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Tomaten aussäen: wann und wie

Tomaten säst du von Mitte März bis Anfang April im Haus aus und pflanzt sie nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Beet. Geerntet wird ab Ende Juli.

Fakten geprüft am 26. September 2026

Ein Weidenkorb mit reifen roten und orangen Tomaten auf der Erde vor Tomatenpflanzen
Foto: George Chernilevsky · CC BY 4.0 · über Wikimedia Commons

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Für gemäßigtes Klima (Mitteleuropa). Growie verschiebt diese Fenster auf den letzten und ersten Frost in deinem Garten.

Anbau auf einen Blick

Aussaat im Haus
Mitte März bis Anfang April
Keimung
18–24°C, nach 6–11 Tagen
Saattiefe
0.5–1 cm
Auspflanzen
Ab Mitte Mai, Nächte über etwa 10°C
Abstand
50–60 cm in der Reihe, 75–80 cm zwischen den Reihen
Im Hochbeet 120 × 80 cm
4 Stabtomaten oder 2 Buschtomaten
Standort
Volle Sonne, geschützt, am besten überdacht
Fruchtfolge
3–4 Jahre Pause für Tomaten und Kartoffeln

Wann Tomaten aussäen und auspflanzen?

Für Tomaten, die draußen wachsen sollen, säst du von Mitte März bis Anfang April im Haus aus. Bis die Frostgefahr vorbei ist, hast du dann kräftige Jungpflanzen von sechs bis acht Wochen. Mit Gewächshaus und beheiztem Anzuchtkasten kannst du schon Ende Februar oder Anfang März beginnen.

Auf der Fensterbank lohnt sich eine Aussaat im Januar oder Februar nicht. Das Licht reicht noch nicht, die Sämlinge vergeilen zu langen, dünnen Pflanzen und stehen dann wochenlang im Topf, bevor es draußen warm genug ist. Früher ernten als nach einer Aussaat Mitte März wirst du damit kaum.

Tomaten vertragen keinen Frost. Ins Freiland kommen sie nach den Eisheiligen Mitte Mai, und die Nächte sollten nicht mehr unter etwa 10°C fallen, sonst stockt das Wachstum und die Früchte setzen schlecht an. Ins Gewächshaus oder den Folientunnel kannst du ab Mitte bis Ende April pflanzen.

Quellen: RHS, Garden Organic, Bingenheimer Saatgut, LWG Bayern, UMD Extension

So säst und pflanzt du Tomaten

Säe die Samen dünn in eine Schale oder kleine Töpfe mit Anzuchterde, bedecke sie 0.5–1 cm hoch mit Erde und gieß vorsichtig an. Bei 18–24°C unter einer Haube oder Folie keimen sie nach etwa sechs bis elf Tagen, auf einer warmen Fensterbank oder im Anzuchtkasten.

Sobald die Keimlinge da sind, nimm die Abdeckung ab und stell sie etwas kühler, aber so hell wie möglich. Wärme bei zu wenig Licht ist genau das, was Sämlinge vergeilen lässt.

Haben die Pflänzchen ihr erstes echtes Blattpaar, meist zwei bis drei Wochen nach der Aussaat, pikierst du sie in einzelne Töpfe. Fass sie am Blatt an, nie am Stängel, und setz sie tiefer als vorher: Tomaten bilden an jedem Stück Stängel unter der Erde neue Wurzeln.

Härte die Pflanzen vor dem Auspflanzen ein bis zwei Wochen lang ab, tagsüber draußen, nachts drinnen. Pflanz sie dann in ein sonniges, geschütztes Beet mit Kompost, so tief, dass der Stängel bis zu den ersten Blättern in der Erde steckt. Stabtomaten brauchen 50–60 cm Pflanzabstand und 75–80 cm zwischen den Reihen, Buschtomaten mehr. Steck den Stab oder die Schnur gleich beim Pflanzen, damit du später keine Wurzeln verletzt.

In ein Hochbeet von 120 × 80 cm passen vier Stabtomaten in zwei Reihen zu je zwei, oder zwei ausladende Buschtomaten. Quetsch keine weiteren dazu: Tomaten brauchen Luft ums Laub, damit sie gesund bleiben.

Junge Tomatensämlinge in einer Anzuchtplatte mit dunkler Erde
Foto: Dwight Sipler · CC BY 2.0 · über Wikimedia Commons

Quellen: RHS, Garden Organic, Bingenheimer Saatgut, Pflanzenschutzdienst Hamburg

Gießen, düngen und ausgeizen

Am wichtigsten ist gleichmäßige Feuchtigkeit. Gieß durchdringend und regelmäßig an den Fuß der Pflanze, nicht über die Blätter; Tomaten im Kübel brauchen an heißen Tagen täglich Wasser. Der Wechsel zwischen trocken und klatschnass sorgt für geplatzte Früchte und Blütenendfäule. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Stroh hält den Boden länger feucht.

Tomaten sind hungrig und gelten meist als Starkzehrer. Arbeite vor dem Pflanzen Kompost ins Beet ein. Sobald die ersten Früchte dicker werden, gib alle 10–14 Tage einen kaliumbetonten Tomatendünger oder Beinwelljauche.

Stabtomaten, die hohen Sorten mit einem Haupttrieb, bilden in jeder Blattachsel einen Seitentrieb, den Geiztrieb. Brich ihn etwa einmal pro Woche aus, solange er klein ist. So bleibt die Pflanze luftig und steckt ihre Kraft in die Früchte. Buschtomaten musst du nicht ausgeizen.

Im Freiland kappst du die Spitze einer Stabtomate, sobald vier Fruchtstände angesetzt haben, zwei Blätter über dem obersten; mehr reifen draußen bis zum Herbst nicht aus. Im Gewächshaus dürfen es etwa sieben sein. Entferne außerdem die unteren Blätter bis zum ersten Fruchtstand, damit kein Spritzwasser mit Erde ans Laub kommt.

  • Ein einfaches Tomatendach hält das Laub trocken und ist der beste Schutz vor Kraut- und Braunfäule.
Eine an einen Holzstab gebundene Tomatenpflanze mit grünen und roten Früchten über Strohmulch
Foto: National Park Service · Public domain · über Wikimedia Commons

Quellen: RHS, Garden Organic, LWG Bayern, Hortipendium, UMD Extension

Ernten und lagern

Freilandtomaten reifen meist ab Ende Juli und tragen bis zu den ersten Frösten, oft bis in den Oktober. Im Gewächshaus geht es früher los. Ernte die Früchte, wenn sie voll ausgefärbt sind, vor angekündigtem Starkregen auch etwas früher, denn reife Früchte platzen leicht.

Lange Hitzeperioden weit über 30°C können dazu führen, dass Blüten abfallen, ohne Früchte anzusetzen, weil der Pollen nicht mehr funktioniert. Öffne an heißen Tagen Tür und Fenster des Gewächshauses. Ab September, wenn die Nächte regelmäßig unter 10°C fallen, reifen kaum noch Früchte nach.

Vor dem ersten Frost pflückst du die restlichen grünen Früchte und lässt sie im Haus an einem warmen Ort nachreifen; eine reife Banane daneben beschleunigt das. Reife Tomaten lagerst du bei Zimmertemperatur, nicht im Kühlschrank. Kälte schadet Konsistenz und Aroma.

Quellen: Garden Organic, Bingenheimer Saatgut, RHS, UMD Extension, LWG Bayern, Hortipendium

Stabtomate oder Buschtomate?

Stabtomaten wachsen die ganze Saison nach oben. Sie brauchen einen Stab, eine Spirale oder Schnur, wöchentliches Ausgeizen und am Ende das Kappen der Spitze. Dafür nutzen sie den Platz gut und passen ins Hochbeet und Gewächshaus. Die meisten Fleischtomaten und viele Cocktailtomaten sind Stabtomaten.

Buschtomaten hören in einer bestimmten Höhe auf zu wachsen und werden breit. Du musst sie nicht ausgeizen, sie brauchen aber mehr Fläche. Früchte, die auf dem Boden liegen, faulen leicht und locken Schnecken an, eine Strohunterlage hilft. Kompakte Buschsorten eignen sich auch für Kübel und Ampeln.

Wo Kraut- und Braunfäule häufig ist, lohnen sich Sorten mit Resistenz oder Toleranz gegen Phytophthora. In Versuchen der britischen RHS schnitten 'Crimson Crush' und 'Mountain Magic' sehr gut ab. Resistent heißt aber nicht immun, halte das Laub trotzdem trocken.

Quellen: RHS, LWG Bayern, UMD Extension

Braunfäule, andere Probleme und Fruchtfolge

Die Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans) ist das größte Problem bei Freilandtomaten. Bei feucht-warmem Wetter bekommen die Blätter braune Flecken und sterben innerhalb weniger Tage ab, die Stängel werden dunkel, und die grünen Früchte verfärben sich braun und faulen. Der Pilz braucht Blätter, die mehrere Stunden nass bleiben. Ein Tomatendach, großzügiger Abstand, regelmäßiges Ausgeizen und das Entfernen der unteren Blätter helfen deshalb. Am sichersten ist der Anbau unter Dach.

Der Erreger überwintert in Kartoffeln, die im Boden bleiben oder auf dem Kompost landen, und springt vom Kartoffellaub auf die Tomaten über. Pflanz Tomaten deshalb nicht direkt neben Kartoffeln. Zupf die ersten befallenen Blätter sofort ab. Befallene Pflanzen gehören nicht auf den Kompost, sondern in die Biotonne. Stäbe vor dem nächsten Einsatz mit heißem Wasser reinigen.

Blütenendfäule zeigt sich als dunkler, eingesunkener Fleck an der Unterseite der Frucht. Dahinter steckt zu wenig Calcium in der Frucht, meist wegen ungleichmäßigen Gießens, nicht weil im Boden Calcium fehlt. Geplatzte Früchte haben dieselbe Ursache: auf eine Trockenphase folgen Starkregen oder eine große Wassergabe.

Tomaten gehören wie Kartoffeln, Paprika und Auberginen zu den Nachtschattengewächsen und teilen sich Schädlinge und Krankheiten. Lass drei bis vier Jahre vergehen, bevor eines davon wieder im selben Beet wächst. Hatte das Gewächshaus Braunfäule, tausch im nächsten Jahr die Erde aus oder nimm frische.

Grüne Tomaten mit braunen, speckigen Flecken der Kraut- und Braunfäule an einer absterbenden Pflanze
Kraut- und Braunfäule an grünen Früchten. Foto: Scot Nelson · CC0 · über Wikimedia Commons

Quellen: RHS, Pflanzenschutzdienst Hamburg, LWG Bayern, Hortipendium, Garden Organic

Gute Nachbarn?

Basilikum gilt als klassischer Partner der Tomate, Mischkultur-Tabellen nennen außerdem Möhren, Petersilie, Tagetes und Kapuzinerkresse. Belegt ist davon nur die Wirkung der Studentenblume (Tagetes): In einem Gewächshausversuch hielt sie die Weiße Fliege fern. Derselbe Versuch zeigte aber, dass Tomaten gemischt mit anderen Pflanzen ähnlich profitierten. Es ist also eher die Vielfalt als die Tagetes. Basilikum neben Tomaten ist Gärtnerwissen, schön und schadet nicht.

Die eine Regel mit gutem Grund: Tomaten nicht neben Kartoffeln. Beide bekommen die Kraut- und Braunfäule, und sie springt leicht von einer Kultur zur anderen.

Quellen: RHS, Pflanzenschutzdienst Hamburg

Häufige Fragen

Wann sät man Tomaten aus?

Für Freilandtomaten von Mitte März bis Anfang April im Haus, für ein beheiztes Gewächshaus ab Ende Februar oder Anfang März. Frühere Aussaaten auf der Fensterbank vergeilen meist.

Wann dürfen Tomaten raus?

Wenn kein Frost mehr droht und die Nächte über etwa 10°C bleiben, also nach den Eisheiligen Mitte Mai. Vorher ein bis zwei Wochen abhärten.

Muss man Tomaten ausgeizen?

Bei Stabtomaten ja: Brich die Geiztriebe wöchentlich aus, solange sie klein sind. Das hält die Pflanze luftig und bringt mehr Kraft in die Früchte. Buschtomaten musst du nicht ausgeizen.

Was hilft gegen Kraut- und Braunfäule?

Das Laub trocken halten: Tomatendach oder Gewächshaus, nur von unten gießen, genug Abstand, ausgeizen und die unteren Blätter entfernen. Tomaten nicht neben Kartoffeln pflanzen und resistente Sorten probieren.

Warum platzen meine Tomaten?

Ungleichmäßige Wasserversorgung. Nach Trockenheit wird die Schale fest, und kommt dann viel Regen oder Gießwasser, wächst die Frucht schneller, als die Schale mitkommt. Gleichmäßig gießen und mulchen.

Was ist der schwarze Fleck unten an meinen Tomaten?

Blütenendfäule: In der Frucht kommt zu wenig Calcium an, fast immer wegen unregelmäßigen Gießens. Befallene Früchte entfernen und den Boden gleichmäßig feucht halten, die späteren Früchte sind meist gesund.

Gehören Tomaten in den Kühlschrank?

Nein, lagere sie bei Zimmertemperatur. Kälte verdirbt Aroma und Konsistenz. Grün geerntete Früchte reifen am Saisonende im Haus an einem warmen Ort nach.

Eine Tüte Tomaten zur Hand?

Fotografier sie — Growie liest die Tüte, setzt sie in deinen Plan und erinnert dich ans Säen, Gießen und Ernten.

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Quellen

Jeder Wert hier ist durch mindestens zwei unabhängige Quellen belegt oder als Spanne angegeben, wo sie voneinander abweichen.

Bildnachweise

  • Ein Weidenkorb mit reifen roten und orangen Tomaten auf der Erde vor Tomatenpflanzen — Foto: George Chernilevsky · CC BY 4.0 · über Wikimedia Commons
  • Junge Tomatensämlinge in einer Anzuchtplatte mit dunkler Erde — Foto: Dwight Sipler · CC BY 2.0 · über Wikimedia Commons
  • Eine an einen Holzstab gebundene Tomatenpflanze mit grünen und roten Früchten über Strohmulch — Foto: National Park Service · Public domain · über Wikimedia Commons
  • Grüne Tomaten mit braunen, speckigen Flecken der Kraut- und Braunfäule an einer absterbenden Pflanze — Foto: Scot Nelson · CC0 · über Wikimedia Commons