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Aussaat-Ratgeber · Nachtschattengewächse

Auberginen aussäen: wann und wie

Auberginen säst du im Februar oder Anfang März drinnen aus, pflanzt sie nach den Eisheiligen und erntest ab August. Sie lieben Wärme, ein Gewächshaus hilft.

Fakten geprüft am 26. September 2026

Eine glänzende, dunkle runde Aubergine mit Regentropfen zwischen den Blättern in einem Holz-Hochbeet
Foto: Karen and Brad Emerson · CC BY 2.0 · über Wikimedia Commons

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Für gemäßigtes Klima (Mitteleuropa). Growie verschiebt diese Fenster auf den letzten und ersten Frost in deinem Garten.

Anbau auf einen Blick

Keimung
22–28°C, Keimlinge nach 1–3 Wochen
Saattiefe
0.5–1 cm
Abstand
50–60 cm in der Reihe, 60–80 cm zwischen den Reihen
Im Hochbeet 120 × 80 cm
4 Pflanzen, versetzt
Standort
Gewächshaus oder Folientunnel; draußen nur warm und geschützt
Frost
Keiner; erst pflanzen, wenn die Nächte über 10°C bleiben
Ernte
August–September, etwa 5 Monate nach der Aussaat
Fruchtfolge
3–4 Jahre Pause für alle Nachtschattengewächse

Wann Auberginen aussäen?

Auberginen brauchen eine lange, warme Saison: von der Aussaat bis zur ersten Frucht vergehen rund fünf Monate. Fang also früh an und säe von Februar bis Mitte März drinnen aus. Mit beheiztem Anzuchtkasten und Pflanzenlampe geht es schon im Januar, auf der Fensterbank bringen die zusätzlichen Wochen aber meist nur vergeilte Sämlinge.

Rechne mit etwa acht Wochen von der Aussaat, bis die Jungpflanzen raus dürfen. Ins ungeheizte Gewächshaus pflanzt du ab Anfang Mai, ins Freiland erst nach den Eisheiligen Mitte Mai.

Auberginen sind noch kälteempfindlicher als Tomaten. Warte, bis die Nächte zuverlässig über 10°C bleiben, besser um 15°C. Ein Kälteeinbruch nach dem Pflanzen bringt sie nicht gleich um, lässt sie aber wochenlang stillstehen.

Quellen: RHS, Garden Organic, LWG Bayern, Kiepenkerl, Bingenheimer Saatgut, Illinois Extension, SDSU Extension

So ziehst du Auberginen vor

Säe in Anzuchterde, 0.5–1 cm tief, und stell die Töpfe warm: Ideal sind 22–28°C, unter etwa 20°C keimen Auberginen nur sehr zögerlich. Ein beheizter Anzuchtkasten macht den Unterschied. Die Keimlinge erscheinen nach ein bis drei Wochen.

Sobald sich das erste echte Laubblatt zeigt, pikierst du die Sämlinge in Töpfe mit 7–10 cm Durchmesser. Danach wachsen sie bei 16–21°C und so hell wie möglich gut weiter. Wurzeln sie den Topf vor dem Pflanztermin voll, topfst du sie noch einmal um.

Bevor sie nach draußen kommen, härtest du die Pflanzen über einige Tage langsam ab. Such den sonnigsten, geschütztesten Platz aus, den du hast, mit nährstoffreichem, humosem Boden, und arbeite vor dem Pflanzen Kompost ein.

Setz die Pflanzen mit 50–60 cm Abstand in Reihen, die 60–80 cm auseinanderliegen. In ein Hochbeet von 120 × 80 cm passen so vier Pflanzen in zwei versetzten Reihen. Im Kübel braucht jede Pflanze mindestens 30 cm Durchmesser. Dunkle Mulchfolie oder Mulchvlies auf dem Boden hält die Wurzeln warm.

Junge Auberginenpflanzen in schwarzen Töpfen im Gewächshaus
Foto: Kolforn · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons

Quellen: RHS, Garden Organic, LWG Bayern, Hortipendium, Kiepenkerl, Bingenheimer Saatgut, Virginia Tech

Pflege im Sommer

Vor allem wollen Auberginen Wärme: Am wohlsten fühlen sie sich tagsüber bei 25–30°C. Unter Glas ist das leicht zu haben; im Freiland machen deshalb ein geschützter Platz, eine Südwand oder schwarzer Mulch so viel aus.

Ist die Pflanze etwa 30 cm hoch, knipst du die Triebspitze aus, dann verzweigt sie sich und wird buschig. Auberginen werden bis etwa 100 cm hoch, und ihre Triebe brechen unter den Früchten leicht. Gib jeder Pflanze darum von Anfang an einen Stab.

Großfrüchtige Sorten bringen in unseren Sommern nur eine Handvoll Früchte zur Reife. Haben fünf oder sechs angesetzt, entfernst du weitere Blüten, damit die Kraft in diese Früchte geht.

Halte die Erde gleichmäßig feucht und lass Kübel nie austrocknen. Ab der ersten Blüte düngst du alle zwei bis drei Wochen mit einem kaliumbetonten Flüssigdünger, etwa Tomatendünger oder Beinwelljauche. Auberginen gelten als Mittel- bis Starkzehrer.

Eine Reihe gestäbter Auberginenpflanzen im Freiland auf schwarzem Mulchvlies
Freilandanbau in Deutschland: Schwarzes Mulchvlies wärmt den Boden. Foto: Josef Schlaghecken · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons

Quellen: RHS, Garden Organic, LWG Bayern, Kiepenkerl, Bingenheimer Saatgut, die umweltberatung, Plantura, Illinois Extension

Ernten und lagern

Unter Glas kann die erste Frucht Ende Juli reif sein, die meisten Auberginen erntest du im August und September, etwa zwölf Wochen nach dem Pflanzen. Mit den ersten kalten Nächten ist die Saison vorbei.

Ernte, wenn die Frucht ihre sortentypische Größe und Farbe hat und die Schale glänzt. Wird der Glanz matt, ist sie überreif: Die Samen werden braun und hart, das Fruchtfleisch kann bitter schmecken.

Schneid die Früchte mit Messer oder Gartenschere ab und lass 2–3 cm Stiel dran, statt sie abzudrehen. Lange halten Auberginen nicht. Lagere sie kühl, um 10°C, und verbrauche sie innerhalb von etwa einer Woche; im Kühlschrank halten sie nur wenige Tage.

Drei schlanke, violett-weiß gestreifte Auberginen an einer Kübelpflanze
Foto: Mark from San Diego, USA · CC BY 2.0 · über Wikimedia Commons

Quellen: RHS, Garden Organic, LWG Bayern, Kiepenkerl, Bingenheimer Saatgut, Hortipendium, Illinois Extension, SDSU Extension, Virginia Tech

Welche Sorten?

Neben der klassischen langen, fast schwarzen Frucht gibt es runde, weiße, gestreifte und golfballgroße Auberginen. Die Bayerische Gartenakademie nennt als Beispiele 'Madonna F1', die weiße 'Mohican', die kleine 'Bambino' und 'Black Beauty'; die britische RHS zeichnet 'Bonica', 'Clara', 'Galine' und 'Kaberi' aus.

Fürs Freiland oder einen kurzen Sommer nimmst du am besten frühe, kompakte oder kleinfrüchtige Sorten. Bei ihnen reifen bis zum Herbst mehr Früchte aus als bei den großfrüchtigen.

Quellen: RHS, LWG Bayern, Bingenheimer Saatgut, Plantura

Schädlinge, Krankheiten und Fruchtfolge

Unter Glas machen meist Spinnmilben und Weiße Fliege Ärger, dazu Blattläuse an jungen Trieben. Kontrollier regelmäßig die Blattunterseiten. Im Freiland fressen auch Kartoffelkäfer und ihre Larven gern an Auberginen; sammle sie von Hand ab.

Die Krankheit, die du kennen solltest, ist die Verticillium-Welke. Der Pilz lebt im Boden und dringt über die Wurzeln ein: Die unteren Blätter vergilben, oft zuerst auf einer Seite der Pflanze, und bei Hitze welkt sie. Heilen lässt sich das nicht. Zieh befallene Pflanzen heraus und bau an dieser Stelle jahrelang keine Auberginen, Tomaten oder Kartoffeln mehr an.

Auberginen gehören mit Tomaten, Paprika und Kartoffeln zu den Nachtschattengewächsen. Die britische RHS sieht Auberginen in der Fruchtfolge locker, weil Verticillium aber die ganze Gruppe befällt und jahrelang im Boden bleibt, sind drei bis vier Jahre Pause für alle Nachtschattengewächse die sichere Regel.

Eine Auberginenpflanze mit vergilbten und vertrockneten unteren Blättern durch Verticillium-Welke
Verticillium: Die Vergilbung beginnt auf einer Seite. Foto: Josef Schlaghecken · CC BY 4.0 · über Wikimedia Commons

Quellen: RHS, LWG Bayern, Kiepenkerl, Bingenheimer Saatgut, Plantura, Virginia Tech

Gute Nachbarn?

Mischkultur-Tabellen empfehlen Salat, Spinat oder Kohl neben Auberginen und raten von Tomaten und Paprika ab. Eine Untersuchung zu diesen Paaren haben wir nicht gefunden, es ist Gärtnerwissen. Niedrige, schnelle Kulturen wie Salat machen immerhin wenig Konkurrenz.

Zwei Punkte mit gutem Grund: Auberginen starten langsam, lass sie also nicht von ausladenden Zucchini oder Kürbissen überwuchern. Und behandle Tomaten, Paprika und Kartoffeln bei der Fruchtfolge wie dieselbe Kultur.

Quellen: RHS, Plantura, Bingenheimer Saatgut

Häufige Fragen

Wann sät man Auberginen aus?

Von Februar bis Mitte März drinnen, warm bei 22–28°C. Von der Aussaat bis zur ersten Frucht brauchen sie rund fünf Monate, fang also nicht zu spät an.

Wie lange brauchen Auberginen zum Keimen?

Warm gestellt ein bis drei Wochen. In kühler Erde unter etwa 20°C dauert es deutlich länger, oder sie keimen gar nicht.

Kann man Auberginen im Freiland anbauen?

Nur an einem warmen, geschützten Platz, etwa vor einer Südwand, und in einem guten Sommer. Nimm frühe Sorten und schwarzen Mulch. Gewächshaus oder Folientunnel sind deutlich zuverlässiger.

Kann man Auberginen im Topf ziehen?

Ja. Gib jeder Pflanze einen Kübel mit mindestens 30 cm Durchmesser, einen sonnigen, geschützten Platz, einen Stab und regelmäßig kaliumbetonten Dünger. Kompakte Sorten eignen sich am besten.

Wie viele Früchte trägt eine Auberginenpflanze?

Bei großfrüchtigen Sorten rechnest du in unserem Klima mit fünf bis sechs; weitere Blüten entfernst du, wenn diese angesetzt haben. Kleinfrüchtige Sorten tragen mehr.

Wann sind Auberginen reif?

Wenn sie ihre sortentypische Größe und Farbe hat und die Schale glänzt. Matte Schale heißt überreif, mit harten, braunen Samen.

Kann man Auberginen roh essen?

Beratungsstellen wie die Bayerische Gartenakademie empfehlen, sie nur gekocht zu essen, weil vor allem unreife Früchte Solanin enthalten.

Eine Tüte Auberginen zur Hand?

Fotografier sie — Growie liest die Tüte, setzt sie in deinen Plan und erinnert dich ans Säen, Gießen und Ernten.

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Quellen

Jeder Wert hier ist durch mindestens zwei unabhängige Quellen belegt oder als Spanne angegeben, wo sie voneinander abweichen.

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