Aussaat-Ratgeber · Nachtschattengewächse
Chili aussäen: wann und wie
Chilis säst du im Februar oder Anfang März warm im Haus aus und pflanzt sie ab Mitte Mai aus. Scharfe Arten brauchen den frühesten Start und lohnen das Überwintern.
Fakten geprüft am 26. September 2026

Aussaatkalender
Für gemäßigtes Klima (Mitteleuropa). Growie verschiebt diese Fenster auf den letzten und ersten Frost in deinem Garten.
Anbau auf einen Blick
- Aussaat im Haus
- Februar bis Anfang März; langsame Arten ab Januar mit Lampe
- Keimung
- 22–28°C, 1–3 Wochen
- Saattiefe
- 0.5–1 cm
- Auspflanzen
- Mitte bis Ende Mai, Nächte über 12°C
- Pflanzabstand
- 40–50 cm in der Reihe, 50–60 cm zwischen den Reihen
- Im Hochbeet 120 × 80 cm
- 6 Pflanzen, bei großen Arten 4
- Ernte
- Juli–Oktober; am schärfsten voll ausgefärbt
- Frost
- Nicht winterhart; hell bei 10–15°C überwintern
Wann Chili aussäen?
Chilis brauchen eine lange, warme Saison, deutlich länger, als ein mitteleuropäischer Sommer im Freien hergibt. Deshalb gehören sie zu den ersten Aussaaten im Jahr: im Haus, im Februar oder Anfang März. Viele Sorten brauchen von der Aussaat bis zur ersten reifen Schote weit über 100 Tage, und wer früher startet, erntet länger.
Die langsamsten Arten, Habaneros und andere Capsicum chinense, die fruchtigen Baccatum-Sorten und Rocoto, kannst du schon im Januar aussäen. In den dunklen Wochen klappt das aber nur mit Pflanzenlampe, sonst vergeilen die Sämlinge Richtung Fenster und kippen um. Schnelle, kompakte Annuum-Chilis wie Jalapeño oder Cayenne bringen auch bei einer Aussaat Mitte März noch gute Ernten.
Direkt ins Beet säen lohnt sich bei uns nicht. Der Boden wird erst im Frühsommer warm genug, und dann bleibt zu wenig Zeit, bis die Früchte reif sind.
Quellen: LWG Bayern, Gartenfreunde, Bioterra, RHS, Hortipendium, UMD Extension
So säst du Chilis aus und ziehst sie vor
Füll eine kleine Schale oder Töpfchen mit Anzuchterde, leg die Samen 0.5–1 cm tief und mit ein paar Zentimetern Abstand hinein und gieß vorsichtig mit dem Sprüher, damit nichts weggeschwemmt wird. Beschrifte jede Sorte: Chili-Sämlinge sehen alle gleich aus.
Über den Keimerfolg entscheidet die Wärme. Halte die Erde bei 22–28°C, am besten um 25°C, im beheizten Zimmergewächshaus oder an einem warmen Platz, nicht auf der kalten Fensterbank. Dann zeigen sich die meisten Samen nach ein bis drei Wochen. Habaneros und andere Chinense-Sorten lassen sich oft mehr Zeit, in kühler Erde auch mal einen Monat. Gib also nicht zu früh auf.
Sind die Sämlinge da, nimm sie aus dem Anzuchtkasten und stell sie etwas kühler, um 18–22°C, an den hellsten Platz, den du hast. Wärme ohne genug Licht macht lange, schwache Pflanzen. Nach etwa drei Wochen, wenn die ersten richtigen Blätter kommen, pikierst du sie einzeln in kleine Töpfe. Topf sie weiter um, sobald Wurzeln aus dem Topfboden schauen.
Ab April darfst du sie an warmen, windstillen Tagen zum Abhärten nach draußen stellen und abends wieder hereinholen. Ins Beet oder Gewächshaus kommen sie nach den Eisheiligen, von Mitte bis Ende Mai. Faustregel: Die Nächte sollten nicht mehr unter 12°C fallen. In kalten Boden gepflanzte Chilis bleiben einfach stehen.
- Eine günstige Heizmatte unter der Anzuchtschale bringt mehr als jeder Trick mit Einweichen.

Quellen: LWG Bayern, Hortipendium, RHS, Gartenfreunde, Bioterra, Rutgers NJAES, UMD Extension
Standort und Pflege
Gib Chilis den wärmsten und sonnigsten Platz, den du hast. Im Gewächshaus oder Folientunnel ist die Ernte am sichersten, im Erwerbsanbau wachsen sie in Mitteleuropa deshalb nur unter Glas oder Folie. Draußen gehen eine Südwand, ein sonniger Balkon oder die Terrasse gut, vor allem für kompakte Annuum-Sorten.
Im Beet setzt du sie mit 40–50 cm Abstand in Reihen, die 50–60 cm auseinanderliegen; kompakte Sorten kommen mit 30 cm aus. In ein Hochbeet von 120 × 80 cm passen zwei versetzte Reihen zu je drei, also sechs Pflanzen, von großen Baccatum- und Rocoto-Sorten nur vier. Im Topf reichen für kleine Sorten 22 cm Durchmesser, große Pflanzen wollen 15–20 Liter.
Chilis sind Starkzehrer. Arbeite vor dem Pflanzen Kompost oder Hornspäne ein und gib ab der ersten Blüte einmal pro Woche einen kaliumbetonten Flüssigdünger, etwa Tomatendünger, oder Brennnesseljauche. Halte die Erde gleichmäßig feucht, aber ohne Staunässe; Töpfe brauchen an heißen Tagen oft täglich Wasser.
Fallen die Blüten ab, ohne Früchte anzusetzen, liegt es meist an der Temperatur. Am besten setzen Chilis bei Nächten um 15°C und Tagen unter 30°C an. Kalte Nächte, ein überhitztes Gewächshaus oder trockene Erde lassen die Pflanze Blüten abwerfen. Lüfte an sonnigen Tagen, gieß regelmäßig und gib hohen Pflanzen einen Stab, bevor die Früchte schwer werden.

Quellen: RHS, Hortipendium, Gartenfreunde, Bioterra, UMD Extension
Ernten, Schärfe und Haltbarmachen
Im Gewächshaus sind die ersten Chilis ab Juli reif, im Freiland ab August. Geerntet wird, bis im Oktober die ersten kalten Nächte kommen. Schneid die Früchte mit Schere oder Messer ab, statt sie abzureißen, die spröden Triebe brechen leicht.
Du kannst Chilis grün ernten, und wer regelmäßig pflückt, hält die Pflanze am Blühen. Lässt du sie bis zur endgültigen Farbe ausreifen, je nach Sorte rot, orange, gelb oder violett, schmecken sie voller und sind meist schärfer. Die Schärfe hängt außerdem von Sorte und Anbau ab.
Die Schärfe steckt vor allem in den hellen Scheidewänden im Inneren und in den Samen daneben. Trag beim Schneiden scharfer Sorten Handschuhe und fass dir nicht an die Augen: Capsaicin haftet an der Haut, und Wasser allein wäscht es nicht ab.
Dünnwandige Chilis trocknen gut auf eine Schnur gefädelt oder als Bündel aufgehängt an einem luftigen, schattigen Ort, das dauert einige Wochen. Fleischige Sorten trocknest du besser bei sehr niedriger Temperatur im Backofen oder Dörrgerät, oder du frierst sie ein oder legst sie ein. Eingefroren werden sie weich, behalten aber monatelang Aroma und Schärfe.

Quellen: RHS, kraut&rüben, SRF, Rutgers NJAES
Welche Chili-Art?
Capsicum annuum ist die unkomplizierte Art. Dazu gehören Jalapeño, Cayenne, Thai-Chilis und die meisten kompakten Topfsorten, außerdem alle Gemüsepaprika. Sie keimt und reift am schnellsten und ist damit die beste Wahl fürs erste Jahr und fürs Freiland.
Capsicum chinense bringt die richtige Schärfe: Habanero, Scotch Bonnet und Rekordhalter wie Bhut Jolokia und Carolina Reaper. Sie keimen langsam, brauchen mehr Wärme und eine lange Saison und reifen nur mit frühem Start zuverlässig, am besten im Gewächshaus.
Capsicum baccatum, die peruanischen Aji-Sorten wie Aji Limon (Lemon Drop) oder Bishop's Crown, sind eher fruchtig als brachial, werden große Pflanzen und brauchen eine sehr lange Saison. Capsicum frutescens, am bekanntesten als Tabasco, trägt kleine, aufrechte und immer sehr scharfe Schoten.
Capsicum pubescens, die Rocoto, fällt aus der Reihe: behaarte Blätter, violette Blüten und schwarze Samen. Sie stammt aus dem Andenhochland und kommt mit kühleren Tagen besser zurecht als die anderen, frosthart ist sie aber auch nicht, und sie braucht die längste Saison von allen. Überwintern lohnt sich bei ihr besonders.
Quellen: Plantura, Hortipendium, Rutgers NJAES, Wikipedia, RHS
Chilis überwintern
In ihrer Heimat sind Chilis mehrjährig, bei uns zieht man sie nur einjährig, weil sie keinen Frost vertragen. Eine Pflanze im Topf kann im Haus überwintern und startet im nächsten Jahr mit fertigem Wurzelwerk, blüht und fruchtet also Wochen früher als ein neuer Sämling. Das lohnt sich vor allem bei langsamen Chinense-, Baccatum- und Rocoto-Sorten.
Hol die Töpfe herein, bevor die Nächte unter etwa 12–14°C fallen. Ernte die letzten Früchte, entferne beschädigte oder kranke Triebe und such die Pflanze gründlich nach Blattläusen und Spinnmilben ab, die sich in trockener Zimmerluft schnell vermehren. Viele Chili-Gärtner schneiden die Pflanze auf die Haupttriebe zurück, dann ist sie leichter zu überwintern.
Stell sie so hell wie möglich bei 10–15°C; an einem dunklen Platz geht sie ein. Gieß nur so viel, dass die Erde nie ganz austrocknet, und dünge nicht. Im Februar kommt sie an einen wärmeren Platz, bekommt frische Erde und wieder Dünger, sobald neue Blätter treiben.
Quellen: RHS, Lubera, Plantura, Bioterra
Schädlinge, Probleme, Fruchtfolge und Nachbarn
Blattläuse, Weiße Fliege und Spinnmilben sind die üblichen Schädlinge, vor allem unter Glas und im Haus. Kontrollier regelmäßig die Blattunterseiten. Spinnmilben lieben heiße, trockene Luft, im Gewächshaus hilft es, den Boden anzufeuchten. Bei kühlem, feuchtem Wetter kann Grauschimmel auftreten, also gut lüften.
Ein dunkler, eingesunkener Fleck an der Fruchtspitze ist Blütenendfäule. Dahinter steckt kein Kalkmangel im Boden, sondern ungleichmäßiges Gießen, durch das zu wenig Calcium in die Frucht gelangt. Halte die Erde gleichmäßig feucht, besonders im Topf.
Chilis gehören mit Tomaten, Kartoffeln, Auberginen und Paprika zu den Nachtschattengewächsen. Sie leiden weniger unter bodenbürtigen Krankheiten als Kartoffeln und Tomaten. Im Beet solltest du sie trotzdem nicht direkt nach einem anderen Nachtschattengewächs pflanzen und möglichst etwa drei Jahre Pause lassen. Im Topf mit jährlich frischer Erde spielt die Fruchtfolge keine Rolle.
Mischkultur-Tabellen setzen Chilis gern neben Basilikum, Tagetes oder Salat und raten von Fenchel, Erbsen und Bohnen ab. Untersuchungen zu diesen Paaren bei Chilis haben wir nicht gefunden, es ist Gärtnerwissen. Niedrige Kulturen wie Salat oder Basilikum zwischen den Pflanzen schaden nicht und nutzen den Platz gut.
Quellen: RHS, Gartenfreunde, UMD Extension, Lubera
Häufige Fragen
Wann sät man Chilis aus?
Im Haus im Februar oder Anfang März. Langsame Arten wie Habanero, Aji und Rocoto kannst du ab Januar säen, wenn du eine Pflanzenlampe hast.
Warum keimen meine Chilis nicht?
Meist ist es zu kalt. Chilis wollen 22–28°C in der Erde, das schafft eine Fensterbank selten. Nimm ein beheiztes Zimmergewächshaus oder eine Heizmatte, halte die Erde feucht und gib Chinense-Sorten bis zu vier Wochen Zeit.
Kann man Chilis im Freiland anbauen?
Ja, an einem geschützten, sonnigen Platz wie einer Südwand oder Terrasse, ausgepflanzt nach den Eisheiligen. Kompakte Annuum-Sorten gelingen draußen am besten; Habaneros und andere langsame Sorten sind im Gewächshaus sicherer.
Wie überwintert man Chilis?
Hol den Topf herein, bevor die Nächte unter etwa 12–14°C fallen, stell ihn hell bei 10–15°C, gieß sparsam und dünge nicht. Achte auf Blattläuse und Spinnmilben und topf die Pflanze im Februar in frische Erde um.
Warum wirft meine Chili die Blüten ab?
Meist sind es kalte Nächte, Hitze über etwa 30°C oder trockene Erde. Halte die Erde gleichmäßig feucht und lüfte ein heißes Gewächshaus.
Werden Chilis schärfer, wenn sie reifen?
Meist ja: Voll ausgefärbte Früchte schmecken voller und schärfer als grüne. Sorte und Anbau spielen aber auch mit.
Sind Peperoni und Chili dasselbe?
Das kommt auf die Region an. Botanisch sind alle Capsicum. In der Schweiz heißt die Gemüsepaprika Peperoni, die scharfen heißen Chili oder Peperoncini. In Deutschland sind Peperoni längliche, meist scharfe Schoten, in Österreich sagt man Pfefferoni.
Eine Tüte Chilis zur Hand?
Fotografier sie — Growie liest die Tüte, setzt sie in deinen Plan und erinnert dich ans Säen, Gießen und Ernten.
Garten kostenlos planenQuellen
Jeder Wert hier ist durch mindestens zwei unabhängige Quellen belegt oder als Spanne angegeben, wo sie voneinander abweichen.
- RHS: How to grow chilli peppers
- RHS: Blossom end rot
- RHS: Crop rotation
- RHS: Companion planting
- LWG Bayern: Paprika-Aussaat im Februar
- Hortipendium: Chili
- Gartenfreunde: Paprika und Chili anbauen
- Bioterra: Chili und Peperoni
- SRF: Peperoni, Paprika, Peperoncini und Chili: Was ist was?
- kraut&rüben: Chilis ernten und verarbeiten
- Lubera: Chili überwintern
- Plantura: Chili überwintern
- Plantura: Chili-Arten und -Sorten
- Wikipedia: Capsicum pubescens
- Rutgers NJAES: Production and Marketing of Habañero Peppers
- UMD Extension: Growing Peppers in a Home Garden
Bildnachweise
- Eine Chilipflanze mit gleichzeitig lila, gelben, orangen und roten Früchten — Foto: Maja Dumat · CC BY 2.0 · über Wikimedia Commons
- Junge Chili-Sämlinge mit den ersten Blättern in kleinen Töpfen — Foto: Maja Dumat · CC BY 2.0 · über Wikimedia Commons
- Chili- und Paprikapflanzen im Folientunnel eines Gartens im Sommer — Foto: Maja Dumat · CC BY 2.0 · über Wikimedia Commons
- Selbst geerntete rote Chilis beim Trocknen — Foto: Maja Dumat · CC BY 2.0 · über Wikimedia Commons