Aussaat-Ratgeber · Hülsenfrüchtler
Duftwicken aussäen: wann und wie
Duftwicken säst du von Februar bis April in tiefe Töpfe und ab April direkt ins Beet. Wer regelmäßig pflückt, hat von Juni bis September Blüten.
Fakten geprüft am 26. September 2026

Aussaatkalender
Für gemäßigtes Klima (Mitteleuropa). Growie verschiebt diese Fenster auf den letzten und ersten Frost in deinem Garten.
Anbau auf einen Blick
- Saattiefe
- 1–2 cm
- Keimung
- Etwa 15°C, 1–3 Wochen
- Abstand
- 15–25 cm entlang der Rankhilfe
- Im Hochbeet 120 × 80 cm
- 6–8 Pflanzen entlang einer Längsseite
- Standort
- Sonnig, windgeschützt, nährstoffreicher, frischer Boden
- Blütezeit
- Juni–September, wenn du regelmäßig pflückst
- Höhe
- Kletternde Sorten 150–250 cm; braucht Rankhilfe
- Nicht essbar
- Samen und Hülsen sind giftig
Wann Duftwicken aussäen?
Duftwicken sind robuste Einjährige, du hast deshalb zwei Zeitfenster. Das wichtigste ist Spätwinter bis Frühjahr: Von Februar bis April säst du sie geschützt in Töpfe. Mit einem Frühbeet oder unbeheizten Gewächshaus kannst du auch schon im Oktober oder November säen und die Jungpflanzen dort überwintern. Solche Herbstaussaaten blühen früher als Frühjahrsaussaaten.
Direkt ins Beet säst du ab April bis Anfang Mai, sobald sich der Boden etwas erwärmt hat. Das ist bequemer, die Pflanzen blühen aber einige Wochen später als vorgezogene.
Vorgezogene Duftwicken pflanzt du in milden Lagen ab April aus. In kühleren Gegenden wartest du bis nach den Eisheiligen Mitte Mai, vor allem wenn die Pflanzen auf einer warmen Fensterbank groß geworden sind.
Quellen: RHS, Plantura, Love the Garden, Lubera
So säst du Duftwicken
Duftwicken bilden lange Wurzeln. Nimm deshalb tiefe Gefäße: Anzuchtrinnen, Töpfe mit 9 cm Durchmesser und je ein oder zwei Samen oder Papprollen, die du später mit auspflanzt. Leg die Samen 1–2 cm tief in Anzuchterde und stell sie bei etwa 15°C auf. Nach einer bis drei Wochen keimen sie, oft recht ungleichmäßig.
Die Samen haben eine harte Schale. Viele weichen sie über Nacht ein, dabei faulen sie aber manchmal. Schonender ist es, sie auf feuchtem Küchenpapier in einer geschlossenen Dose quellen zu lassen. Bleiben einzelne Samen hart, ritz die Schale gegenüber dem Nabel mit einem Messer leicht an.
Sind die Pflanzen etwa 7–10 cm hoch oder haben drei Blattpaare, knipst du die Triebspitze ab. Dann verzweigen sie sich von unten und bilden mehr Blütentriebe.
Härte die Jungpflanzen vor dem Auspflanzen ab und setz sie mit 15–25 cm Abstand an den Fuß der Rankhilfe. Geh vorsichtig mit den Wurzeln um: Sie sind weiß, fleischig und brechen leicht.

Quellen: RHS, Plantura, Love the Garden, Lubera
Rankhilfe, Wasser und Dünger
Kletternde Duftwicken werden meist 150–250 cm hoch. Stell deshalb vor dem Pflanzen eine etwa 200 cm hohe Rankhilfe auf: ein Zelt aus Stäben, Reisig, ein Netz oder ein Gitter. Sie klettern mit dünnen Ranken, feine Netze oder Reisig passen deshalb besser als dicke Stangen. Zwergsorten bleiben bei 20–40 cm und eignen sich für Töpfe.
Such einen sonnigen, windgeschützten Platz mit humosem, nährstoffreichem Boden, der Feuchtigkeit hält, aber nie nass steht. Duftwicken mögen kalkhaltigen Boden.
Gieß bei Trockenheit durchdringend; im Beet kann das alle drei bis vier Tage nötig sein. Ab der Blüte hält ein kaliumbetonter Flüssigdünger, etwa Tomatendünger, die Blütenbildung in Gang. Wassermangel ist ein häufiger Grund, warum Knospen abfallen, bevor sie aufgehen.
Quellen: RHS, Love the Garden, Lubera, Plantura
Pflücken, Blüte und Saatgut
Duftwicken blühen von Juni bis in den September, manchmal länger. Die Regel ist einfach: Je mehr du pflückst, desto mehr blühen sie. Schneid alle paar Tage Stiele, bevor die Blüten welken. Darf eine Pflanze Hülsen ansetzen, steckt sie ihre Kraft in die Samen und hört bald auf zu blühen.
Pflück am besten morgens und stell die Stiele gleich ins Wasser.
Für eigenes Saatgut lässt du im Spätsommer an deiner Lieblingspflanze ein paar Stiele stehen, bis die Hülsen an der Pflanze braun und trocken sind. Duftwicken bestäuben sich überwiegend selbst, samenfeste Sorten fallen deshalb meist sortenecht; Hybriden nicht unbedingt. Bewahr die trockenen Samen kühl und trocken in einer Papiertüte auf.
Samen und Hülsen sind giftig und dürfen nie mit Gartenerbsen verwechselt werden. Halt sie von Kindern und Haustieren fern.
Quellen: RHS, Plantura, Love the Garden, Lubera, Wikipedia
Schädlinge, Krankheiten und Fruchtfolge
Echter Mehltau ist das häufigste Problem, meist ab Hochsommer, wenn die Pflanzen trocken und zu dicht stehen. Ein weißer Belag breitet sich über die Blätter aus. Gieß bei Trockenheit, sorg für Luft zwischen den Pflanzen und entferne stark befallene Triebe.
Blattläuse sitzen gern an Triebspitzen und Knospen und können Viren übertragen, die die Blätter scheckig machen und das Wachstum bremsen. Wisch oder spül sie früh ab. Schnecken mögen die jungen Triebe, schütze die Pflanzen deshalb nach dem Auspflanzen.
In staunassem Boden faulen die Wurzeln. Meide schwere, nasse Stellen oder verbessere den Boden vor dem Pflanzen.
Duftwicken sind Hülsenfrüchtler wie Erbsen und Bohnen. Säe sie jedes Jahr an einem anderen Platz statt immer an derselben Stelle, und zähl sie in deiner Fruchtfolge zu den Hülsenfrüchtlern.

Quellen: RHS, Love the Garden, Lubera, Plantura
Gute Nachbarn?
Duftwicken werden oft zwischen Gemüse gepflanzt, um Bestäuber anzulocken, und manche setzen niedrige Blumen an ihren Fuß, damit die Wurzeln kühl bleiben. Beides ist sinnvolle Gärtnerpraxis, aber nicht belegt; Versuche dazu haben wir nicht gefunden.
Zwei praktische Punkte: Hohe Duftwicken werfen Schatten, setz sie deshalb an die Nordseite des Beets. Und halt sie deutlich getrennt von Gemüseerbsen, damit niemand die falschen Hülsen erntet.
Quellen: RHS, Wikipedia
Häufige Fragen
Wann sät man Duftwicken aus?
Geschützt in Töpfen von Februar bis April, mit Frühbeet oder kaltem Gewächshaus auch schon im Oktober und November. Direkt ins Beet im April oder Anfang Mai.
Muss man Duftwicken-Samen einweichen?
Nein, nötig ist es nicht. Einweichen über Nacht beschleunigt die Keimung, kann die Samen aber faulen lassen. Sicherer ist feuchtes Küchenpapier, bis sie quellen; hart gebliebene Samen leicht anritzen.
Soll man Duftwicken entspitzen?
Ja, wenn sie etwa 7–10 cm hoch sind oder drei Blattpaare haben. Dann verzweigen sie sich und blühen reicher.
Warum blühen meine Duftwicken nicht mehr?
Meist haben sich Hülsen gebildet oder die Wurzeln sind zu trocken. Pflück alle paar Tage, entferne Hülsen und gieß bei Trockenheit gründlich.
Kann man Duftwicken im Topf ziehen?
Ja, in einem großen, tiefen Topf mit Rankhilfe. Am einfachsten sind Zwergsorten. Im Topf trocknen sie schnell aus, gieß deshalb oft und dünge regelmäßig.
Sind Duftwicken giftig?
Ja, Samen und Hülsen sind giftig. Duftwicken sind reine Zierpflanzen und keine Gemüseerbsen.
Eine Tüte Duftwicken zur Hand?
Fotografier sie — Growie liest die Tüte, setzt sie in deinen Plan und erinnert dich ans Säen, Gießen und Ernten.
Garten kostenlos planenQuellen
Jeder Wert hier ist durch mindestens zwei unabhängige Quellen belegt oder als Spanne angegeben, wo sie voneinander abweichen.
- RHS: How to grow lathyrus (sweet peas)
- RHS: How to grow annuals and biennials
- RHS: Crop rotation
- RHS: Companion planting
- Plantura: Duftwicke: Standort, Aussaat & Arten
- Love the Garden: (Duft-)Wicke pflanzen & pflegen
- Lubera: Duftwicken (Edelwicken): Pflanz- und Pflegeanleitung
- Wikipedia: Lathyrus odoratus
Bildnachweise
- Reihen blühender Duftwicken in vielen Farben an hohen Rankhilfen in einem ummauerten Garten — Foto: Sandra Humphrey · CC BY-SA 2.0 · über Wikimedia Commons
- Junge Duftwicken-Sämlinge in Töpfen auf der Fensterbank — Foto: Salicyna · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons
- Zwei junge grüne Samenhülsen an einer Duftwicke — Foto: Trio3D · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons