Aussaat-Ratgeber · Kreuzblütler
Mairüben und Herbstrüben aussäen: wann und wie
Mairüben säst du im März und April, Herbstrüben und Teltower Rübchen im Juli und August. Direkt ins Beet, früh vereinzeln, klein ernten.
Fakten geprüft am 26. September 2026

Aussaatkalender
Für gemäßigtes Klima (Mitteleuropa). Growie verschiebt diese Fenster auf den letzten und ersten Frost in deinem Garten.
Anbau auf einen Blick
- Aussaat
- Mairüben 3–4, Herbstrüben 7 bis Mitte 8
- Saattiefe
- 1–2 cm
- Abstand
- Mairüben 10–15 cm, Herbstrüben 15–20 cm in der Reihe; Reihen 20–30 cm
- Im Hochbeet 120 × 80 cm
- 32–48 Mairüben oder etwa 18 Herbstrüben
- Aussaat bis Ernte
- 6–8 Wochen (Frühjahr), 8–10 Wochen (Sommer)
- Keimung
- Ab etwa 5°C, am schnellsten bei 18–25°C
- Nährstoffbedarf
- Schwachzehrer: keine zusätzliche Düngung
- Fruchtfolge
- 3–4 Jahre Pause für alle Kreuzblütler
Wann Mairüben und Herbstrüben säen?
Speiserüben haben zwei Saisons, dahinter steckt dieselbe Pflanze. Mairüben kommen im März und April ins Beet und werden von Mai bis in den Juni geerntet. Sie wachsen bei kühlem, feuchtem Wetter schnell und schmecken am besten klein und zart.
Herbstrüben säst du von Anfang Juli bis Mitte August, gern als Nachkultur, wenn Frühkartoffeln, Erbsen oder Dicke Bohnen ein Beet frei gemacht haben. Sie sind von Mitte September bis November erntereif und lassen sich einlagern. Teltower Rübchen, die kleine Brandenburger Spezialität, kommen noch etwas später in die Erde, in der ersten Augusthälfte.
Dazwischen säen geht, bringt aber meist weniger: Hitze und trockener Boden machen die Rüben holzig und treiben sie in die Blüte, und die Erdflöhe sind dann am aktivsten. Die besten Ernten kommen aus Saaten im März und April sowie im Juli und August.
Für laufend kleine Rüben säst du innerhalb jedes Zeitfensters alle zwei bis drei Wochen eine kurze Reihe, statt alles auf einmal.

Quellen: RHS, Garden Organic, Hortipendium, SFG Hohenheim, IVA, Gartenfreunde, Wikipedia
So säst du Rüben
Rüben werden fast immer direkt ins Beet gesät. Such dir einen offenen Platz mit leichtem, tiefgründigem, humosem Boden, der nicht nass bleibt. Saurer Boden liegt ihnen nicht und fördert außerdem die Kohlhernie. Kalk nur, wenn eine Bodenprobe es nahelegt.
Zieh 1–2 cm tiefe Rillen und säe dünn. Für Mairüben reichen 20–25 cm Reihenabstand, Herbstrüben bekommen 25–30 cm. Bei mildem Wetter keimt die Saat in etwa einer Woche, sie läuft schon ab rund 5°C Bodentemperatur auf.
Vereinzle in zwei Schritten, sobald du die Keimlinge greifen kannst: Mairüben auf 10–15 cm, Herbstrüben auf 15–20 cm, große Sorten auf etwa 25 cm. Zu dicht stehende Rüben bilden Blätter statt Knollen. Die ausgezupften Pflänzchen passen in den Salat.
In ein Hochbeet von 120 × 80 cm passen vier Reihen Mairüben, je nach Abstand 32 bis 48 Stück. Herbstrüben brauchen mehr Platz: drei Reihen zu je sechs, also etwa 18.
Quellen: RHS, Garden Organic, Hortipendium, IVA, Plantura
Pflege
Die wichtigste Aufgabe ist gleichmäßige Feuchtigkeit. Rüben, die austrocknen, werden holzig, scharf und schießen schneller. Gieß bei Trockenheit, vor allem die Sommersaaten im Juli und August.
Rüben sind Schwachzehrer. Nach einer gut versorgten Vorkultur brauchen sie gar keinen Dünger. Frischer Mist oder viel Stickstoff bringen nur Laub, einen gröberen Geschmack und mehr Nitrat in der Rübe. Teltower Rübchen sind das Extrembeispiel: Ihr feines Aroma entsteht auf magerem Sandboden.
Frühe Saaten im März können schießen, wenn ein Kälteeinbruch kommt, denn der Kältereiz wirkt schon während der Keimung. Nimm Sorten, die als Mairüben verkauft werden, und leg direkt nach der Saat ein Vlies über die Reihe. Dieselbe Abdeckung hält auch Erdflöhe fern.
Halte die Reihen frei von Unkraut, solange die Pflanzen klein sind. Wenn sich die Blätter schließen, beschatten sie das meiste Unkraut selbst.
Quellen: Garden Organic, RHS, SFG Hohenheim, Hortipendium, IVA, Gartenfreunde, Wikipedia
Ernten und lagern
Mairüben sind etwa sechs bis acht Wochen nach der Saat erntereif. Zieh sie, solange sie etwa 5–8 cm Durchmesser haben, roh gegessen gern auch kleiner. Bleiben sie länger stehen, werden sie holzig und pelzig.
Herbstrüben brauchen acht bis zehn Wochen und werden von Mitte September bis November geerntet. Leichten Frost vertragen sie, vor stärkerem Frost sollten sie aber raus. Teltower Rübchen erntest du klein, mit etwa 5 cm, ab Ende September.
Auch das Laub ist Ernte. Junge Rübenblätter lassen sich wie Spinat zubereiten, und dicht gesäte Rüben, von denen man nur die Stiele schneidet, ergeben Rübstiel, einen rheinischen Klassiker.
Mairüben isst du frisch, im Kühlschrank halten sie sich nur kurz. Herbstrüben drehst du das Laub ab, schichtest sie in Kisten mit leicht feuchtem Sand und stellst sie kühl und frostfrei. Einige Wochen halten sie so sicher, in einem guten Keller auch ein paar Monate.

Quellen: RHS, IVA, Hortipendium, SFG Hohenheim, Gartenfreunde, Wikipedia, Plantura
Mairübe, Herbstrübe, Teltower Rübchen
Mairüben sind schnelle, milde Sorten, die eine Frühjahrssaat ohne Schossen vertragen. Es gibt sie weiß, weiß mit violettem oder rotem Kopf und gelb. Am besten schmecken sie jung, roh oder kurz gegart.
Herbstrüben, regional auch Stoppelrüben, werden im Sommer gesät, werden größer und lassen sich lagern. Jede Rübe, die du im Juli oder August säst, ist im Grunde eine Herbstrübe, Sorten für diese Saison halten aber besser in der Kälte durch.
Teltower Rübchen sind kleine, spitz zulaufende weiße Rübchen von den Sandböden rund um Teltow südlich von Berlin, klassisch geschmort oder glasiert als Beilage. Der Name ist für die regionale Ware geschützt, Saatgut für den Garten gibt es trotzdem. Halte sie mager: In nährstoffreichem Boden verlieren sie genau das Aroma, für das man sie schätzt.

Quellen: RHS, Hortipendium, Gartenfreunde, Wikipedia
Schädlinge, Krankheiten und Fruchtfolge
Meist sind die Erdflöhe das erste Problem: winzige springende Käfer, die kleine runde Löcher in die Keimblätter fressen. Gefährlich sind sie vor allem für junge Keimlinge und bei Trockenheit. Leg direkt nach der Saat ein feines Kulturschutznetz oder Vlies über die Reihe und halte den Boden feucht, damit die Keimlinge schnell aus der empfindlichen Phase herauswachsen.
Die Maden der Kohlfliege fressen Gänge in die Rübe selbst, und weil du genau die isst, kann jede Generation der Fliege die Ernte verderben. Dasselbe Netz hält die Weibchen davon ab, ihre Eier an den Pflanzen abzulegen.
Die Kohlhernie macht die Wurzeln knotig verdickt, die Pflanzen kümmern und welken. Ihre Dauersporen bleiben bis zu 20 Jahre im Boden, ein befallenes Beet ist für alle Kreuzblütler tabu. Vermeide sauren Boden, bring keine Kohljungpflanzen oder Erde unbekannter Herkunft ins Beet und halte die Fruchtfolge ein.
Rüben gehören wie Kohl, Grünkohl, Kohlrabi, Radieschen, Rettich, Steckrübe und Rucola zu den Kreuzblütlern. Lass drei bis vier Jahre vergehen, bevor einer davon wieder im selben Beet wächst, und zähl Senf als Gründüngung mit.

Quellen: RHS, Hortipendium, SFG Hohenheim, IVA, Plantura
Gute Nachbarn?
Mischkultur-Tabellen empfehlen Rüben neben Salat, Spinat, Erbsen, Bohnen, Mangold, Tomaten und Dill. Versuche, die für Rüben einen Vorteil gegen Schädlinge oder beim Ertrag zeigen, haben wir nicht gefunden, es ist Gärtnerwissen. Schnelle Kulturen wie Salat und Spinat passen aus einem praktischen Grund gut dazu: Sie werden etwa gleichzeitig gesät und geräumt.
Die eine Regel mit gutem Grund: Säe Rüben nicht dort, wo in den letzten drei bis vier Jahren andere Kreuzblütler standen, denn sie teilen Kohlhernie, Erdflöhe und Kohlfliege.
Quellen: Hortipendium, RHS, SFG Hohenheim
Häufige Fragen
Wann sät man Mairüben?
Mairüben im März und April für die Ernte im Mai und Juni. Herbstrüben säst du von Anfang Juli bis Mitte August und erntest sie von Mitte September bis November.
Was ist der Unterschied zwischen Mairübe und Herbstrübe?
Es ist dieselbe Art. Mairüben sind schnelle, milde Frühjahrssorten, die wenig schießen. Herbstrüben werden im Sommer gesät, werden größer und lassen sich über den Winter lagern.
Welchen Abstand brauchen Mairüben?
Säe 1–2 cm tief in Reihen mit 20–30 cm Abstand. Mairüben vereinzelst du auf 10–15 cm, Herbstrüben auf 15–20 cm.
Wann sind Mairüben erntereif?
Sechs bis acht Wochen nach der Saat, wenn sie etwa 5–8 cm Durchmesser haben. Größer sollten sie nicht werden, sonst werden sie holzig.
Warum sind meine Rüben holzig oder schießen?
Meist Trockenheit, Hitze, zu enger Stand oder zu späte Ernte. Frühe Saaten schießen außerdem gern nach einem Kälteeinbruch. Gleichmäßig gießen, rechtzeitig vereinzeln und klein ernten.
Kann man Rübenblätter essen?
Ja. Junge Blätter bereitest du wie Spinat zu. Dicht gesäte Rüben, von denen nur die Stiele geerntet werden, ergeben Rübstiel.
Was sind die kleinen Löcher in den Blättern?
Fast immer Erdflöhe. Deck die Reihe direkt nach der Saat mit einem feinen Kulturschutznetz oder Vlies ab und halte den Boden feucht.
Kann man Teltower Rübchen selbst anbauen?
Ja, Saatgut gibt es unter diesem Namen. Säe in der ersten Augusthälfte in mageren, sandigen Boden und ernte ab Ende September, wenn sie etwa 5 cm groß sind.
Eine Tüte Mairüben zur Hand?
Fotografier sie — Growie liest die Tüte, setzt sie in deinen Plan und erinnert dich ans Säen, Gießen und Ernten.
Garten kostenlos planenQuellen
Jeder Wert hier ist durch mindestens zwei unabhängige Quellen belegt oder als Spanne angegeben, wo sie voneinander abweichen.
- RHS: How to grow turnips
- RHS: Club root
- RHS: Flea beetles on brassicas and allied plants
- RHS: Cabbage root fly
- RHS: Crop rotation
- RHS: Companion planting
- Garden Organic: Turnip
- Hortipendium: Speiserüben im Hausgarten
- Hortipendium: Mairüben Erwerbsanbau
- SFG Hohenheim: Herbstrübe
- IVA: Traditionsgemüse Mairüben
- Gartenfreunde: Feine Delikatesse: Teltower Rübchen
- Wikipedia: Teltower Rübchen
- Plantura: Herbstrüben anbauen
Bildnachweise
- Weiße Rüben, die halb aus dunkler Erde ragen, darüber ihr Laub — Foto: Miya · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons
- Eine grüne Kiste voller weißer Mairüben mit violetten Köpfen — Foto: Claus Ableiter · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons
- Ein Gärtner kniet im Gemüsebeet und hält ein Bund frisch gezogener weißer Rüben — Foto: Architect of the Capitol · Public domain · über Wikimedia Commons
- Glasierte Teltower Rübchen, im Kreis in einer gusseisernen Pfanne angeordnet — Foto: Rainer Z · CC BY-SA 3.0 · über Wikimedia Commons
- Kleine dunkle Erdflöhe auf einem durchlöcherten Blatt — Foto: Josef Schlaghecken · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons