Aussaat-Ratgeber · Doldenblütler
Koriander aussäen: wann und wie
Koriander säst du von April bis August direkt ins Beet, alle paar Wochen ein bisschen. Blätter erntest du nach sechs bis zehn Wochen, Samen nach der Blüte.
Fakten geprüft am 26. September 2026

Aussaatkalender
Für gemäßigtes Klima (Mitteleuropa). Growie verschiebt diese Fenster auf den letzten und ersten Frost in deinem Garten.
Anbau auf einen Blick
- Aussaat ins Freie
- April–August, alle 3–4 Wochen
- Saattiefe
- Etwa 1 cm
- Abstand
- Blätter 5 cm, Samen 20 cm in der Reihe; Reihen 20–30 cm
- Im Hochbeet 120 × 80 cm
- Etwa 96 Blattpflanzen, oder 16 in einer Querreihe
- Keimung
- 1–3 Wochen, Boden mindestens 10°C
- Standort
- Sonne bis Halbschatten, durchlässiger Boden
- Ernte
- Blätter nach 6–10 Wochen, Samen nach 3–4 Monaten
- Fruchtfolge
- 3–4 Jahre Abstand zu Möhren, Petersilie, Dill & Co.
Wann Koriander aussäen?
Koriander keimt, sobald der Boden etwa 10°C erreicht hat. In den meisten Gegenden Mitteleuropas kannst du deshalb ab April ins Freie säen, und das bis in den August hinein. Der Trick: Säe alle drei bis vier Wochen eine kurze Reihe statt einmal ein großes Stück. Jede Folgesaat liefert ein paar Wochen lang gute Blätter, bevor die Pflanzen in Blüte gehen.
Am schwierigsten ist der Hochsommer. Lange Tage, Hitze und trockener Boden treiben Koriander früh in die Blüte, Aussaaten im Juni und Juli schießen deshalb oft schnell. Lass sie aus oder such dir einen Platz, der mittags Schatten bekommt. Aussaaten im August und September unter Vlies, Folientunnel oder im kalten Gewächshaus liefern zarte Blätter bis in den Herbst.
Willst du Koriandersamen ernten, säe so früh, wie der Boden es zulässt, von Ende März bis April. Dann haben die Pflanzen den ganzen Sommer Zeit, zu blühen und ihre Samen bis August oder September reifen zu lassen.
Quellen: Hortipendium, Gartenakademie RLP, RHS, Garden Organic, Oregon State Extension, Kiepenkerl
So säst du Koriander
Säe Koriander dort aus, wo er wachsen soll. Er bildet früh eine lange Pfahlwurzel und nimmt das Umpflanzen übel. Direktsaat ins Beet oder gleich in den Topf, in dem er bleibt, klappt deshalb viel besser als Vorziehen und Pikieren.
Such dir einen Platz mit durchlässigem Boden, der nicht nass bleibt. Für Blätter passt Sonne bis Halbschatten, im Sommer hilft etwas Mittagsschatten. Für Samen braucht er volle Sonne und etwas Windschutz, denn die blühenden Stängel sind dünn und kippen leicht um. Koriander ist ein Schwachzehrer: Eine dünne Schicht Kompost reicht, in einem sehr nährstoffreichen Beet wird er zwar blattreich, aber weniger aromatisch.
Zieh eine etwa 1 cm tiefe Rille, auf schwerem Boden etwas flacher, und säe die runden Samen dünn hinein. Halte die Erde gleichmäßig feucht. Koriander keimt langsam und ungleichmäßig, je nach Wärme dauert es ein bis drei Wochen.
Für Blätter vereinzelst du die Sämlinge auf 5 cm Abstand, bei 20–30 cm zwischen den Reihen. Ein ganzes Hochbeet von 120 × 80 cm fasst so etwa 96 Pflanzen, weit mehr, als eine Küche braucht. Eine Querreihe mit 16 Pflanzen alle paar Wochen ist meist genug. Für Samen vereinzelst du auf 20 cm, dann passen drei Längsreihen mit zusammen 18 Pflanzen ins Beet.

Quellen: Oregon State Extension, Garden Organic, RHS, Gartenakademie RLP, Kiepenkerl, Hortipendium, Johnny's Selected Seeds, Love the Garden
Pflege und Schossen
Koriander will von Natur aus blühen. Werden die Tage länger und das Wetter wärmer, schiebt er einen hohen Stängel mit feinen, fiedrigen Blättern und weißen Dolden, und die breiten Blätter unten wachsen nicht mehr nach. Das ist das Schossen, und in heißen, trockenen Sommern passiert es schon wenige Wochen nach der Aussaat.
Verhindern kannst du es nicht, aber hinauszögern. Gieß bei Trockenheit, damit der Boden nie ganz austrocknet, gib Sommeraussaaten etwas Mittagsschatten und wähl eine schossfeste Blattsorte. Ernte regelmäßig: Pflanzen, die oft geschnitten werden, bleiben etwas länger blattreich.
Ist eine Pflanze geschossen, schmecken die Blätter herber. Zieh sie heraus und säe neu, oder lass sie blühen: Schwebfliegen und andere Insekten besuchen die Dolden, und ein paar Wochen später kannst du die Samen ernten.
- Alle drei bis vier Wochen eine kurze Reihe ist besser als eine große Aussaat: So wachsen immer junge Pflanzen nach.

Quellen: RHS, Oregon State Extension, Love the Garden, Johnny's Selected Seeds, Gartenakademie RLP, Garden Organic
Blätter und Samen ernten
Blätter kannst du ernten, sobald die Pflanzen etwa 10–15 cm hoch sind, meist sechs bis zehn Wochen nach der Aussaat, bei warmem Wetter früher. Schneid die äußeren Stiele knapp über dem Boden ab und lass das Herz weiterwachsen. Junge Blätter schmecken am besten; tauchen die fiedrigen Blütenblätter auf, geht die Ernte zu Ende.
Die Samen reifen etwa drei bis vier Monate nach der Aussaat, meist im August oder September. Sie färben sich von grün nach beige-braun und reifen schnell und fast gleichzeitig, schau also oft nach. Schneid die Stängel, wenn die meisten Samen verfärbt sind, am besten morgens, dann fallen weniger aus, und steck sie gleich in eine Papiertüte.
Breite die Samenstände etwa eine Woche lang in einem warmen, trockenen Raum auf Papier aus, reib die Samen ab und bewahr sie in einem luftdicht verschlossenen Glas auf. Die getrockneten Samen schmecken warm und zitronig, ganz anders als die Blätter. Heb eine Handvoll auf: Das ist deine Aussaat fürs nächste Jahr.

Quellen: RHS, Garden Organic, Love the Garden, Hortipendium, Gartenakademie RLP, Johnny's Selected Seeds
Blatt- oder Samenkoriander?
Jeder Koriander liefert Blätter und Samen, die Sorten sind aber auf das eine oder das andere gezüchtet. Blattsorten wie 'Calypso', 'Cruiser' oder 'Confetti' sind auf langsames Schossen ausgelesen und bleiben länger blattreich; 'Confetti' hat feine, fiedrige Blätter und schmeckt milder. Im Sommer macht das bei der Blatternte einen deutlichen Unterschied.
Samensorten wie 'Jantar' blühen bereitwillig und setzen viele Samen an. Sie sind die richtige Wahl, wenn du Koriandersamen ernten willst, für Blätter taugen sie wenig.
Im Topf auf der Fensterbank wächst Koriander das ganze Jahr. Nimm einen tiefen Topf für die Pfahlwurzel, säe direkt hinein und leg alle sechs bis acht Wochen einen neuen Topf an.
Quellen: RHS, Hortipendium, Kiepenkerl, Love the Garden
Schädlinge, Krankheiten und Fruchtfolge
Für junge Sämlinge sind Schnecken die größte Gefahr, vor allem bei feuchtem Wetter. Schau in den ersten Wochen nach dem Keimen abends die Reihen durch.
Blattläuse sitzen gern an den Blattunterseiten und Blütenstängeln. Ein kräftiger Wasserstrahl spült sie ab, und Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen holen sie meist bald ein.
Blattflecken und Falscher Mehltau zeigen sich als gelbbraune Flecken, manchmal mit grauweißem Belag auf der Unterseite. Mehrere dieser Krankheiten werden mit dem Saatgut übertragen: Kauf frisches Saatgut aus guter Quelle, gieß auf den Boden statt über die Blätter und säe nicht zu dicht.
Koriander ist ein Doldenblütler, verwandt mit Möhren, Pastinaken, Petersilie, Dill, Sellerie und Fenchel, und teilt mit ihnen einige Krankheiten, besonders mit Petersilie. Lass drei bis vier Jahre vergehen, bevor Koriander oder ein anderer Doldenblütler wieder im selben Beet wächst.

Quellen: RHS, Hortipendium
Gute Nachbarn?
Koriander soll mit seinem Duft Blattläuse und die Möhrenfliege fernhalten. Einen Versuch, der das belegt, haben wir nicht gefunden, es ist Gärtnerwissen. Seine Blüten locken aber oft Schwebfliegen an, deren Larven Blattläuse fressen. Ein paar blühende Pflanzen zwischen dem Gemüse schaden also nicht.
Die eine Regel mit gutem Grund: Setz Koriander nicht dicht zu anderen Doldenblütlern wie Petersilie, Dill oder Möhren und bau ihn nicht direkt nach ihnen im selben Beet an, weil sie Krankheiten teilen.
Quellen: Garden Organic, Hortipendium
Häufige Fragen
Wann sät man Koriander aus?
Im Freien von April bis August, alle drei bis vier Wochen eine kurze Reihe. Für Samen früh säen, Ende März oder im April. Unter Vlies oder im Gewächshaus geht es im August und September noch einmal für Herbstblätter.
Warum schießt mein Koriander so schnell?
Lange Tage, Hitze und trockener Boden lösen die Blüte aus. Säe wenig und oft, gieß bei Trockenheit, gib Sommeraussaaten Mittagsschatten und nimm eine schossfeste Blattsorte.
Wie lange braucht Koriander zum Keimen?
Ein bis drei Wochen, je nach Wärme. Der Boden sollte mindestens 10°C haben, am schnellsten geht es bei 15–20°C. Halte die Erde so lange gleichmäßig feucht.
Kann man Koriander auf der Fensterbank ziehen?
Ja, das ganze Jahr. Säe direkt in einen tiefen Topf, weil die Pfahlwurzel Umpflanzen nicht mag, halte die Erde leicht feucht und leg alle sechs bis acht Wochen einen neuen Topf an.
Kann man Koriander vorziehen und umpflanzen?
Ganz jung geht es, aber Koriander hat eine Pfahlwurzel und schießt nach dem Umpflanzen oft. Direktsaat an Ort und Stelle ist zuverlässiger.
Wie erntet man Koriandersamen?
Sobald die meisten Samen beige-braun sind, meist im August oder September, schneid die Stängel in eine Papiertüte, trockne sie etwa eine Woche auf Papier, reib die Samen ab und bewahr sie luftdicht auf.
Ist Koriander winterhart?
Leichten Frost verträgt er, er ist aber einjährig. Aussaaten im August oder September unter Vlies oder im kalten Gewächshaus liefern Blätter bis weit in den Herbst.
Eine Tüte Koriander zur Hand?
Fotografier sie — Growie liest die Tüte, setzt sie in deinen Plan und erinnert dich ans Säen, Gießen und Ernten.
Garten kostenlos planenQuellen
Jeder Wert hier ist durch mindestens zwei unabhängige Quellen belegt oder als Spanne angegeben, wo sie voneinander abweichen.
- RHS: How to grow coriander
- Garden Organic: Coriander
- Hortipendium: Koriander
- Hortipendium: Koriander Pflanzenschutz
- Gartenakademie RLP: Anbau von Koriander (Coriandrum sativum)
- Kiepenkerl: Koriander: Anbau, Pflege, Ernte
- Love the Garden: Koriander anbauen und pflegen
- Oregon State Extension: How to grow cilantro for leaves or coriander seeds
- Johnny's Selected Seeds: Cilantro/Coriander key growing information
Bildnachweise
- Dicht wachsende, hellgrüne Korianderblätter — Foto: Rajesh S Balouria · Pexels License · über Pexels
- Junge Korianderpflanzen mit rundlichen ersten Blättern in offener Erde — Foto: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons
- Eine weiße Korianderblüte (Dolde) — Foto: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons
- Nahaufnahme getrockneter, beige-brauner Koriandersamen — Foto: Sanjay Acharya · CC BY-SA 4.0 · über Wikimedia Commons
- Dunkle Blattläuse auf der Unterseite eines Korianderblatts — Foto: Schlaghecken Josef · CC BY 4.0 · über Wikimedia Commons