Aussaat-Ratgeber · Nachtschattengewächse
Kartoffeln pflanzen: wann und wie
Kartoffeln pflanzt du von Ende März bis Anfang Mai, sobald der Boden etwa 8°C hat. Frühkartoffeln erntest du ab Juni, späte Sorten ab Ende August.
Fakten geprüft am 26. September 2026

Pflanzkalender
Für gemäßigtes Klima (Mitteleuropa). Growie verschiebt diese Fenster auf den letzten und ersten Frost in deinem Garten.
Anbau auf einen Blick
- Pflanzzeit
- Ende März (Frühkartoffeln) bis Anfang Mai
- Bodentemperatur
- Mindestens 6–8°C
- Pflanztiefe
- 10–15 cm, Keime nach oben
- Abstand
- Frühe 30 cm × 60 cm, späte 35–40 cm × 70–75 cm
- Im Hochbeet 120 × 80 cm
- 6–8 Pflanzen, am besten Frühkartoffeln
- Standort
- Sonnig, humoser lockerer Boden, pH 5,5–6,5
- Fruchtfolge
- 4 Jahre Anbaupause
- Frost
- Triebe frostempfindlich; anhäufeln oder abdecken
Wann Kartoffeln pflanzen?
Kartoffeln kommen in die Erde, wenn der Boden sich auf etwa 6–8°C erwärmt hat. In milden Lagen kannst du Frühkartoffeln ab Ende März legen, mittelfrühe Sorten ab Mitte April. In kühleren Gegenden pflanzt du Frühkartoffeln im April und die übrigen Sorten von Mitte April bis Anfang Mai.
Die Knollen selbst liegen sicher im Boden, das Laub aber erfriert schon bei leichtem Frost. Ist nach dem Austrieb eine kalte Nacht angesagt, häufel die Triebe mit Erde zu oder deck die Reihe über Nacht mit Vlies oder Stroh ab. Viele Gärtner pflanzen späte Sorten deshalb erst um die Eisheiligen Mitte Mai.
Vorkeimen verschafft dir einen Vorsprung. Leg die Pflanzkartoffeln etwa vier bis sechs Wochen vor dem Pflanzen, also ab Februar, mit den meisten Augen nach oben in Eierkartons oder flache Kisten. Der Platz sollte hell, kühl und frostfrei sein, um 10–15°C. Gepflanzt wird, wenn die Knollen kurze, kräftige Keime von etwa 1–2 cm haben. Lange, blasse Triebe zeigen, dass der Platz zu dunkel war.
Quellen: RHS, Garden Organic, Gartenakademie RLP, Sächsischer Kartoffelverband, BZL
So pflanzt du Kartoffeln
Kauf Pflanzkartoffeln im Gartenhandel oder beim Saatgutversand. Sie sind auf die wichtigsten Krankheiten geprüft. Das zählt, weil Kartoffeln Viren und Krautfäule mit der Knolle ins nächste Jahr tragen.
Such dir einen sonnigen Platz mit lockerem, tiefgründigem und humusreichem Boden. Kartoffeln sind Starkzehrer, arbeite deshalb vorher gut verrotteten Kompost oder Mist ein, etwa 3 Liter pro Quadratmeter. Kalk das Beet vor Kartoffeln nicht, in kalkhaltigem Boden tritt eher Schorf auf. Leicht saurer Boden um pH 5,5–6,5 ist ideal.
Leg jede Knolle mit den Keimen nach oben etwa 10–15 cm tief. Am einfachsten geht das in Reihen: Furche oder einzelne Pflanzlöcher ziehen, Knollen einlegen und vorsichtig mit Erde bedecken, damit die Keime nicht abbrechen. In Großbritannien wird meist volle 15 cm tief gelegt, hierzulande oft etwas flacher, dafür wird später angehäufelt.
Frühe Sorten setzt du mit 30 cm Abstand in Reihen, die 60 cm auseinanderliegen. Späte Sorten werden größer und brauchen 35–40 cm in der Reihe und 70–75 cm zwischen den Reihen. In ein Hochbeet von 120 × 80 cm passen so zwei Reihen mit je vier Frühkartoffeln, also acht Pflanzen, oder sechs späte. Frühkartoffeln passen am besten ins Hochbeet: Sie sind meist vor der Krautfäule geerntet, und danach ist noch Platz für eine Nachkultur.

Quellen: RHS, Garden Organic, Gartenakademie RLP, Sächsischer Kartoffelverband
Anhäufeln, gießen und düngen
Häufel an, sobald die Triebe etwa 15–20 cm hoch sind: Zieh Erde aus dem Zwischenraum an die Stängel, bis nur noch die oberen Blätter herausschauen. Wiederhol das zwei- bis dreimal im Abstand von zwei bis drei Wochen, bis der Damm etwa 20–30 cm hoch ist oder sich das Laub zwischen den Reihen schließt. Das Anhäufeln hält Licht von den Knollen fern, damit sie nicht grün werden, schützt junge Triebe vor Spätfrost und unterdrückt Unkraut. Den Ertrag steigert es kaum. Gärtnerst du ohne Umgraben, kannst du darauf verzichten, solange die Knollen bedeckt bleiben.
Wasser brauchen Kartoffeln vor allem, wenn sie Knollen ansetzen, grob gesagt ab der Blüte bis etwa drei Wochen danach. Ist der Boden dann trocken, bilden sich weniger und kleinere Knollen, und Schorf wird viel wahrscheinlicher. Gieß bei Trockenheit lieber selten und durchdringend als oft und wenig.
Hast du beim Pflanzen Kompost eingearbeitet, reicht das auf den meisten Böden. Auf mageren Böden hilft späten Sorten eine stickstoffbetonte organische Gabe beim zweiten Anhäufeln.

Quellen: RHS, Garden Organic, Gartenakademie RLP, Sächsischer Kartoffelverband
Ernten und lagern
Frühkartoffeln sind ab Juni bis in den Juli erntereif, rund drei Monate nach dem Pflanzen. Ein guter Hinweis ist die Blüte oder das Abfallen der Knospen, allerdings blüht nicht jede Sorte. Scharr zuerst etwas Erde beiseite: Sind die Knollen etwa hühnereigroß, kannst du ernten. Frühkartoffeln halten nicht lange, grab sie also nach Bedarf aus.
Mittelfrühe Sorten folgen im Juli und August, späte ab Ende August bis Oktober. Für Lagerkartoffeln wartest du, bis das Kraut abgestorben ist, entfernst es und lässt die Knollen noch zwei bis drei Wochen im Boden, damit die Schale fest wird. Viel länger solltest du im nassen Herbst aber nicht warten, sonst fressen sich Schnecken hinein.
Ernte an einem trockenen Tag und stich die Grabegabel mit Abstand zur Pflanze ein. Lass die Kartoffeln ein paar Stunden an der Oberfläche abtrocknen, bürste lose Erde ab, wasch sie aber nicht, und leg beschädigte Knollen zum baldigen Verbrauch beiseite.
Lagere sie dunkel, kühl und frostfrei, am besten bei 4–6°C, in Papier- oder Jutesäcken oder luftigen Lattenkisten. Kälter werden sie süß, wärmer treiben sie aus. Licht macht sie grün, und grüne Stellen enthalten Solanin: Schneid sie großzügig weg und wirf stark grüne oder stark keimende Knollen weg.

Quellen: RHS, Garden Organic, BZL, Gartenakademie RLP, Sächsischer Kartoffelverband, BfR
Frühe oder späte Sorten?
Kartoffelsorten werden nach ihrer Reifezeit eingeteilt, in Reifegruppen von sehr früh bis spät. Sehr frühe Sorten brauchen etwa 90–110 Tage, späte 140–160.
Frühe Sorten liefern im Frühsommer zarte Frühkartoffeln, brauchen weniger Platz und entgehen meist der Krautfäule. Späte Sorten belegen das Beet die ganze Saison, bringen aber den größten Ertrag und die Kartoffeln, die sich über den Winter lagern lassen.
Tritt Krautfäule bei dir fast jeden Sommer auf, greif zu widerstandsfähigen Sorten. Die britische RHS nennt etwa die Sarpo-Sorten wie 'Sarpo Mira' und 'Sarpo Axona' sowie 'Carolus' und 'Alouette'.
Quellen: BZL, RHS, Sächsischer Kartoffelverband
Schädlinge, Krankheiten und Fruchtfolge
Die gefürchtetste Krankheit ist die Kraut- und Knollenfäule. Bei feuchtwarmem Wetter breiten sich graugrüne bis braune Flecken innerhalb weniger Tage über das Laub aus, die Pflanzen fallen zusammen, und die Knollen faulen mit rotbraunen Stellen unter der Schale. Meist tritt sie ab Juni auf. Vorkeimen und frühe Sorten helfen dir, vorher zu ernten. Ist etwa ein Viertel des Laubs befallen, schneid das ganze Kraut bodennah ab und warte etwa zwei Wochen mit der Ernte, damit die Schale fest wird. Befallenes Kraut gehört nicht auf den Kompost. Pflanz Tomaten möglichst weit weg von Kartoffeln, sie bekommen dieselbe Krankheit.
Schorf hinterlässt raue, korkige Flecken auf der Schale. Das ist meist nur ein Schönheitsfehler: schälen und essen. Halte den Boden während der Knollenbildung feucht und kalk nicht vor Kartoffeln.
Im Frühjahr wandert der Kartoffelkäfer ein. Kontrolliere die Pflanzen regelmäßig, schüttel die gestreiften Käfer ab und sammle sie ein, und zerdrück die orangeroten Eigelege auf der Blattunterseite. Die Gelege von Marienkäfern sehen ähnlich aus, sind aber gelblicher, die lässt du in Ruhe.
Kartoffeln gehören zu den Nachtschattengewächsen, wie Tomaten, Paprika und Auberginen. Halte eine Anbaupause von mindestens vier Jahren ein, bevor wieder Kartoffeln ins selbe Beet kommen, und pflanz auch keine anderen Nachtschattengewächse direkt danach. So reichern sich Kartoffelnematoden und bodenbürtige Krankheiten nicht an.

Quellen: RHS, LWK NRW, AHDB, Gartenakademie RLP, Sächsischer Kartoffelverband, Garden Organic
Gute Nachbarn?
Mischkultur-Tabellen setzen Kartoffeln oft neben Buschbohnen, Spinat, Tagetes oder Kapuzinerkresse und raten von Sonnenblumen, Gurken und Kürbis ab. Belastbare Belege für diese Paare haben wir nicht gefunden, es ist Gärtnerwissen.
Die eine Regel mit gutem Grund: Kartoffeln und Tomaten räumlich und in der Fruchtfolge trennen, weil die Krautfäule leicht von einer auf die andere überspringt.
Quellen: RHS, LWK NRW
Häufige Fragen
Wann pflanzt man Kartoffeln?
Frühe Sorten ab Ende März oder im April, späte von Mitte April bis Anfang Mai, sobald der Boden etwa 6–8°C warm ist. Schütz die Triebe vor Spätfrost.
Muss man Kartoffeln vorkeimen?
Nein, aber es lohnt sich, vor allem bei Frühkartoffeln. Vorgekeimte Knollen wachsen schneller an und sind früher erntereif, dadurch hat auch die Krautfäule weniger Zeit.
Wie tief und mit welchem Abstand pflanzt man Kartoffeln?
Etwa 10–15 cm tief, Keime nach oben. Frühe Sorten mit 30 cm Abstand in Reihen von 60 cm, späte mit 35–40 cm in Reihen von 70–75 cm.
Kann man Kartoffeln aus dem Supermarkt pflanzen?
Sie treiben vielleicht aus, sicher ist das aber nicht. Pflanzkartoffeln sind auf die wichtigsten Krankheiten geprüft, Speisekartoffeln nicht, sie können Viren oder Krautfäule einschleppen.
Warum häufelt man Kartoffeln an?
Damit die Knollen kein Licht bekommen und nicht grün werden, junge Triebe vor Frost geschützt sind und Unkraut unterdrückt wird. Ohne Umgraben geht es auch, solange die Knollen bedeckt bleiben.
Wann sind Kartoffeln erntereif?
Frühkartoffeln ab Juni, wenn sie blühen und die Knollen hühnereigroß sind. Lagerkartoffeln zwei bis drei Wochen nach dem Absterben des Krauts, wenn die Schale fest ist.
Kann man grüne Kartoffeln essen?
Grüne Stellen enthalten Solanin. Schneid sie großzügig weg, und wirf stark grüne oder stark keimende Knollen weg.
Eine Tüte Kartoffeln zur Hand?
Fotografier sie — Growie liest die Tüte, setzt sie in deinen Plan und erinnert dich ans Säen, Gießen und Ernten.
Garten kostenlos planenQuellen
Jeder Wert hier ist durch mindestens zwei unabhängige Quellen belegt oder als Spanne angegeben, wo sie voneinander abweichen.
- RHS: How to grow potatoes
- RHS: Growing potatoes: secrets of success
- RHS: Potato and tomato blight
- RHS: Potato scabs
- RHS: Crop rotation
- RHS: Companion planting
- Garden Organic: Potatoes
- Gartenakademie RLP: Kartoffelanbau im eigenen Garten
- Sächsischer Kartoffelverband: Kartoffelanbau im Garten
- BZL: Kartoffeln richtig ernten und lagern
- BZL: Kartoffeln im Kübel oder Pflanzsack anbauen
- LWK NRW: Kraut- und Braunfäule an Kartoffeln und Tomaten
- LWK NRW: Die Kartoffelkäfer sind da
- AHDB: What to do if you see the Colorado potato beetle
- BfR: Solanin in Kartoffeln: grüne und stark keimende Knollen aussortieren
Bildnachweise
- Frisch geerntete gelbe Kartoffeln, an der Schale haftet noch Erde — Foto: Ilo Frey · Pexels License · über Pexels
- Pflanzkartoffeln in einem Eierkarton mit kurzen violetten Keimen — Foto: Kangarooth · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons
- Dichtes, gesundes Kartoffelkraut in einem Kleingartenbeet — Foto: Dennis Lamczak · CC BY-SA 2.0 · über Wikimedia Commons
- Violette Kartoffelblüten mit gelber Mitte zwischen grünen Blättern — Foto: George Chernilevsky · Public domain · über Wikimedia Commons
- Zwei Kartoffelblätter mit braunen Flecken der Kraut- und Knollenfäule — Foto: Mary Ann Hansen, Virginia Polytechnic Institute and State University · CC BY 3.0 US · über Wikimedia Commons