Aussaat-Ratgeber · Hülsenfrüchtler
Erbsen säen: wann und wie
Palerbsen säst du ab März, Mark- und Zuckererbsen von April bis Juni direkt ins Beet. Ab Juni erntest du, am besten oft und solange die Hülsen jung sind.
Fakten geprüft am 26. September 2026

Aussaatkalender
Für gemäßigtes Klima (Mitteleuropa). Growie verschiebt diese Fenster auf den letzten und ersten Frost in deinem Garten.
Anbau auf einen Blick
- Saattiefe
- 4–5 cm, in Sandboden etwas tiefer
- Abstand
- 5 cm in Doppelreihen, 40–50 cm dazwischen
- Im Hochbeet 120 × 80 cm
- Zwei Doppelreihen, etwa 90–100 Erbsen
- Keimtemperatur
- Ab etwa 5°C; Markerbsen lieber 8–10°C
- Standort
- Sonnig, frisch, durchlässig, nicht sauer
- Ernte
- Juni–August, 12–16 Wochen nach der Saat
- Fruchtfolge
- 4–6 Jahre Anbaupause für Erbsen
- Nährstoffbedarf
- Schwachzehrer; bindet selbst Stickstoff
Wann Erbsen säen?
Erbsen mögen es kühl und gehören zu den ersten Aussaaten im Jahr. Am robustesten sind Palerbsen (Schalerbsen) mit glatten, runden Samen: Sie keimen schon ab etwa 5°C Bodentemperatur. Du kannst sie ab Mitte März säen, sobald der Boden abgetrocknet ist und sich bearbeiten lässt.
Markerbsen mit schrumpeligen Samen, die süßen Gartenerbsen, sowie Zuckererbsen (Zuckerschoten) sind empfindlicher. Ihr Saatgut fault in kaltem, nassem Boden schneller. Warte deshalb bis April, wenn der Boden 8–10°C erreicht, und säe bis Juni nach. Zuckererbsen gehen noch bis Anfang Juli.
Für eine lange Ernte säst du alle zwei bis drei Wochen eine kurze Reihe oder kombinierst frühe und späte Sorten am selben Tag. Frühe Saaten haben noch einen Vorteil: Sie blühen, bevor im Hochsommer der Erbsenwickler fliegt, und sind abgeerntet, bevor sich im Spätsommer der Mehltau breitmacht.
In milden Gegenden Großbritanniens säen manche im Oktober oder November eine winterharte Palerbse unter Folie oder Glocke. Bei uns ist das meist ein Glücksspiel, die Aussaat im März ist sicherer.
Quellen: RHS, Garden Organic, Hortipendium, VEN, Kiepenkerl
So säst du Erbsen
Such einen sonnigen Platz mit frischem, aber durchlässigem Boden. Saure und staunasse Böden mögen Erbsen nicht; auf kalten, schweren Böden wartest du im Frühjahr etwas länger. Arbeite im Herbst oder einige Monate vorher Kompost ein, aber keinen frischen Mist: Erbsen versorgen sich selbst mit Stickstoff.
Säe direkt ins Beet, 4–5 cm tief, auf leichtem, sandigem Boden auch 6–8 cm, damit die Samen feucht bleiben. Bewährt hat sich die Doppelreihe: zwei Reihen im Abstand von etwa 10 cm, darin alle 5 cm eine Erbse. Bis zur nächsten Doppelreihe lässt du 40–50 cm Platz.
Im Hochbeet von 120 × 80 cm passen zwei Doppelreihen entlang der langen Seite, jeweils mit einem Netz oder Reisig in der Mitte. Das sind etwa 90–100 Erbsen. Hohe Sorten brauchen die volle Netzhöhe, setz sie also so, dass sie nichts anderes beschatten.
Mäuse lieben frisch gesäte Erbsen. Sind sie bei dir ein Problem, zieh die Erbsen im Februar oder März in Töpfen, Multitopfplatten oder einer Regenrinne vor und pflanz sie aus, sobald sie kräftig und gut durchwurzelt sind. Tauben und Spatzen zupfen gern an den jungen Trieben, ein Netz oder Vlies hilft in den ersten Wochen.

Quellen: RHS, Garden Organic, Hortipendium, VEN, LfL Bayern
Rankhilfe, Gießen und Pflege
Erbsen klettern mit Ranken und brauchen etwas Dünnes zum Festhalten. Niedrige Sorten um 45 cm kommen mit ein paar Reisigzweigen aus, hohe Sorten werden bis 180 cm hoch und brauchen ein Netz, Maschendraht oder Haselreisig. Stell die Rankhilfe gleich bei der Saat auf, spätestens wenn die Pflanzen eine Handbreit hoch sind, bevor sie umkippen.
Anfangs brauchen Erbsen wenig Wasser, zu viel bei kühlem Wetter schadet eher. Sobald sie blühen, gieß kräftig und noch einmal etwa zwei Wochen später: Trockenheit in dieser Zeit kostet Hülsen. Eine Mulchschicht hält den Boden feucht und kühl.
Halte die Reihen unkrautfrei, solange die Pflanzen klein sind. Düngen musst du nicht.

Quellen: RHS, Garden Organic, VEN, Hortipendium
Erbsen ernten
Die ersten Hülsen kommen bei frühen Sorten etwa 12 Wochen nach der Saat, bei späten nach 14–16 Wochen, also ab Juni. Mit gestaffelten Aussaaten erntest du bis in den August oder länger.
Pal- und Markerbsen sind reif, wenn die Hülsen gut gefüllt sind und du die Körner durchfühlst, aber bevor die Hülsen ihren Glanz verlieren. Zuckererbsen erntest du flach, solange die Körner gerade erst sichtbar werden.
Pflück alle paar Tage. Bleiben reife Hülsen hängen, hört die Pflanze auf zu blühen. Der Zucker in den Körnern wandelt sich nach der Ernte schnell in Stärke um, also iss sie frisch oder kühl sie gleich herunter und friere sie ein.
Wenn die Pflanzen abgeerntet sind, schneid sie am Boden ab und lass die Wurzeln in der Erde verrotten.

Quellen: RHS, Garden Organic, Hortipendium, Kiepenkerl
Welche Erbsen?
Palerbsen (Schalerbsen) mit glatten Samen sind am kältefestesten und ideal für die ersten Saaten, schmecken aber weniger süß. Markerbsen mit schrumpeligen Samen sind süßer und die richtige Wahl ab April.
Zuckererbsen, auch Zuckerschoten oder Kaiserschoten, haben keine harte Innenhaut und werden mit Hülse gegessen, flach oder als dicke Knackerbsen. Weil du sie erntest, bevor die Körner wachsen, bleiben sie vom Erbsenwickler verschont.
Die Höhe reicht von etwa 45 cm bis 180 cm. Niedrige Sorten passen in windige Gärten und kleine Hochbeete, hohe tragen länger.
Quellen: RHS, Hortipendium, VEN, Kiepenkerl
Schädlinge, Krankheiten und Fruchtfolge
Der Erbsenwickler legt seine Eier im Juni und Juli an blühende Erbsen, die kleinen Raupen fressen dann die Körner in den Hülsen. Säe früh oder spät, damit die Pflanzen außerhalb dieser Zeit blühen, oder deck sie während der Blüte mit Vlies oder einem feinen Netz ab. Erbsen bestäuben sich selbst, das Abdecken schadet also nicht.
Der Blattrandkäfer frisst im Frühjahr bogenförmige Kerben in die Blattränder. Das sieht schlimmer aus, als es ist, kräftige Pflanzen stecken es weg.
Mehltau überzieht die Blätter weiß, vor allem bei späten Saaten und warmem, trockenem Wetter mit kühlen Nächten. Frühe Saat, luftiger Stand an der Rankhilfe und Gießen von unten helfen.
Erbsen gehören wie Bohnen zu den Hülsenfrüchtlern. Wachsen sie Jahr für Jahr am selben Platz, reichern sich bodenbürtige Wurzel- und Fußkrankheiten an. Halte deshalb mindestens vier, besser fünf bis sechs Jahre Anbaupause für Erbsen ein.
Quellen: RHS, PGRO, Hortipendium, VEN, Kiepenkerl
Gute Nachbarn?
Mischkultur-Tabellen empfehlen Erbsen neben Möhren, Salat, Kohlrabi, Kohl, Fenchel und Dill und raten von Bohnen, Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Tomaten und Kartoffeln ab. Versuche, die diese Paare belegen, haben wir nicht gefunden, es ist Gärtnerwissen.
Was trägt: Erbsen belegen das Beet nur kurz und brauchen wenig Platz, daneben passt schneller Salat oder Radieschen. Nach den Erbsen eignet sich das Beet gut für einen Starkzehrer wie Kohl oder Lauch. Andere Hülsenfrüchtler gehören aus den genannten Gründen nicht ins Erbsenbeet.
Quellen: Hortipendium, RHS
Häufige Fragen
Wann kann man Erbsen draußen säen?
Palerbsen ab Mitte März, sobald sich der Boden bearbeiten lässt. Markerbsen und Zuckererbsen von April bis Juni.
Wie tief und mit welchem Abstand sät man Erbsen?
4–5 cm tief, alle 5 cm eine Erbse in Doppelreihen mit etwa 10 cm Abstand, bis zur nächsten Doppelreihe 40–50 cm.
Brauchen Erbsen eine Rankhilfe?
Fast alle. Niedrige Sorten kommen mit Reisig aus, hohe Sorten bis 180 cm brauchen ein Netz oder Maschendraht.
Warum sind Maden in meinen Erbsen?
Das sind Raupen des Erbsenwicklers. Säe früh oder spät, damit die Erbsen nicht im Juni und Juli blühen, oder deck sie während der Blüte mit Vlies ab.
Kann man Erbsen im Sommer säen?
Zuckererbsen und schnelle Sorten bis Anfang Juli, ja. Spätere Saaten leiden oft unter Hitze, Trockenheit und Mehltau.
Kann man Erbsen jedes Jahr am selben Platz anbauen?
Nein. Halte vier bis sechs Jahre Anbaupause ein, sonst reichern sich Wurzel- und Fußkrankheiten im Boden an.
Eine Tüte Erbsen zur Hand?
Fotografier sie — Growie liest die Tüte, setzt sie in deinen Plan und erinnert dich ans Säen, Gießen und Ernten.
Garten kostenlos planenQuellen
Jeder Wert hier ist durch mindestens zwei unabhängige Quellen belegt oder als Spanne angegeben, wo sie voneinander abweichen.
- RHS: How to grow peas
- RHS: Pea moth
- RHS: Crop rotation
- RHS: Companion planting
- Garden Organic: Pea growing guide
- Hortipendium: Erbsen im Hausgarten
- VEN: Kulturanleitung Erbse
- Kiepenkerl: Erbsen: Anbau, Pflege, Ernte
- LfL Bayern: Erbse – Saat
- PGRO: Foliar diseases in peas
Bildnachweise
- Erbsenpflanzen an einem Stangengerüst mit prallen grünen Hülsen — Foto: Kolforn · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons
- Ein gekeimter Erbsensamen im Boden mit freigelegtem Keimtrieb und Wurzeln — Foto: Josef Schlaghecken · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons
- Junge Erbsenpflanzen in einem Hochbeet an Stäben und Schnüren — Foto: Kolforn · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons
- Ein Weidenkorb voller frisch gepflückter Erbsenhülsen im Erbsenbeet — Foto: George Chernilevsky · Public domain · über Wikimedia Commons