowie Hitze oder Trockenheit während der Röschenbildung. Pflanz zur richtigen Zeit in festen Boden und dünge sparsam.
Braucht Rosenkohl Frost?
Nein, aber Kälte macht ihn süßer. Es zählt die kühle Phase, du musst also nicht warten, wenn die Röschen reif sind.
Wie erntet man Rosenkohl?
Von unten nach oben: feste, geschlossene, etwa walnussgroße Röschen mit einem Ruck nach unten abbrechen, über mehrere Wochen immer ein paar.
Sollte man Rosenkohl köpfen?
Nur wenn du alle Röschen auf einmal ernten willst. Köpfst du, sobald sich die untersten Röschen bilden, reift der ganze Strunk gleichzeitig. Für die Ernte über den Winter lass die Spitze dran.
Welchen Pflanzabstand braucht Rosenkohl?
Etwa 60 cm in der Reihe und 60 cm zwischen den Reihen.
Sind Kohlsprossen dasselbe wie Rosenkohl?
Ja. Kohlsprossen ist der österreichische Name für Rosenkohl.
Eine Tüte Rosenkohl zur Hand?
Fotografier sie — Growie liest die Tüte, setzt sie in deinen Plan und erinnert dich ans Säen, Gießen und Ernten.
Garten kostenlos planenQuellen
Jeder Wert hier ist durch mindestens zwei unabhängige Quellen belegt oder als Spanne angegeben, wo sie voneinander abweichen.
- RHS: How to grow Brussels sprouts
- Garden Organic: Brussels sprouts
- Hortipendium: Rosenkohl Erwerbsanbau
- Hortipendium: Rosenkohl Boden und Düngung
- Hortigate: Rosenkohl gezielt köpfen (J. Schlaghecken, 2003)
- Hortipendium: Grünkohl und Palmkohl Erwerbsanbau
- Wikipedia: Rosenkohl
- UMD Extension: Brussels sprouts
- LWG Bayern: Gemüse im Gartenjahr – Biogarten
- RHS: Club root
- RHS: Cabbage caterpillars
- RHS: Cabbage root fly
- RHS: Crop rotation
- RHS: Companion planting
- Hortipendium: Kohlhernie
- Hortipendium: Kleine Kohlfliege
- LWK NRW: Kohlhernie an Kohlgemüse
- LWK NRW: Raupen an Gemüsekohl
- LWK NRW: Kohlmottenschildläuse an Kohlgemüse
- BDG: Gärtnern mit Insektenschutznetzen
- Kiepenkerl: Kulturprobleme beim Anbau von Kohl
Bildnachweise
- Reihen hoher Rosenkohlpflanzen auf einem Feld an einem sonnigen Wintertag — Foto: Josef Schlaghecken · CC BY 4.0 · über Wikimedia Commons
- Junge Rosenkohlpflanzen werden in Reihen ausgepflanzt — Foto: Jennifer Petrie · CC BY-SA 2.0 · über Wikimedia Commons
- Rosenkohlstrünke mit Röschen auf einem Feld bei Heidelberg im Dezember — Foto: 4028mdk09 · CC BY-SA 3.0 · über Wikimedia Commons