Aussaat-Ratgeber · Kreuzblütler
Kohlrabi pflanzen: wann und wie
Kohlrabi säst du von März bis Juli alle drei bis vier Wochen und erntest so von Mai bis November. Ernte die Knollen jung, zwischen Golf- und Tennisballgröße.
Fakten geprüft am 26. September 2026

Aussaatkalender
Für gemäßigtes Klima (Mitteleuropa). Growie verschiebt diese Fenster auf den letzten und ersten Frost in deinem Garten.
Anbau auf einen Blick
- Aussaat
- März–Juli, alle 3–4 Wochen
- Saattiefe
- 1–2 cm
- Abstand
- 25–30 cm in alle Richtungen
- Im Hochbeet 120 × 80 cm
- 12 Pflanzen, bis zu 18 kleine frühe
- Saat bis Ernte
- 8–12 Wochen
- Schossgefahr
- Kälte unter etwa 12°C bei frühen Sätzen
- Wasser
- Gleichmäßig; bei Trockenheit wöchentlich durchdringend
- Fruchtfolge
- Mindestens 4 Jahre Pause für alle Kreuzblütler
Wann Kohlrabi säen?
Kohlrabi ist die schnellste Kohlart: Von der Saat bis zur Ernte vergehen acht bis zwölf Wochen, für Baby-Knollen sogar nur sechs. Deshalb eignet er sich ideal für kleine, häufige Sätze. Alle drei bis vier Wochen von März bis Juli ein neuer Satz, und du hast von Mai bis November frischen Kohlrabi.
Die frühesten Aussaaten im Februar und März gehören ins Haus oder ins Gewächshaus. Draußen kannst du ab April säen, sobald der Boden wärmer wird, bis in den Juli; in milden Lagen bringen auch Saaten im August noch eine Herbsternte.
Frühe Sätze haben ein echtes Risiko: Kälte. Stehen junge Pflanzen längere Zeit bei etwa 5–12°C, besonders vier bis neun Wochen nach der Saat, können sie auf Blüte umschalten und schossen, statt eine Knolle zu bilden. Pflanz erst bei mildem Wetter aus und lass die ersten Pflanzen bis etwa Ende April unter Vlies oder Lochfolie.

Quellen: RHS, Garden Organic, Hortipendium
So säst und pflanzt du Kohlrabi
Säe 1–2 cm tief, entweder ein bis zwei Samen pro Topf oder dünn in Reihen im Freien. Nach etwa zehn Tagen erscheinen die Keimlinge. Drinnen vereinzelst du auf den kräftigsten pro Stelle; nach drei bis fünf Wochen mit drei bis vier Blättern sind die Jungpflanzen pflanzfertig.
In der Freilandreihe vereinzelst du auf den endgültigen Abstand, sobald sich die Sämlinge greifen lassen.
Pflanz so, dass sich die Knolle über der Erde bilden kann: nicht tiefer, als die Pflanze stand, und den Ansatz der ersten Blätter nie eingraben. Sonst liegt die Knolle später auf dem Boden auf und fault leichter. Gut angießen.
Der Pflanzabstand liegt bei 25–30 cm in alle Richtungen. Kleine Frühsorten vertragen 20 cm in Reihen mit 30 cm Abstand; Riesensorten wie 'Superschmelz' brauchen 40 cm in jede Richtung. In ein Hochbeet von 120 × 80 cm passen etwa 12 Pflanzen, von kleinen Frühsorten bis zu 18.
Quellen: RHS, Garden Organic, Hortipendium
Gießen und düngen
Kohlrabi wächst schnell, und schnelles Wachstum braucht gleichmäßig Wasser. Gieß bei Trockenheit lieber etwa einmal pro Woche durchdringend, rund 30 Liter pro Quadratmeter, als täglich ein bisschen. So wird der ganze Wurzelraum feucht.
Kohlrabi ist ein Mittelzehrer und damit genügsamer als die meisten Kohlarten. In einem Beet, das jedes Jahr Kompost bekommt, ersetzen ein paar Liter Kompost pro Quadratmeter, was die Ernte dem Boden entzieht.
Wie alle Kohlarten mag er einen pH-Wert im oberen Bereich, etwa 7 bis 7,5, das hält auch die Kohlhernie in Schach.
Quellen: Hortipendium, LWG Bayern, RHS
Wann ernten?
Ernte Kohlrabi jung, zwischen Golf- und Tennisballgröße, bei den meisten Sorten etwa 7–10 cm Durchmesser. Dann ist er am zartesten. Zu lange stehen gelassen werden die meisten Sorten holzig, manche mehr als andere.
Die Ausnahme sind Riesensorten: Sie sind darauf gezüchtet, 20 cm Durchmesser und mehr zu erreichen, und brauchen dafür länger.
Zieh oder schneid die Knolle knapp über der Wurzel ab. Die jungen Herzblätter kannst du mitessen, klein geschnitten zusammen mit der Knolle gedünstet.
Quellen: RHS, Garden Organic, Hortipendium
Weiß, blau oder Riese?
Kohlrabi gibt es hellgrün (weiß) und violett (blau); innen sind beide weiß und schmecken ähnlich. Wähl die Sorte eher nach der Jahreszeit als nach der Farbe: Manche sind für die frühesten Sätze gezüchtet und schossfest, andere passen besser in Sommer und Herbst.
Die meisten Sorten bilden Knollen von 8–15 cm Durchmesser. Riesensorten wie 'Superschmelz' werden 20 cm groß und mehr und brauchen länger.
Quellen: Hortipendium, RHS
Schädlinge, Krankheiten und Fruchtfolge
Kohlrabi bekommt alle üblichen Kohlschädlinge ab. Erdflöhe durchlöchern die Blätter junger Pflanzen; die Maden der Kohlfliege fressen die Wurzeln frischer Pflanzungen; Kohlweißlingsraupen fressen etwa von Mai bis Oktober an den Blättern.
Weil Kohlrabi schnell und klein ist, lässt sich ein Kulturschutznetz leicht einsetzen: direkt nach Saat oder Pflanzung auflegen und die Ränder eingraben. Mit etwa 0,8 mm Maschenweite bleiben Erdflöhe, Kohlfliege, Kohlweißling und Mehlige Kohlblattlaus draußen; 1,35 mm reicht gegen Kohlweißling und Kohlfliege. Wo die Kohlfliege bekanntermaßen Probleme macht, hilft zusätzlich eine Manschette von 8–15 cm Durchmesser um jeden Stängel.
Schnecken lieben jungen Kohlrabi, und bei Schatten und lange nassen Blättern kann Falscher Mehltau auftreten. Gib den Pflanzen volle Sonne und Luft.
Bei der Kohlhernie schwellen die Wurzeln zu festen Wucherungen an; die Pflanzen welken bei Wärme und bleiben klein. Die Sporen halten sich viele Jahre im Boden, bis zu 20. Halte den pH-Wert um 7 oder etwas darüber, entsorg befallene Pflanzen im Restmüll und lass mindestens vier Jahre vergehen, bevor wieder Kreuzblütler ins selbe Beet kommen, nach einem Befall sieben oder mehr.
Kohlrabi gehört zu den Kreuzblütlern (Brassicaceae), wie Kopfkohl, Grünkohl, Brokkoli, Blumenkohl, Radieschen, Rüben und Rucola. Sie alle zählen für die Fruchtfolge, auch Senf als Gründüngung. Günstige Vorfrüchte sind Porree, Zwiebeln, Zucchini und Zuckermais.
Quellen: RHS, Hortipendium, BDG, Kiepenkerl, LWK NRW
Gute Nachbarn?
Kohlrabi ist klein und schnell und passt deshalb gut in Mischkulturen. Reihen mit Kohlrabi im Wechsel mit Salat, Porree oder Steckzwiebeln sind eine bewährte, praktische Anordnung. Dass sich diese Partner gegenseitig vor Schädlingen schützen, ist nicht belegt; der Vorteil liegt vor allem in der guten Platzausnutzung.
Zwei Regeln haben bessere Gründe. Setz Kohlrabi nicht zwischen andere Kohlarten, das lockt ihre gemeinsamen Schädlinge nur stärker an. Und eine niedrige Kleeuntersaat zwischen Kohlpflanzen macht sie für die Kohlfliege schwerer auffindbar; gemischte Pflanzungen haben allgemein weniger Schädlinge als eine einzelne Kultur.

Quellen: Hortipendium, RHS
Häufige Fragen
Wann sät man Kohlrabi?
Von März (drinnen oder unter Schutz) bis Juli, alle drei bis vier Wochen ein kleiner Satz. Draußen ab April, wenn der Boden wärmer ist.
Warum schosst mein Kohlrabi, statt eine Knolle zu bilden?
Meist eine längere Kälteperiode bei etwa 5–12°C, als die Pflanze jung war. Schütz frühe Pflanzungen mit Vlies und nimm schossfeste Frühsorten.
Warum ist mein Kohlrabi holzig?
Meist stand er zu lange; manche Sorten werden schneller holzig als andere. Ernte ihn in Golf- bis Tennisballgröße.
Welchen Abstand braucht Kohlrabi?
Etwa 25–30 cm in alle Richtungen; kleine Frühsorten 20 cm in der Reihe, Riesen wie 'Superschmelz' 40 cm.
Ist blauer oder weißer Kohlrabi besser?
Keiner von beiden; innen sind beide weiß und schmecken ähnlich. Wichtiger als die Farbe ist, für welche Jahreszeit die Sorte gedacht ist.
Kann man Kohlrabi im Hochbeet anbauen?
Ja, er gehört zu den besten Hochbeet-Kulturen: schnell, kompakt und leicht mit einem Netz zu schützen. In ein Beet von 120 × 80 cm passen etwa 12 Pflanzen.
Eine Tüte Kohlrabi zur Hand?
Fotografier sie — Growie liest die Tüte, setzt sie in deinen Plan und erinnert dich ans Säen, Gießen und Ernten.
Garten kostenlos planenQuellen
Jeder Wert hier ist durch mindestens zwei unabhängige Quellen belegt oder als Spanne angegeben, wo sie voneinander abweichen.
- RHS: How to grow kohl rabi
- Garden Organic: Kohl rabi
- Hortipendium: Kohlrabi im Hausgarten
- Hortipendium: Kohlrabi Erwerbsanbau
- LWG Bayern: Gemüse im Gartenjahr – Biogarten
- RHS: Club root
- RHS: Cabbage caterpillars
- RHS: Cabbage root fly
- RHS: Crop rotation
- RHS: Companion planting
- Hortipendium: Kohlhernie
- Hortipendium: Kleine Kohlfliege
- LWK NRW: Kohlhernie an Kohlgemüse
- LWK NRW: Raupen an Gemüsekohl
- BDG: Gärtnern mit Insektenschutznetzen
- Kiepenkerl: Kulturprobleme beim Anbau von Kohl
Bildnachweise
- Eine junge Kohlrabipflanze mit wachsender hellgrüner Knolle in dunkler Gartenerde — Foto: Gerd Eichmann · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons
- Eine junge Kohlrabipflanze unter Lochfolie im März — Foto: Alupus · CC BY-SA 3.0 · über Wikimedia Commons
- Abwechselnde Reihen mit Kohlrabi und Kopfsalat im Gemüsebeet — Foto: Josef Schlaghecken · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons