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Aussaat-Ratgeber · Nachtschattengewächse

Physalis pflanzen: Andenbeeren aus dem eigenen Garten

Physalis säst du im März oder April im Haus, pflanzt sie nach den Eisheiligen aus und erntest ab August bis zum Frost, sobald die Hüllen papierartig sind.

Fakten geprüft am 26. September 2026

Eine Physalis-Pflanze mit grünen, lampionförmigen Hüllen in einem Garten
Foto: Frank Vincentz · CC BY-SA 3.0 · über Wikimedia Commons

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Für gemäßigtes Klima (Mitteleuropa). Growie verschiebt diese Fenster auf den letzten und ersten Frost in deinem Garten.

Anbau auf einen Blick

Aussaat im Haus
März–April
Saattiefe
0.5–1 cm, nur knapp bedeckt
Keimtemperatur
20–25°C, 7–10 Tage
Auspflanzen
Nach den Eisheiligen, Mitte bis Ende Mai
Wuchshöhe
Etwa 1–1.5 m, buschig
Ernte
August–Oktober, bis zum ersten Frost
Essbar nur
Reife Früchte; Hülle, Blätter und unreife Früchte sind giftig
Fruchtfolge
3–4 Jahre Abstand zu Tomaten und Kartoffeln

Wann Physalis aussäen?

Die Physalis, auch Andenbeere oder Kapstachelbeere genannt, stammt aus den Anden und verträgt keinen Frost. Sie braucht eine lange Saison, bis die Früchte reifen. Zieh sie deshalb wie Tomaten ab März oder April im Haus vor und pflanz sie aus, wenn kein Frost mehr droht, also nach den Eisheiligen Mitte bis Ende Mai.

In frostfreien Regionen ist die Physalis ein mehrjähriger Strauch, bei uns zieht man sie meist einjährig. In sehr milden Lagen kann sie draußen überwintern, wenn du das erfrorene Kraut abschneidest und die Wurzeln mulchst, verlassen solltest du dich darauf aber nicht.

Quellen: PFAF, Wikipedia, LWG Bayern

So säst und pflanzt du Physalis

Streu die winzigen Samen dünn auf feuchte Anzuchterde und bedeck sie nur knapp, höchstens etwa 0.5–1 cm. Halte sie bei 20–25°C warm, dann keimen sie meist nach 7 bis 10 Tagen. Pikier die Sämlinge in Einzeltöpfe, sobald du sie greifen kannst, und stell sie hell.

Härte die Jungpflanzen vor dem Auspflanzen ab und setz sie nach den Eisheiligen an einen sonnigen, warmen, geschützten Platz mit durchlässigem Boden; sandiger Lehm ist ideal. Vlies oder eine Folienhaube hilft ihnen in den ersten Wochen über kühle Tage.

Die Physalis wächst zu einem verzweigten Busch von etwa 1–1.5 m Höhe. Gib ihr also viel Platz und quetsch sie nicht zwischen andere Pflanzen. Auch im Gewächshaus kannst du sie ziehen, dort reifen die Früchte in kühlen Sommern sicherer.

Eine junge, frisch ausgepflanzte Physalis in offener Gartenerde
Foto: Frank Vincentz · CC BY-SA 3.0 · über Wikimedia Commons

Quellen: Hortipendium, PFAF, Wikipedia

Pflege im Sommer

Gieß bei Trockenheit und halte den Boden gleichmäßig feucht, aber nicht nass; Staunässe mag die Physalis nicht.

Den ganzen Sommer über erscheinen Blüten, aus denen jeweils eine grüne, lampionförmige Hülle mit einer Beere darin wird. Die Früchte reifen ab dem Spätsommer nach und nach, du erntest also über Wochen immer ein paar.

Quellen: Hortipendium, Wikipedia, PFAF

Ernte und Lagerung

Die Physalis reift etwa ab August bis zum ersten Frost. Erntereif ist eine Frucht, wenn die Hülle trocken, papierartig und strohfarben ist und die Beere darin goldorange leuchtet. Reife Früchte fallen oft von selbst ab, schau also auch unter der Pflanze nach.

Iss nur vollreife Beeren. Unreife Früchte, Blätter, Stängel und Blüten enthalten Solanin und verwandte Alkaloide, und auch die Hülle selbst ist nicht essbar.

In der Hülle halten die Beeren bei Zimmertemperatur mehrere Wochen, kühl und trocken gelagert oft deutlich länger. Pflück vorsichtig, damit die Hülle unversehrt bleibt.

Eine reife orange Physalis-Beere in einer geöffneten, papierartigen, strohfarbenen Hülle
Reif: papierartige Hülle, goldene Beere. Foto: Ivar Leidus · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons

Quellen: Hortipendium, PFAF, Wikipedia

Andenbeere, Lampionblume oder Tomatillo?

Mehrere Pflanzen tragen die papierartigen Lampions. Die Andenbeere, Physalis peruviana, ist die, die im Handel als „Physalis“ verkauft wird, mit süß-säuerlichen goldenen Beeren.

Die Lampionblume, Physalis alkekengi, ist eine winterharte Zierstaude mit leuchtend orangeroten Lampions, beliebt in Trockensträußen. Ihre grünen Teile gelten als gering giftig, bei den Beeren sind sich die Quellen uneins, und ihre Ausläufer breiten sich teils schwer kontrollierbar aus. Als Obst ist sie nicht gedacht.

Die Tomatillo, Physalis philadelphica, hat größere grüne oder violette Früchte, die ihre Hülle ausfüllen und oft sprengen. Man isst sie gekocht, etwa in Salsa verde, und braucht mindestens zwei Pflanzen für einen guten Fruchtansatz.

Eine rote, zu einem feinen Gerippe verwitterte Lampionblumen-Hülle um eine orange Beere
Lampionblume, eine Zier-Verwandte. Foto: Barbara van Amelsfort · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons

Quellen: Wikipedia

Schädlinge, Krankheiten und Fruchtfolge

Der häufigste Schädling ist die Weiße Fliege, vor allem im Gewächshaus; bei heißer, trockener Luft kommen Spinnmilben dazu. Auch Blattflecken, Mehltau und auf nassem Boden Wurzelfäule können auftreten.

Die Physalis gehört mit Tomaten, Kartoffeln, Paprika und Auberginen zu den Nachtschattengewächsen und teilt einige ihrer Schädlinge und Krankheiten. Lass drei bis vier Jahre vergehen, bevor eines davon wieder im selben Beet wächst.

Quellen: Hortipendium, Wikipedia, RHS

Gute Nachbarn?

Belastbare Untersuchungen zu Mischkultur-Partnern der Physalis haben wir nicht gefunden. Nachbar-Tabellen sind hier Gärtnerwissen.

Die praktische Regel: Gib ihr einen eigenen sonnigen, offenen Platz, und halte in der Fruchtfolge Abstand zu anderen Nachtschattengewächsen.

Quellen: RHS

Häufige Fragen

Wann sät man Physalis aus?

Im März oder April im Haus bei 20–25°C. Ausgepflanzt wird nach den Eisheiligen Mitte bis Ende Mai.

Wann ist Physalis reif?

Wenn die Hülle trocken, papierartig und strohfarben ist und die Beere darin goldorange. Reife Früchte fallen oft von selbst ab.

Ist unreife Physalis giftig?

Ja. Unreife Früchte, Blätter, Stängel und Blüten enthalten Solanin. Iss nur vollreife Beeren und nie die Hülle.

Ist Physalis winterhart?

Nein, Frost verträgt sie nicht. In sehr milden Lagen überleben die Wurzeln vielleicht unter einer Mulchschicht, sonst zieht man sie einjährig.

Ist die Lampionblume dasselbe wie Physalis?

Nein. Die Lampionblume (Physalis alkekengi) ist eine winterharte Zierpflanze mit roten Lampions. Die Frucht aus dem Handel ist die Andenbeere, Physalis peruviana.

Wie lange sind Physalis haltbar?

In der Hülle mehrere Wochen bei Zimmertemperatur, kühl und trocken gelagert oft länger.

Eine Tüte Physalis zur Hand?

Fotografier sie — Growie liest die Tüte, setzt sie in deinen Plan und erinnert dich ans Säen, Gießen und Ernten.

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Quellen

Jeder Wert hier ist durch mindestens zwei unabhängige Quellen belegt oder als Spanne angegeben, wo sie voneinander abweichen.

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