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Grünkohl pflanzen: wann und wie

Grünkohl säst du von April bis Juni, pflanzt ihn im Juni oder Juli und erntest die Blätter von Herbst bis ins Frühjahr. Kaum ein Gemüse ist so winterhart.

Fakten geprüft am 26. September 2026

Hochbeete voller Krauskohl- und Kohlpflanzen
Foto: Alabama Extension (Bruce Dupree) · CC0 · über Wikimedia Commons

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Für gemäßigtes Klima (Mitteleuropa). Growie verschiebt diese Fenster auf den letzten und ersten Frost in deinem Garten.

Anbau auf einen Blick

Aussaat
April–Juni, pflanzen Juni–Juli
Saattiefe
1–2 cm
Abstand
45–50 cm in der Reihe, 60–70 cm zwischen den Reihen
Im Hochbeet 120 × 80 cm
4 hohe Pflanzen, 6–8 niedrige
Ernte
Blätter von Oktober bis März
Frost
Hält etwa -10°C aus, unter Schnee mehr
Standort
Sonne bis Halbschatten, fester, kalkreicher Boden
Fruchtfolge
Mindestens 4 Jahre Pause für alle Kreuzblütler

Wann Grünkohl säen und pflanzen?

Grünkohl ist eine lange Kultur, die du im Winter isst, im Frühjahr hat er also keine Eile. Die Hauptaussaatzeit ist der Mai, zwischen April und Juni klappt es. Britische Quellen säen schon ab März, ein so früher Start bringt aber vor allem Pflanzen, die lange vor der kalten Jahreszeit fertig sind, in der sie am besten schmecken.

Zieh die Jungpflanzen in einer Saatkiste, in Multitopfplatten oder in einer Ecke des Gartens vor und setz sie im Juni oder Juli an ihren endgültigen Platz. Bis Mitte Juli gepflanzt, hat Grünkohl noch rund 100 Tage, um vor dem Winter zu einer kräftigen Pflanze heranzuwachsen.

Willst du nur zarte Babyblätter für Salat, kannst du vom Frühjahr bis zum Spätsommer dicht in Reihen oder Töpfe säen und die Blätter schneiden, wenn sie eine Handbreit hoch sind.

Quellen: RHS, Garden Organic, Hortipendium, Wikipedia

So säst und pflanzt du Grünkohl

Säe die Samen 1–2 cm tief. In der Saatkiste legst du am besten je zwei Samen im Abstand von etwa 5 cm und ziehst später den schwächeren Keimling heraus. Bei mildem Wetter keimt Grünkohl in etwa einer Woche.

Pflanzfertig sind die Jungpflanzen mit drei bis vier echten Blättern und 10–15 cm Höhe. In Multitopfplatten dauert das drei bis vier Wochen, im Anzuchtbeet im Freien auch sechs bis acht.

Grünkohl mag Sonne, verträgt aber etwas Schatten. Wie alle Kohlarten wächst er am besten in tiefgründigem, festem Boden mit guter Kalkversorgung. Ein pH-Wert um 7 ist ideal und senkt nebenbei das Risiko für Kohlhernie. Arbeite rechtzeitig vor der Pflanzung Kompost ein und tritt den Boden danach fest, statt ihn locker zu lassen.

Setz jede Pflanze etwas tiefer, als sie im Topf stand, und gieß sie gut an. Tief gesetzt stehen hohe Sorten im Winterwind stabiler. Der Pflanzabstand liegt bei 45–50 cm in der Reihe und 60–70 cm zwischen den Reihen; niedrige Sorten dürfen auf 30 cm zusammenrücken. In ein Hochbeet von 120 × 80 cm passen so vier hohe oder sechs bis acht kompakte Pflanzen.

Eine Reihe junger Grünkohlpflanzen einen Monat nach der Aussaat
Foto: Blokenearexeter · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons

Quellen: RHS, Garden Organic, Hortipendium, Wikipedia

Pflege über Sommer und Herbst

Grünkohl ist genügsamer als Blumenkohl oder Brokkoli. In einem Beet, das seit Jahren Kompost bekommt, reicht meist eine ordentliche Kompostgabe vor der Pflanzung. Wie alle Kohlarten zählt er zu den Starkzehrern; auf mageren Böden hilft im Sommer ein stickstoffreicher organischer Dünger.

Gieß die Jungpflanzen, bis sie angewachsen sind, und danach bei längerer Trockenheit. Halte das Beet unkrautfrei, solange die Pflanzen klein sind.

Die größte Gefahr im Sommer sind Insekten: Raupen des Kohlweißlings, die Kleine Kohlfliege und Erdflöhe. Ein Kulturschutznetz direkt nach der Pflanzung hält fast alle davon ab. Mehr dazu weiter unten.

Quellen: Hortipendium, LWG Bayern, RHS, Garden Organic, BDG

Ernte und die Frage mit dem Frost

Ernten kannst du, sobald die Pflanzen genug ausgewachsene Blätter haben, oft schon ab September. Die meisten warten aber bis zum Spätherbst und ernten etwa von Oktober oder November bis März.

Brich pro Pflanze jeweils nur ein paar der unteren, älteren Blätter ab und lass das Herz stehen. Die Pflanze wächst oben weiter und lässt sich den ganzen Winter über mehrmals beernten. Im Frühjahr treibt sie noch einmal aus und liefert zarte Seitentriebe, bevor sie blüht.

Braucht Grünkohl wirklich Frost? Nicht ganz. Süßer wird er durch eine Zeit mit kühlem Wetter: Die Pflanze bildet in den Blättern weiter Zucker, während die Kälte seinen Abbau bremst. Der Frost selbst spielt dabei keine Rolle. Deshalb bringt es auch nichts, geernteten Grünkohl in die Tiefkühltruhe zu legen.

Grünkohl ist sehr winterhart. Etwa -10°C steckt er ohne Probleme weg, unter einer Schneedecke auch mehr. Am meisten schaden ihm Kahlfröste mit kaltem Wind.

Eine bereifte Grünkohlpflanze im Winter auf dem Feld
Grünkohl bei Dresden, Ende November mit Raureif überzogen. Foto: Contingent coffee cracker · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons

Quellen: RHS, Garden Organic, Hortipendium, Wikipedia

Kraus, Palmkohl oder rot?

Krauser Grünkohl ist der Klassiker mit stark gekräuselten Blättern. Die Sorten reichen von niedrigen Pflanzen mit etwa 30 cm Höhe bis zu alten, über einen Meter hohen Landsorten. In Norddeutschland heißt er oft Braunkohl.

Palmkohl (Schwarzkohl, 'Nero di Toscana') hat lange, dunkle, blasig gewellte Blätter und wächst wie eine kleine Palme. Anbau und Ernte sind gleich. Rotblättrige Sorten wie 'Redbor' sehen so gut aus, dass sie auch ins Staudenbeet passen.

Quellen: RHS, Hortipendium, Wikipedia

Schädlinge, Krankheiten und Fruchtfolge

Die Raupen des Kohlweißlings fressen etwa von Mai bis Oktober Löcher in die Blätter, am schlimmsten im Hochsommer. Kontrolliere wöchentlich die Blattunterseiten und zerdrück die gelben Eigelege und kleinen Raupen. Noch besser: Halte die Falter mit einem Netz fern.

Die Kleine Kohlfliege legt ihre Eier etwa ab Ende April an den Stängelgrund junger Pflanzen. Die Maden fressen die Wurzeln, frisch gepflanzter Grünkohl welkt und stirbt ab. Am gefährlichsten ist die erste Generation im späten Frühjahr. Ein Netz direkt nach der Pflanzung oder eine eng anliegende Kohlkragen-Manschette von 8–15 cm Durchmesser um jeden Stängel verhindert die Eiablage.

Ein Kulturschutznetz mit etwa 1,35 mm Maschenweite reicht gegen Kohlweißling und Kohlfliege. Sollen auch Erdflöhe und die Mehlige Kohlblattlaus draußen bleiben, nimm 0,8 mm. Grab die Ränder in die Erde ein, damit nichts darunter kriecht, und lass das Netz bis zum Spätsommer liegen.

Grünkohl wird außerdem gern von der Mehligen Kohlblattlaus und der Kohlmottenschildlaus (Weiße Fliege) befallen. Die Weiße Fliege tritt vor allem in warmen, trockenen Spätsommern auf; kräftiges Abbrausen der Blattunterseiten hilft. Sie überwintert an alten Kohlpflanzen, räum die Strünke im Frühjahr deshalb ab.

Gefürchtet ist die Kohlhernie. Die Wurzeln schwellen zu festen, unförmigen Wucherungen an, die Pflanzen welken an warmen Tagen und bleiben klein. Die Dauersporen halten sich viele Jahre im Boden, bis zu 20. Halte den pH-Wert um 7, zieh die Pflanzen in Töpfen vor, damit sie mit kräftigen Wurzeln ins Beet kommen, entsorg befallene Wurzeln im Restmüll statt auf dem Kompost und bau Kreuzblütler höchstens alle vier Jahre auf derselben Fläche an; nach einem Befall erst nach sieben Jahren oder später.

Grünkohl gehört zu den Kreuzblütlern (Brassicaceae), wie Kopfkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Radieschen, Rüben, Rucola und Senf. Sie alle zählen für die Fruchtfolge, auch Senf als Gründüngung.

Grünkohlpflanzen unter einem feinen Netz in einem Küchengarten
Ein Netz hält Kohlweißlinge und Tauben von den Blättern fern. Foto: Michael Garlick · CC BY-SA 2.0 · über Wikimedia Commons

Quellen: RHS, LWK NRW, Hortipendium, BDG, Kiepenkerl

Gute Nachbarn?

Mischkultur-Tabellen empfehlen Grünkohl neben Tomaten, Bohnen, Spinat, Sellerie, Salat oder Lauch und raten von Zwiebeln, Kartoffeln und anderen Kohlarten ab. Belastbare Untersuchungen dazu haben wir nicht gefunden, es ist Gärtnerwissen.

Eine Idee ist tatsächlich belegt: Eine Untersaat aus niedrigem Klee macht Kohl für die Kohlfliege schwerer auffindbar, denn sie sucht nach nacktem Boden rund um die Pflanze. Gemischte Pflanzungen haben allgemein oft weniger Schädlinge als ein Beet mit nur einer Kultur.

Quellen: RHS, Wikipedia

Häufige Fragen

Wann pflanzt man Grünkohl?

Säen von April bis Juni, am besten im Mai, und die Jungpflanzen im Juni oder Juli ins Beet setzen. Dann haben sie genug Zeit, bis zum Winter groß zu werden.

Muss Grünkohl Frost abbekommen?

Nein. Eine kühle Wetterphase macht ihn süßer, weil die Pflanze Zucker anreichert, während die Kälte seinen Abbau bremst. Der Frost selbst ist unwichtig, du kannst ernten, sobald die Blätter groß genug sind.

Welchen Pflanzabstand braucht Grünkohl?

Etwa 45–50 cm in der Reihe und 60–70 cm zwischen den Reihen. Niedrige Sorten kommen mit 30 cm aus.

Wie erntet man Grünkohl, damit er nachwächst?

Nimm pro Pflanze immer nur ein paar untere Blätter und lass das Herz stehen. Die Pflanze bildet den ganzen Winter über neue Blätter.

Kann Grünkohl draußen überwintern?

Ja. Etwa -10°C verträgt er, unter Schnee auch mehr. Im Frühjahr treibt er noch einmal aus und liefert zarte Triebe, bevor er blüht.

Was frisst Löcher in meinen Grünkohl?

Meist die Raupen des Kohlweißlings, bei vielen kleinen runden Löchern Erdflöhe. Sammle Eier und Raupen ab und deck die Pflanzen mit einem feinen Kulturschutznetz ab.

Ist Braunkohl dasselbe wie Grünkohl?

Ja. Braunkohl ist der norddeutsche Name für Grünkohl; Krauskohl und in der Schweiz Federkohl sind weitere.

Eine Tüte Grünkohl zur Hand?

Fotografier sie — Growie liest die Tüte, setzt sie in deinen Plan und erinnert dich ans Säen, Gießen und Ernten.

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Quellen

Jeder Wert hier ist durch mindestens zwei unabhängige Quellen belegt oder als Spanne angegeben, wo sie voneinander abweichen.

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