Aussaat-Ratgeber · Spargelgewächse
Spargel pflanzen: wann und wie
Einjährige Spargelpflanzen setzt du im März. Gestochen wird ab dem dritten Frühjahr, bis spätestens Johanni, und das Beet trägt 10–20 Jahre lang.
Fakten geprüft am 26. September 2026

Pflanzkalender
Für gemäßigtes Klima (Mitteleuropa). Growie verschiebt diese Fenster auf den letzten und ersten Frost in deinem Garten.
Anbau auf einen Blick
- Pflanzzeit
- März, so früh es der Boden erlaubt
- Pflanzgraben
- 20–30 cm tief, 30–40 cm breit
- Abstand
- 30–50 cm zwischen den Pflanzen
- Im Hochbeet 120 × 80 cm
- Etwa 6 Pflanzen, kleine Ernte
- Erste Ernte
- 3. Jahr (kurz), voll ab dem 4.
- Stechzeit
- Mitte April bis spätestens 24. Juni
- Standdauer
- 10–20 Jahre
- Nachbau
- Nie auf einer alten Spargelfläche
Wann Spargel pflanzen?
Spargel ist eine langlebige Staude. Du pflanzt ihn einmal und erntest bei gut angelegtem Beet weit über zehn Jahre davon. Gepflanzt werden einjährige Spargelpflanzen, die sogenannten Klauen, also ruhende Wurzelstöcke; an Ort und Stelle gesät wird er nicht.
Setz die Pflanzen im März, so früh im Frühjahr, wie sich der Boden bearbeiten lässt. In milden Lagen geht es schon ab Ende Februar, Ende März ist der späteste gute Termin. Die Anzucht aus Samen ist möglich, kostet aber ein zusätzliches Jahr bis zur ersten Ernte.
Nimm dir für den Standort Zeit, denn das Beet bleibt viele Jahre. Wähl einen vollsonnigen Platz mit lockerem, tiefgründigem, durchlässigem Boden; sandiger Boden ist ideal. Auf schwerem Boden lieber ein Hochbeet anlegen.
Quellen: RHS, Hortipendium, Wikipedia
So pflanzt du Spargel
Befrei die Fläche zuerst von Wurzelunkräutern; aus einem eingewachsenen Spargelbeet bekommst du sie kaum wieder heraus. Heb einen Graben von etwa 20–30 cm Tiefe und 30–40 cm Breite aus und arbeite reichlich Kompost oder gut verrotteten Mist in die Sohle ein.
Schieb auf der Grabensohle einen niedrigen Erdrücken von etwa 10 cm Höhe auf. Setz die Pflanzen im Abstand von 30–50 cm darauf und breite die Wurzeln wie Spinnenbeine zu beiden Seiten aus. Deck sie so ab, dass die Knospenspitzen gerade auf oder knapp unter der Oberfläche liegen, und gieß gut an.
Während die Triebe über den Sommer wachsen, füllst du den Graben nach und nach auf, bis er bei etwa 30 cm Triebhöhe eben mit dem übrigen Boden ist.
Bei einer versetzten Doppelreihe liegen die Reihen etwa 45 cm auseinander, Einzelreihen brauchen mehr Platz. In ein Hochbeet von 120 × 80 cm passen so etwa sechs Pflanzen in zwei versetzten Reihen. Das ergibt eine kleine Ernte, und das Beet muss tief genug für die langen Wurzeln sein. Wer viel Spargel will, pflanzt ihn ins Freiland.
Quellen: RHS, Hortipendium, Wikipedia
Pflege: Unkraut, Laub und Düngung
Jäte von Hand; mit der Hacke verletzt du leicht Wurzeln und Knospen. Eine etwa 5 cm dicke Mulchschicht aus Kompost im Frühjahr hält Unkraut zurück.
Nach der Ernte lässt du die Triebe zu hohem, federigem Spargelkraut auswachsen. Es versorgt die Wurzeln für die nächste Ernte, schneid es also im Sommer nie ab. An windigen Plätzen hilft ein einfacher Zaun aus Pfählen und Schnur. Wenn das Laub im Herbst gelb wird, schneidest du es bodennah ab.
Dünge sparsam: Eine Schicht Kompost pro Jahr reicht meist, etwa 1 bis 2 Liter pro Quadratmeter. Wächst der Spargel schwach, gib im zeitigen Frühjahr zusätzlich einen Volldünger.
Pflanz möglichst rein männliche Sorten. Spargel ist zweihäusig: Weibliche Pflanzen stecken Kraft in rote Beeren, und deren Sämlinge wuchern als Unkraut im Beet. Zieh Sämlinge heraus, sobald du sie siehst.

Quellen: RHS, Hortipendium, Wikipedia
Ernte: wann anfangen, wann aufhören
In den ersten beiden Jahren nach der Pflanzung erntest du nichts. Die Pflanzen brauchen die Zeit, um kräftige Wurzeln zu bilden. Im dritten Jahr stichst du etwa sechs Wochen lang ab Mitte April, ab dem vierten Jahr rund acht Wochen.
Grünspargel schneidest du, wenn die Stangen etwa 18 cm hoch und mindestens fingerdick sind, knapp unter der Erdoberfläche. Bei warmem Wetter alle zwei bis drei Tage nachschauen, die Stangen schießen schnell.
Spätestens Ende Juni ist Schluss, nach der alten Regel nie nach Johanni, dem 24. Juni. Danach braucht die Pflanze ihr Kraut, um die Wurzeln fürs nächste Jahr zu stärken; wer zu lange sticht, schwächt das Beet.
Ein gut gepflegtes Beet trägt etwa 10 bis 20 Jahre, bevor der Ertrag nachlässt.
Quellen: RHS, Hortipendium, Wikipedia
Grünspargel oder Bleichspargel?
Bleich- und Grünspargel sind dieselbe Pflanze, nur anders angebaut. Bleichspargel wächst in Erddämmen, die jedes Frühjahr über den Reihen aufgeschüttet werden, sodass die Stangen nie Licht sehen; gestochen wird kurz bevor sie die Oberfläche durchbrechen.
Für den Hausgarten ist Grünspargel die einfachere Wahl. Er braucht keine Dämme, ist schneller geerntet, und viele finden ihn aromatischer. Die Reihen dürfen außerdem etwas enger stehen.

Quellen: Hortipendium, Wikipedia
Schädlinge, Krankheiten und Nachbau
Am häufigsten begegnet dir das Spargelhähnchen: kleine rot-schwarze Käfer, deren graue Larven das Kraut kahl fressen und an den Stangen nagen. Sammle sie ab, sobald du sie entdeckst. Auch die Spargelfliege befällt die Stangen.
Schnecken fressen an austreibenden Stangen, Spätfrost kann sie schwärzen. Spargelrost zeigt sich als rostbraune Flecken am Kraut. Fusarium schwächt die Wurzeln, Wurzelfäulen sind auf nassem, schlecht durchlässigem Boden am schlimmsten.
Spargel gehört zu einer eigenen Familie, den Spargelgewächsen, und kommt anderem Gemüse in der Fruchtfolge nicht in die Quere. Die entscheidende Regel: Leg ein neues Spargelbeet nie dort an, wo schon Spargel stand. Fusarium und andere Bodenprobleme reichern sich über die Jahre an, empfohlen wird eine Anbaupause von rund 20 Jahren.

Quellen: RHS, Hortipendium, Wikipedia
Gute Nachbarn?
Tomaten, Petersilie und Basilikum gelten oft als gute Spargel-Nachbarn, manchmal mit dem Versprechen, das Spargelhähnchen fernzuhalten. Belastbare Belege dafür haben wir nicht gefunden, es ist Gärtnerwissen.
In der Praxis hältst du andere Kulturen vom jungen Beet fern, damit sie nicht konkurrieren, und lässt nach der Ernte keine hohen Nachbarn das Spargelkraut beschatten.
Quellen: RHS
Häufige Fragen
Wann pflanzt man Spargel?
Im März, so früh sich der Boden bearbeiten lässt. Am besten einjährige Pflanzen verwenden.
Wann kann man Spargel zum ersten Mal ernten?
Nicht in den ersten beiden Jahren. Im dritten Jahr etwa sechs Wochen, ab dem vierten Jahr rund acht Wochen lang.
Warum wird Spargel nur bis Johanni gestochen?
Die Pflanze braucht ihr Kraut im Sommer, um Reserven fürs nächste Jahr aufzubauen. Wer nach dem 24. Juni weitersticht, schwächt das Beet.
Kann man Spargel im Hochbeet anbauen?
Ja, wenn es tief genug ist. In ein Hochbeet von 120 × 80 cm passen etwa sechs Pflanzen, genug für eine kleine Ernte. Dafür ist der Platz viele Jahre belegt.
Grünspargel oder Bleichspargel im Garten?
Grünspargel. Er braucht keine Dämme, ist leichter zu ernten und passt besser in kleine Gärten.
Wann schneidet man Spargelkraut zurück?
Erst im Herbst, wenn es gelb geworden ist. Grün abgeschnitten schwächt es die Ernte im nächsten Jahr.
Wie lange trägt ein Spargelbeet?
Etwa 10 bis 20 Jahre. Lässt es nach, leg ein neues Beet an einer Stelle an, wo noch nie Spargel stand.
Eine Tüte Spargel zur Hand?
Fotografier sie — Growie liest die Tüte, setzt sie in deinen Plan und erinnert dich ans Säen, Gießen und Ernten.
Garten kostenlos planenQuellen
Jeder Wert hier ist durch mindestens zwei unabhängige Quellen belegt oder als Spanne angegeben, wo sie voneinander abweichen.
- RHS: How to grow asparagus
- RHS: Companion planting
- Hortipendium: Spargel im Hausgarten
- Wikipedia: Gemüsespargel
Bildnachweise
- Bündel frisch gestochener Grünspargel — Foto: RyanFreisling · Public domain · über Wikimedia Commons
- Eine Reihe hohes, federiges Spargelkraut im Frühsommer — Foto: Sciencia58 · CC0 · über Wikimedia Commons
- Aufgeschüttete Bleichspargeldämme unter schwarz-weißer Folie auf einem Feld — Foto: AnRo0002 · CC0 · über Wikimedia Commons
- Eine graue Larve des Spargelhähnchens frisst an einem Spargeltrieb — Foto: Luc hoogenstein · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons